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Nordwestmecklenburg Bei Maxe in Niendorf gibt’s die frischen Brötchen
Lokales Nordwestmecklenburg Bei Maxe in Niendorf gibt’s die frischen Brötchen
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12:02 12.06.2019
Maxes Minishop ist ein „Tante-Emma-Laden“ nach klassischem Vorbild: Hier gibt es von Brötchen über abgepackten Käse, Wurst, Spirituosen, Zeitungen bis hin zum Sonnenhut fast alles.
Maxes Minishop ist ein „Tante-Emma-Laden“ nach klassischem Vorbild: Hier gibt es von Brötchen über abgepackten Käse, Wurst, Spirituosen, Zeitungen bis hin zum Sonnenhut fast alles. Quelle: Annett Meinke
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Niendorf

 Im Sommer kommt Reinhard Riedel auf seinem eigenen Hof in Hoikendorf nicht dazu, allzu viel zu machen. „Das meiste erledige ich im Herbst und Winter“, sagt er, „wenn die Saison auf dem Campingplatz vorbei ist.“

Nur wenige Camper kennen ihn unter seinem richtigen Namen. Bei ihnen heißt er nur Max oder Maxe. So heißt auch sein kleiner Laden, der sich gleich vorne, an der Einfahrt des Campingplatzes, hinter der Schranke, links neben der Anmeldung befindet: Maxes Minishop. Hier gibt es fast alles. Morgens frische Brötchen, – ganz wichtig –, und ansonsten alles, was die Camper noch so gebrauchen können: Käse, Wurst, Spirituosen, Zeitungen, Süßigkeiten, Strandspielzeug, Postkarten, Sonnenhüte. Die Liste könnte man ewig weiterführen. „Manchmal fragen die Leute mich, ob ich ihnen etwas mitbringe, wenn ich für den Laden einkaufe. Sie mögen vielleicht lieber einen ganz speziellen Käse“, sagt Max. „Kein Problem, bring ich dann mit.“

Sind für die Camper in der Saison da – auf dem Campingplatz Niendorf an der Ostsee – Wohlenberger Wiek – v.l. Corinna Andresen vom Empfang, Campingplatzinhaberin Sabine Ehrlich und Reinhard (Maxe) Riedel von Maxes Minishop. Quelle: Annett Meinke

Dass er einmal einen Laden wie diesen betreibt, sagt er, war nicht geplant. Aufgewachsen ist er in Rudolstadt in Thüringen. Nach der Schule hat er Stahlgießer gelernt. „Damals habe ich in der Maxhütte gearbeitet“, erzählt er. „Das Stahl- und Walzwerk in Zwickau kannte in der DDR jeder.“

Aus der Maxhütte an die Ostsee

Bleiben wollte Max in der Maxhütte jedoch nicht, er wollte die Welt sehen, zur See fahren. Was nicht lange gut ging. Von „Staats wegen“, sagt er, „haben sie mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Haben mir mein Seebuch weggenommen.“ Der Grund sei gewesen, dass er sich weigerte, in die Staatspartei SED einzutreten. Maxes Traum von der großen, weiten Welt war jedenfalls ausgeträumt.

Bis zum Mauerfall schlug er sich als Handwerker in Bad Kleinen, Tressow durch, bis auch das aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ging. Als die Mauer weg war, kam ihm die Idee mit dem Laden auf dem Campingplatz. „Ich konnte nicht einfach nur zu Hause sitzen“, sagt er.

Einfahrtsbereich des Campingplatzes in Niendorf an der Wohlenberger Wiek an der Ostsee. Quelle: Annett Meinke

Heute trifft sich vielleicht zwar nicht die „große, weite Welt“ in Maxes Laden, aber immerhin viele Leute, die von ein bisschen oder auch noch ein bisschen weiter weg her kommen.

Max hat so viel Abwechslung während der Campingsaison in Niendorf und muss so viel reden, sagt er, dass er, wenn er frei hat, ganz gerne schweigt. In der Hochsaison öffnet er seinen Minishop morgens um 7 Uhr, Schluss ist nach Bedarf. Manchmal wird es 19, 20 Uhr, manchmal auch später.

Annett Meinke

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