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Nordwestmecklenburg Alte Gemeinde- und Kurverwaltung in Boltenhagen werden abgerissen
Lokales Nordwestmecklenburg Alte Gemeinde- und Kurverwaltung in Boltenhagen werden abgerissen
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18:00 30.08.2019
Die ehemalige Gemeindeverwaltung in Boltenhagen, daneben die einstige Kurverwaltung. Quelle: Michael Prochnow
Boltenhagen

„Das wird Zeit, dass hier endlich was passiert“, freut sich der Anlieferer, der in der Nähe des Grundstücks Ostseeallee 34/36 in bester Boltenhagener Lage parkt und seine Waren aus dem Laster holt, als er hört, dass das alte Verwaltungshaus der Gemeinde Boltenhagen und die alte Kurdirektion, das sogenannte „Haus Oranien“, abgerissen werden sollen.

Was dann dort entsteht, will der Mann noch wissen. Als er die Information erhält, dass dort fünf Neubauten mit 35 Eigentumswohnungen, einer Tiefgarage und Gewerbefläche hinkommen sollen, gefällt ihm auch das. „Vielleicht noch ein schönes Restaurant“, sagt er, bevor er weiterarbeitet, „das wäre gut.“

Alte Gemeindeverwaltung Boltenhagens. Quelle: Annett Meinke

Keine weiteren Ferienwohnungen?

Was den Mann weniger interessiert, aber sehr viele Boltenhagener, ist, ob es sich bei diesen Eigentumswohnungen dann doch wieder um Ferienwohnungen handelt, von denen die Gemeinde nicht mehr im Ort haben will? Maria Schultz vom Bauamt des Amtes Klützer Winkel versteht diese Sorge und weist daraufhin, dass im Bebauungsplan festgeschrieben sein wird, dass keine neuen Ferienwohnungen entstehen. Ob die Festschreibung für die Realität tatsächlich ausreicht, ob tatsächlich Menschen diese Eigentumswohnungen kaufen werden, die dauerhaft Boltenhagener werden wollen, wird sich zeigen.

Doch bis es so weit ist, wird noch ein wenig Zeit ins Land gehen. Auch wenn der Investor, Dr. Horst Brandt von der Baltic Quartier GmbH & Co. KG aus Schwerin, die das Grundstück von der Gemeinde schon vor einem Jahr erwarb, hofft: „Dass wir mit allen Plänen und Genehmigungen bis Anfang kommenden Jahres durch sind, um dann im März mit dem Bau zu beginnen.“ Doch auch hier dämpft Maria Schultz vom Bauamt ein wenig die Erwartungen: „Wenn die Gemeindevertretung am 19. September, ebenso wie der Bauausschuss in dieser Woche, das Konzept des Investors beschließt, dann wird der Bebauungsplan erstellt. Bis der fertig und beschlossen ist, kann es schon noch bis zum kommenden Sommer dauern.“

Viele Investoren vor Horst Brand haben in den vergangenen Jahren das Gespräch mit der Gemeinde gesucht. Die beiden Häuser, die alte Gemeindeverwaltung und die alte Kurdirektion, stehen seit 2011 leer. Brandt zufolge waren es „sechs bis sieben Investoren vor mir, die an der Gemeinde und ihren Vorstellungen gescheitert sind.“

„Baltic Quartier“

Brandt, der nach eigener Auskunft schon überall baute, im In- und Ausland, an großen Bauprojekten beteiligt war, unter anderem auch am Ausbau der Autobahn zwischen Berlin und Hamburg, ist an den Gemeindevertretern in Boltenhagen bisher zumindest nicht gescheitert. Dennoch musste auch er dem Bauausschuss, der in dieser Woche im Festsaal von Boltenhagen zusammenkam, um unter anderem über sein Baukonzept zu beschließen, noch einmal einiges erklären. Nachbesserungen des ersten Konzeptentwurfs, die verlangt worden waren, wurden erfüllt. Brandts Architekt aus Hamburg hatte die Details vorgetragen.

„Haus Oranien“, die alte Boltenhagener Kurverwaltung. Quelle: Annett Meinke

Unter anderem stellte man dem Investor die Frage: „Ob das Haus Oranien nicht doch hätte erhalten werden können?“ Ausdrücklich wies Brandt an diesem Punkt darauf hin, dass in seinem Konzept und Entwurf niemals von „Sanierung bestehender Gebäude“ die Rede war, – und dass die Gemeinde seinen Entwurf bereits akzeptiert hatte.

Auf einer Grundstücksfläche von 5358 Quadratmeter sollen fünf neue Gebäude plus einer Tiefgarage entstehen. Haus 1 und 2 sollen als längliche Gebäude mit einem Giebel entstehen, die Häuser 3, 4 und 5 erhalten quadratische Grundflächen. Der vordere Bereich des Quartiers soll der Allgemeinheit zugängig sein. Der hintere Bereich soll vorwiegend von Anwohnern genutzt werden soll.

Schon seit Jahren stehen in Boltenhagen die alte Gemeinde- und Kurverwaltung in der Ostseeallee 34/36 leer. Quelle: Annett Meinke

Bürgermeister Raphael Wardecki zeigt sich prinzipiell mit dem Vorhaben, das unter Regie seines Amtsvorgängers entstand, einverstanden. Allerdings: „Wäre ich damals schon im Amt gewesen,“ sagt er, „ich hätte versucht, die Gemeindevertreter davon zu überzeugen, das Grundstück nicht zu veräußern, sondern dort ein Gemeindezentrum entstehen zu lassen.“

Doch nun, wo es einmal so ist, unterstützt Wardecki auch den Investor, bei der zügigen Umsetzung seines Vorhabens, vermittelt zum Beispiel Gewerbetreibende, die Interesse haben, Fläche in dem neuen „Baltic Quartier“ zu mieten. „Jeder, der dort ein Anliegen hat“, so der Bürgermeister, „kann sich gern an mich wenden, ich stelle dann den Kontakt zum Investor her.“

Von Annett Meinke

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