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Nordwestmecklenburg Aus Nachbarn Freunde machen
Lokales Nordwestmecklenburg Aus Nachbarn Freunde machen
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16:40 14.05.2019
Planen das Nachbarschaftsfest am 24. Mai im „Eck“ am Grevesmühlener Bahnhof: Johannes Schürmeyer vom „Eck“, Heidrun Lange vom Behindertenverband Grevesmühlen, Dorina Reschke von der Stadt, Mario Wehr, „Café Kaffeebrenner“ im Bürgerbahnhof und Renate Schürmeyer vom „Eck“. Quelle: Annett Meinke
Grevesmühlen

 Im „Eck“ am Grevesmühlener Bürgerbahnhof laufen derzeit die Vorbereitungen für ein großes Nachbarschaftsfest auf Hochtouren. Am Freitag, den 24. Mai, soll es gefeiert werden, um 15.30 Uhr geht es los. Das Motto lautet: „Aus Nachbarn Freunde machen“. Organisatoren sind die Initiatoren der Nachbarschaftsinitiative „Eck“, – das Künstlerehepaar Renate und Johannes Schürmeyer aus Jeese –, mit Unterstützung durch die Stadt Grevesmühlen, die Kirchengemeinde St. Nikolai, den Behindertenverband der Stadt, den Sportverein Blau-Weiß, den Verein „Stadt ohne Watt“ und Mario Wehr, Betreiber des Cafés „Kaffeebrenner“ im Bürgerbahnhof.

Nicht nur in Grevesmühlen wird am 24. Mai die Nachbarschaft gefeiert, sondern deutschlandweit. Bereits im vergangenen Jahr haben viele tausend Menschen im ganzen Land den Tag des Nachbarn mit einem Fest geehrt.

„Wir feiern in Grevesmühlen diesen Tag zum ersten Mal“, berichtet Renate Schürmeyer. „Wir haben uns einiges ausgedacht und hoffen auf einen schönen Nachmittag und Abend mit vielen Menschen, direkt aus der Nachbarschaft aber auch aus ganz Grevesmühlen und Umgebung.“

Es wird tolle Spiele geben, verriet Johannes Schürmeyer. Dirk Möller vom Sportverein Blau Weiß kümmert sich darum. Ob Federball, Leiter-Golf, Becher-Spiele, Hula-Hoop, – da wartet so einiges auf Nachbarn jeden Alters. Denn wo können sich verschiedene Generationen und Nationalitäten leichter begegnen als im gemeinsamen Spiel. Preise wird es auch zu gewinnen geben, verrät Dorina Reschke von der Stadtverwaltung, „gestiftet vom Verein ’Stadt ohne Watt’“.

Jeder ist mit seinen Ideen willkommen

Dass Kunst und Kreativität an diesem Tag auch eine Rolle spielen werden, gemeinsam gemalt, gebastelt werden kann, versteht sich fast von selbst. Die Idee der Eck-Initiatoren war es von Anfang an, Nachbarschaft und Begegnung mit Kreativität zu verbinden. „Wir sind, was das angeht, auch an diesem Tag für alle, die Ideen haben, was man noch so tun kann, um die Nachbarschaft gemeinsam zu feiern, offen“, unterstreicht Renate Schürmeyer. „Das war und ist unser Prinzip im ’Eck’. Es geht nicht darum, irgendjemanden einfach nur zu bespaßen, sondern darum, dass sich jeder einbringen kann, und darf.“

Startete das Nachbarschaftsprojekt am Bahnhof im Jahr 2017 ursprünglich mit einem klaren Fokus auf die Integration von Geflüchteten in und um Grevesmühlen, geht es mittlerweile im Eck schon lange nicht mehr nur darum. Es geht um Nachbarschaft generell, um das Wiederbeleben von Gemeinschaft aller Grevesmühlener.

Zahlen Asylbewerber

Der Landkreis meldet zum Stichtag 30. April: 361 Personen mit gestatteten Asylanträgen und 142 Personen mit Duldung in gesamt Nordwestmecklenburg. Das sind insgesamt 503 Flüchtlinge, die sich in NWM aufhalten. Im März waren es noch insgesamt 506 Personen.

Die Zahlen der Asylbewerber im Landkreis sinken stetig in den vergangenen Jahren. Dennoch, berichten die Schürmeyers, ist das Eck nach wie vor ein wichtiger Anlaufpunkt für viele Menschen aus Syrien oder Afrika, die in Grevesmühlen geblieben sind. Sie kommen nicht nur um zu malen oder sich anderweitig künstlerisch zu betätigen, oft sind es auch die ganz banalen Dinge des Alltags, in denen sie einander Unterstützung geben oder Beratung durch die Schürmeyers und auch andere Grevesmühlener erfahren, die regelmäßig im Eck vorbeischauen, wie zum Beispiel Heidrun Lange vom Behindertenverband. „Mit diesen oder jenen Bescheiden vom Amt oder mit dem Verstehen von Rechnungen haben ja nicht nur Flüchtlinge so ihre Probleme.“, sagt Heidrun Lange lachend.

Kuchen für die Nachbarn

Ein Nachbarschaftsfest wäre kein Fest ohne Kaffee und Kuchen, so viel ist klar. Auch hier hoffen die Veranstalter auf eine rege Beteiligung ihrer Gäste. „Wir freuen uns über Jeden, der kommt und etwas mitbringt, einen selbst gebackenen Kuchen zum Beispiel, ein paar Getränke oder auch vielleicht auch ein paar belegte Schnittchen“, sagen die Schürmeyers. „Auch was das angeht, sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt.“

Lesung und Konzert zum Abschluss

Im Bürgerbahnhof wird an diesem Tag um 16 Uhr auch eine Lesung stattfinden. Der Gadebuscher Maximilian Kase liest im Saal des Bahnhofs heiter-lyrische Texte aus seinem Gedichtband vor.

Um 19.30 Uhr werden die Berliner Singer-Songwriter Friedrich & Wiesenhütter aus Köpenick, die sich die „ Alltagspoeten“ nennen, auftreten und das Nachbarschaftsfest mit „handgemachter Musik“ abrunden.

Mehr Hintergrundinformationen über das „Eck“ in Grevesmühlen.

Annett Meinke

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