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Nordwestmecklenburg Ade, gutes Gewissen!
Lokales Nordwestmecklenburg Ade, gutes Gewissen!
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20:08 12.08.2019
Gemüsekisten für die ständigen Abnehmer vom Hof Lebendiger Landbau in Boienhagen (Solidarische Landwirtschaft in Nordwestmecklenburg) Quelle: Laura Koch
Grevesmühlen

Ich muss an dieser Stelle vom vorzeitigen Ende meines Daseins als Gemüse-Abonnentin mit reinem Umwelt-Gewissen berichten. Schließlich habe ich auch vom Beginn und weiteren Verlauf meines Experimentes – Anfang dieses Jahres Abonnentin der Jungbauern in Boienhagen zu werden, die dort ein landwirtschaftlich sinnvolles Projekt, das sich solidarische Landwirtschaft nennt, betreiben – immer wieder berichtet.

Meine zukünftigen Enkel werden es mir hoffentlich verzeihen. Falls nicht, ich werde es nehmen, erhobenen Hauptes. Meine Entscheidung ist gefallen. Ich bin zumindest in diesem Experiment an die Grenzen des für mich derzeit Mach- und Lebbaren gestoßen.

Zur Genese

Im März startete ich voller Elan, inklusive des festen Vorsatzes, von nun an regelmäßig zu kochen. Wöchentlich holte ich mir meine Ration an Gemüse ab und fühlte mich dabei hervorragend. Machte tatsächlich interessante, neue Erfahrungen beim Verarbeiten bestimmter Gemüsesorten, die ich bisher nur tiefgekühlt dem Supermarkt entnommen hatte.

Bereits im Mai fiel mir zum ersten Mal auf: Es ist einfach zu viel Gemüse. Ok, dachte ich, nun hast du einmal einen vollen Anteil gebucht und ziehst das durch, lässt eben das, was du nicht brauchst, für die anderen in der Gemeinschaft. Dann jedoch, mit all den beruflichen Herausforderungen und der Unstetigkeit, die das Autoren- und Journalisten-Dasein nun einmal so mit sich bringen, die nicht eben weniger werden, versiegte nach und nach meine Disziplin und auch die Lust, unter Zeitdruck stehend andauernd zu kochen.

Erschwerend kam noch hinzu, dass wir auf unserem Hof in diesem Jahr auch zum ersten Mal seit Jahren ein Gewächshaus zum Einsatz brachten. Da fielen dann tatsächlich nach und nach auch immer reichlicher Erträge an – die nicht nur aus reinem Spaß am Gärtnern herangezogen werden konnten, sondern auch verarbeitet werden mussten.

Irgendwann kam es das erste Mal dazu, dass ich Gemüse auf dem Komposthaufen entsorgen musste. Dass ich einfach nicht mehr geschafft hatte, es zu verarbeiten.

Sie hätten mich mal sehen müssen, wie ich über den Hof schlich, mit welchem schlechten Gewissen ich das Gemüse auf den Komposthaufen packte. Ganz hinten, so dass ich es nicht mehr sah. Auch wenn es auf dem Kompost letztlich nicht gänzlich verloren war, zu gutem biologischen Dünger werden würde. Dennoch, das war schon ein seltsames Gefühl. Ich glaube, da begann sich mein gutes Umwelt-Gewissen schon ganz von selbst zu verabschieden.

Die Entscheidung

Schließlich, im Sommer, als ich eine ganze Weile gänzlich weg war und wochenlang überhaupt kein Gemüse aus Boienhagen holen konnte, wurde mir klar: Es funktioniert für mich nicht.

Die Boienhagener Jungbauern waren so entgegenkommend, mich aus der Vereinbarung vorzeitig zu entlassen, was nur in Ausnahmefällen möglich ist. Meine Gründe waren nachvollziehbar für sie.

Vielleicht hilft meine Erfahrung anderen, die sich mit dem Gedanken tragen, Gemüse-Abonnement in Boienhagen oder anderswo zu werden, vorher eben auch diese Fragen genau zu bedenken: Kann ich wirklich regelmäßig Gemüse verarbeiten? Gibt mein Alltag das her?

Fazit meines Experiments: Ich werde selbstverständlich, wie auch bereits zuvor, weiterhin auf regional und bio-erzeugtes Gemüse setzen, es kaufen, wann immer ich Gemüse benötige. In der Menge, in der ich es jeweils brauche. Meine zukünftigen Enkel mögen mir das zugutehalten.

In Boienhagen zum Beispiel gibt es an jedem Freitag einen Hof-Abverkauf der dort erzeugten Produkte.

Als Journalistin werde ich das Boienhagener Projekt weiter begleiten. Demnächst findet ein Hoffest in Boienhagen statt. Näheres dazu bald an anderer Stelle.

Wie alles begann, wie es gut anlief und noch eine Weile funktionierte.

Von Annett Meinke

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