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Nordwestmecklenburg Blumen vom Gedenkkreuz gestohlen
Lokales Nordwestmecklenburg Blumen vom Gedenkkreuz gestohlen
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16:01 23.11.2018
In Grundshagen bei Klütz steht das Gedenkkreuz für Marco Weber aus Elmenhorst (ein Dorf weiter), der im Frühjahr 1993 an dieser Stelle mit dem Motorrad verunglückt ist. Seine Familie schmückt das Kreuz seit 25 Jahren liebevoll mit Blumen. Gerade erst hatte Brigitte Weber zum Andenken ihres Sohnes Rosen mit Tannengrün dort hingelegt. Am Morgen des 23. November mussten sie und ihr Mann Ernst-Klaus entdecken, dass die Blumen einfach gestohlen wurden. Quelle: Annett Meinke
Grundshagen/Elmenhorst

Brigitte Weber aus Elmenhorst kann die Tränen nicht zurückhalten: Irgendjemand hat die Blumen am Gedenkkreuz für ihren Sohn Marco an der Straße von Grundshagen nach Elmenhorst gestohlen. Marco Weber verunglückte im Jahr 1993 dort in einer Kurve. „Als mein Mann und ich heute Morgen zum Einkaufen gefahren sind, haben wir es gesehen.“ Fassungslos fragt Brigitte Weber immer wieder: „Aber wer tut denn so etwas? Warum denn nur? Das ist doch einfach nur ungezogen. Was ist denn bloß mit den Menschen los? Ich kann das alles nicht mehr verstehen. Blumen von Friedhöfen und Gedenkkreuzen klauen – so etwas gab es doch früher nicht?“

Auch wenn der Unfall ihres Sohnes vor 25 Jahren passiert ist – für Brigitte Weber, ihren Mann Ernst-Klaus und die drei Töchter, die in Elmenhorst und Stuttgart leben, ist der Verlust des Sohnes und Bruders ein traumatisches Erlebnis, das das Leben der Familie für immer verändert hat. Seitdem schmücken die Webers das Gedenkkreuz für Marco.

Brigitte Weber erklärt, warum ihrer Familie diese Stelle an der Straße so wichtig ist – warum sie inzwischen das Holzkreuz bereits dreimal erneuert haben, denn Holz verrottet mit der Zeit: „Der Friedhof in Klütz, auf dem sich Marcos Grabstelle befand, war uns nie so wichtig. Es war immer dieser Punkt an der Straße, wo er starb. Und er wird für uns immer wichtig bleiben.“ Inzwischen ist es auch der einzige Punkt, der noch an Marco erinnert. Die Grabstelle auf dem Klützer Friedhof ist nach 20 Jahren bereits abgelaufen.

Marcos Unglück, sagt Brigitte Weber, wurde von einem Auto verursacht, das ihren Sohn blendete, sodass er von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum prallte. „Der Autofahrer ist einfach weitergefahren. Ein Anwohner hat den Knall gehört und ist dann raus gelaufen, hat die Polizei und die Rettungsstelle alarmiert. Sie haben versucht, Marco wiederzubeleben, eine Stunde lang, doch es war umsonst.“

Bisher hat Familie Weber aus Elmenhorst nie schlechte Erfahrungen gemacht, was ihre öffentliche Trauer um Marco anging. „Sogar die Arbeiter der Straßenmeisterei sind immer ganz vorsichtig, wenn sie im Sommer Gras mähen oder im Herbst das Laub entfernen.“, sagt Brigitte Weber. Als in diesem Sommer Leitungen im Graben verlegt wurden, der neben der Straße entlang läuft, nahm einer der Arbeiter das Kreuz und platzierte es vorsichtig etwas weiter oben, erzählt sie dann. „Der junge Mann hat uns sogar noch gefragt, ob das in Ordnung für uns ist.“

Weg die Blumen, die die Familie Weber gerade frisch am Kreuz abgelegt hatte. Quelle: Annett Meinke

Und nun das – irgendein Unbekannter hat, aus welchen Gründen auch immer, die Rosen und das Tannengrün, das die Familie gerade an dem Holzkreuz abgelegt hatte, weil doch nun bald der Advent beginnt, einfach gestohlen. Was immer er damit anfängt, Glück bringt es ihm sicher nicht.

Von Annett Meinke

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