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15:05 06.05.2019
Laura Koch, Johannes Walzer und Carmen Wiebrow-Berger aus Selmsdorf – Abonenntin und Mutter vom Dritten im SolaWi-Bunde auf dem Hof in Boienhagen: Lennard Berger. Quelle: Annett Meinke
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Boienhagen

Das erste Gemüse von den Feldern der Jungbauern Johannes Walzer, Laura Koch und Lennard Berger in Boienhagen war am vergangenen Freitag abholbereit, verteilt auf verschiedene Depots, unter anderem auf dem Hof der Jungbauern selbst.

Ich hatte mich für den Hof als Abholort entschieden und fuhr einigermaßen gespannt von der Redaktion aus am Freitagnachmittag darauf zu. Johannes nahm mich in Empfang und assistierte mir beim Einpacken des frischen Pflücksalats, der Radieschen, Salatköpfe, Lauchzwiebeln und der zehn Eier, die pro Woche zu meinem Abo dazu gehören.

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Vom Pflücksalat, zu dem auch diverse Blumenblüten dazugehörten, standen mir 250 Gramm aus der Kiste zu. Ich kann nur sagen – so fit wie die Verkäufer eines gewissen Supermarktes, die in der Werbung immer passgenau abwiegen, war ich nicht. Letztlich, nach mehreren Versuchen, entschied ich mich, der Solidar-Abonnenten-Gemeinschaft acht Gramm zu schenken – ich kam einfach nicht genau auf die 250 Gramm.

Johannes Walzer, Jungbauer und SolaWista (Solidarische Landwirtschaft) und Merle Ibach aus Berlin, die gerade auf dem Hof ihrer Freundin Laura zu Besuch war und ein bisschen mithalf Quelle: Annett Meinke

So wie besprochen, hatte ich mir eigene Baumwollbeutel zum Verstauen des Gemüses mitgebracht. Johannes berichtete lachend, das hatten einige der „Neuen“ vergessen, die trotz Info wohl davon ausgegangen waren: ranfahren, fertig gepackte Kiste einladen, wegfahren. Johannes nahm es locker: „Übung macht den Meister.“

Andere hatten, so wie ich auch, die Lesebrille vergessen und konnten daher die Liste, die neben den Kisten in dem Nebengelass des Hofes auslag, wo sich das Depot befindet, auf der steht, wer sich wie viel von was nehmen kann, nicht lesen. Ich hätte natürlich schnell zum Auto am Eingang des Hofes flitzen können – doch dieses Mal unterstützten mich die Jungbauern noch und erklärten dabei alles.

Am meisten berührte mich vielleicht das Einpacken der Eier – aus mehreren Gründen. Zum einen, weil ich die Hühner danach besuchen konnte, die noch ein bisschen scheu sind, weil sie noch nicht solange auf dem Hof leben, und sich daher meist noch unter ihrem hübschen großen, verschiebbaren Stall versteckten, – obwohl sie ein großes, umzäuntes Feld voll mit frischem, grünen Futter haben. Zum anderen weil ich mich in diesem Moment daran erinnerte, dass Eier eigentlich genau so aussahen früher – die Eier der Hühner meiner Großmutter und Urgroßmutter. Manche kleiner, manche größer, mit ein bisschen Hühnerkot dran – deren Eidotter so gelb wie die Sonne sind – und das ganz ohne irgendwelche Zusätze im Futter.

Frische Eier aus Boienhagen Quelle: Annett Meinke

Als ich sie am Abend aß – ich kann nur sagen: Genuss pur. Auch hier kamen Erinnerungen hoch. Ja, so haben Eier schon mal geschmeckt. Beim ersten frischen Salat zu Pasta mit Lauchzwiebeln, Schweinefilet und Pesto dachte ich an die Felder, auf denen der Salat gewachsen sind. Die ich natürlich auch besucht habe, bevor ich Richtung Heimatdorf fuhr.

Ich kann nur sagen – ein ziemlich gutes Gefühl mit dabei zu sein. Einen von den zwei Kopfsalaten gab ich meinen Eltern.

Übrigens – die sensationellen Eier kann man auch als Nicht-Abo-Inhaber genießen – sie werden auch ab Hof verkauft bei den SolaWistas in Boienhagen

Annett Meinke

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