Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Kochmütze für „De oll Dörpschaul“
Lokales Nordwestmecklenburg Kochmütze für „De oll Dörpschaul“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
10:32 02.01.2019
Das Restaurant „De oll Dörpschaul“ in Rosenow hat eine Kochmütze und eine Empfehlung im renommierten Restaurantführer „Gault & Millau“ erhalten. Quelle: Annett Meinke
Anzeige
Rosenow

Wenn das nicht mal eine Nachricht von internationalem Charakter ist – ein kleines Restaurant aus Rosenow bei Lützow (Landkreis Nordwestmeckenburg), mit dem schönen, plattdeutschen Namen „De oll Dörpschaul“ (ein Name, der daraufhin weist, was das Restaurant früher einmal war), hat es in den renommierten Restaurant-Führer Gault & Millau geschafft. Der nach dem Guide Michelin als der einflussreichste Restaurant-Führer französischen Ursprungs gilt.

Inhaberin und Köchin Ute Alm-Linke und ihr Mann Georg können es immer noch nicht recht glauben – obwohl es bereits jeder, der ihr Restaurant betritt, gleich neben der Tür links lesen kann. „Wir haben nicht einmal mitbekommen, wann die Testesser da waren“, sagt Alm-Linke. „Als der Gault & Millau erschien, konnte ich lediglich anhand der Gerichte, die die Testesser beschrieben haben, nachvollziehen, wann sie ungefähr da gewesen sein müssen. Das waren Gerichte aus dem Juni.“ Dass es den Testessern ganz offensichtlich mundete, ist nachzulesen im Gault & Millau – und man kann es auch sehen: 13 von möglichen 19 Punkten und eine der begehrten Kochmützen wurden verliehen.

Ute Alm-Linke, Inhaberin und Köchin in der „Oll Dörpschaul“, von Rosenow wird von ihrem Ehemann Georg unterstützt. Quelle: Annett Meinke

In „De oll Dörpschaul“ ändert sich die immer handgeschriebene Speisekarte monatlich, es wird ausschließlich mit regionalen Produkten gekocht, – und es geht strikt saisonal zu. Dass Nordwestmecklenburg alles bereit hält, was das ganze Jahr über Gaumenfreuden garantiert, davon ist Alm-Linke überzeugt. Die sich, wie es scheint, durch wenig aus der Ruhe bringen lässt, auch nicht von einer Kochmütze im Gault & Millau. „Auf meiner Speisekarte findet jeder etwas, egal, ob Fisch-, Fleischesser, Vegetarier, Veganer oder Rohkostfan.“

Die Kräuter, die die Mecklenburger Köchin, – die im Schweriner Tennemann-Verlag auch ein Buch mit ihren Rezepten veröffentlicht hat –, für ihre saisonale Küche verwendet, stammen alle aus ihrem Wildkräuter- und Bauerngarten, direkt neben dem Restaurant. „Das, was wir im Restaurant anbieten, auch die Getränke, und alles, was wir verarbeiten“, erklärt sie, „kommt ausschließlich hier aus der Region und stammt weitestgehend aus ökologischer Erzeugung.“ Auch wenn sie selbst, wie sie sagt, auf die Bio-Zertifizierung ihres Essens inzwischen wieder verzichtet. „Das war mir einfach zu viel Aufwand, diese Bürokratie. All das, was man da andauernd dokumentieren und nachweisen muss. Das war die Sache nicht wert.“ Also hat die 52-Jährige, die im Vogtland aufwuchs, und 1979 als 13-Jährige nach Schwerin kam, kurzerhand wieder darauf verzichtet. „Wozu brauche ich dieses Zertifikat?“, fragt sie und beantwortet ihre Frage gleich selbst: „Ich brauche es nicht. Ich achte auf gute Produkte, koche saisonal und achtsam, und das Ergebnis spricht für sich.“

Es spricht offenbar so sehr für sich, dass, wer in der „Dörpschaul“ speisen möchte, am besten vorher Plätze reserviert. Zum einen, weil es nur sieben Tische im Gastraum gibt (20 Plätze), – zum anderen, weil nun, nachdem das kleine Restaurant im Gault & Millau auch zu europäischem Ruhm gelangt ist, es sicherlich noch schwieriger wird, die Kochkünste von Ute Alm-Link zu genießen.

Eines gibt es allerdings, was Ute Alm-Link und ihren Mann Georg vielleicht nicht komplett aus der Ruhe bringt, aber dennoch manchmal ärgert: „Das betrifft weniger unsere Stammgäste“, sagt Ute Alm-Link. „Doch manchmal kommen da so Leute vorbei, die einfach verlernt haben, Gäste zu sein. Die nicht verstehen, dass es absolut ernst gemeint ist, wenn wir sagen: ’Keine Handygespräche im Restaurant’. Wir gestatten nicht einmal Handys auf dem Tisch. ’Also ab in die Taschen damit’.“

Wer das, was die „Köksch ut Rosenow“ und ihr Mann von Gästen erwarten, nicht versteht oder akzeptiert, sagt Alm-Linke, der kann auch das Essen, das sie kocht, nicht würdigen. Und wenn so ein Gast dann wegbleibt, dann macht das nicht wirklich etwas.

„De Oll Dörpschaul“

Das Restaurant in Rosenow (bei Lützow!) ist von Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen jeweils von 11 bis 15 Uhr und von 17.30 bis 22 Uhr offen.

Am besten reservieren unter Telefon: 03 88 74 / 22 929 und Mobil: 0171 / 27 25 119. Nach Vorabsprache ist ab 8 Personen auch eine Bewirtung außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

www.restaurant-de-oll-doerpschaul.de

Ute Alm-Linke hat beim Tennemann-Verlag das Buch „De Köksch ut Rosenow“ veröffentlicht. Wer die Rezepte der Köchin, die nun eine Kochmütze des Restaurantführers Gault & Millau besitzt, nachkochen will, kann auch bei der Kochschule in Rosenow mitmachen.

Annett Meinke

Nordwestmecklenburg 357 Teilnehmer beim Neujahrsbaden - Kühles Bad im Märchenkostüm

Mit 357 Badegästen und drei Mitarbeitern der Kurverwaltung wurde der Teilnehmerrekord am Neujahrsbaden in Boltenhagen von 2016 nicht gebrochen. Viele Badende gingen im Märchenkostüm in die Ostsee.

01.01.2019

Neues Jahr, neuer Rekord: Mehr als 300 Teilnehmer waren beim Silvesterlauf in Grevesmühlen am Start bei idealen äußeren Bedingungen.

31.12.2018

Die Stadtmeisterschaft im Fußball in Grevesmühlen hat erneut zu Auseinandersetzungen geführt. Unklar ist, ob Fortuna im kommenden Jahr wieder mit dabei ist.

31.12.2018