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Nordwestmecklenburg Grevesmühlen wird „smart city“
Lokales Nordwestmecklenburg Grevesmühlen wird „smart city“
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19:30 19.02.2020
Katy Jurkschat und Steffen Weihe von den Grevesmühlener Stadtwerken sind für das Projekt „Digitale Stadt Grevesmühlen“ verantwortlich. Quelle: Annett Meinke
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Grevesmühlen

Seitdem Grevesmühlen Modell-Kommune für die Umsetzung digitaler Ideen wurde und vom Bundesinnenministerium viel Geld dafür erhält, – um die 700 000 Euro –, hört man immer wieder von der „smarten oder digitalen Stadt Grevesmühlen“. Doch manche der Einheimischen können sich darunter bisher wenig vorstellen.

Katy Jurkschat und Steffen Weihe von den Grevesmühlener Stadtwerken, – ein Unternehmen der Stadt –, können da ein wenig Klarheit schaffen. „Das Projekt ’digitale Stadt’ soll Grevesmühlener jeden Alters und auch Touristen aller Generationen ansprechen“, sagt Katy Jurkschat. Demnächst soll sie als Geschäftsführerin der „Digitale Stadt Grevesmühlen GmbH“ fungieren. Steffen Weihe wird Projektmanager in diesem Tochterunternehmen der Stadtwerke, das sich derzeit in Gründung befindet.

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Der Beschluss zur Gründung des Unternehmens wurde Anfang Februar von den Grevesmühlener Stadtvertretern gefasst.

Die Stadtwerke Grevesmühlen sind ein kommunales Unternehmen. Quelle: Annett Meinke

Internetportal als Schaltstelle

„Eine wichtige Rolle spielt das InternetportalGrevesmühlen erleben’“, erklärt Steffen Weihe. Diese Internetseite ist bereits in Betrieb und nicht nur einfach eine Ergänzung zur offiziellen Internetseite der Stadtverwaltung. Beide Internetseiten, so Jurkschat, sollen einander ergänzen. Auch die Stadtverwaltungs-Seite wird überarbeitet. Sie wird vor allen Dingen den kommunalpolitischen Inhalte repräsentieren. Das InternetportalGrevesmühlen erleben’ hingegen soll die digitale Welt und das analoge Grevesmühlen sinnvoll zusammenführen.

Screenshot der offiziellen Stadt-Webseite von Grevesmühlen, die im Rahmen des Projektes „Digitale Stadt“ überarbeitet werden soll. Quelle: Annett Meinke

Bereits jetzt können Einheimische und Touristen auf dem Portal agieren, – vom Computer zu Hause aus, ebenso wie vom Smartphone von unterwegs. Sie können zum Beispiel nach bestimmten Dienstleistungen suchen, oder nach bestimmten Geschäften, die es in der Stadt gibt, können nicht nur Öffnungszeiten herausbekommen, sondern über eine Weiterleitung auf die Internetseiten von Händlern, aber auch öffentlichen Einrichtungen weiterführende Informationen erhalten. Zudem gibt es bereits eine interaktive Karte, die die Wege, die von A nach B führen, anzeigt. Auch Veranstaltungen und lokale News sind dort zu finden.

Das, was bereits auf dem Portal passiert, ist bisher nur die Basis dessen, was noch kommen soll, erklärt Projektmanager Weihe. In den nächsten fünf Jahren werden die Angebote nach und nach erweitert werden. Wie das digitale Angebot das analoge Angebot in Grevesmühlen stärken soll, erläutert Weihe am Beispiel der Interaktiven Karte, bei der man zum Beispiel in der Suchleiste einen Begriff eingeben kann, wie: Milch. Die Karte zeigt an, wo es Milch gibt, ob der Laden gerade geöffnet hat oder nicht, und auch wie man von seinem gegenwärtigen Standort aus, per Navigation dorthin kommt. Interessant zum Beispiel für Touristen, die sich selbst versorgen.

Doch auch für Einheimische, erklärt Weihe, ist das Portal bereits nützlich. „Viele Menschen, die eine Zeit lang ausschließlich digital bestellten und einkauften, verändern gerade ihre Vorgehensweise.“, so Weihe. „Sie schauen auf der Webseite eines örtlichen Unternehmens nach, ob es das gibt, was sie haben wollen und gehen dann zum einheimischen Händler direkt hin, um es hier zu kaufen.“

Das ist ein Trend, den das neue Online-Portal der Stadt stärken will. „Digital suchen, analog kaufen“, – so könnte man also das Motto, auf die Unternehmen in der Stadt bezogen, umschreiben. „Es gibt alles, was man braucht in Grevesmühlen“, ist Steffen Weihe überzeugt. „Man muss es nur finden.“

Screenshot vom interaktiven Web-Portal „Grevesmühlen erleben“. Quelle: Annett Meinke

Mut zur Zukunftsmusik

Wo sich das digitale Portal für Grevesmühlen in der Zukunft hinbewegt, so Weihe und Jurkschat, gilt es in den kommenden Jahren herauszufinden. „Auch wenn möglicherweise das, was Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler kürzlich von einem in fünf Jahren bereits durch Grevesmühlen autonom fahrenden Bus erzählte, der per App gerufen werden kann, für viele Grevesmühlener noch als unwahrscheinliche Zukunftsmusik klingt.“, wie Katy Jurkschat sagt.

Es könnte jedenfalls gut möglich sein, ist Weihe überzeugt, dass auch Einheimische sich in ein paar Jahren gar nicht mehr vorstellen können, nicht auf eine App zu schauen und zu wissen, dass der Stadtbus in zehn Minuten an der ihrem Haus nächsten Haltestelle sein wird. Sie werden sich schnell den Mantel anziehen und den Einkaufsbeutel schnappen und losgehen, – rechtzeitig, bevor der Bus da ist und nicht zu früh, um vom vielleicht gerade pladdernden Regen nicht durchnässt zu werden.

Und so geht es smart weiter

In Grevesmühlen kümmert sich innerhalb der Stadtvertretung die Arbeitsgruppe „Digitale Stadt“ und demnächst die „Digitale Stadt GmbH“ um die Umsetzung digitaler Strategien. Vorschläge und Anregungen, sowie Kritik von Bürgern heißt es, sind jederzeit willkommen.

Der vorläufige Plan zum Ausbau der digitalen Angebote über das InternetportalGrevesmühlen erleben“ für dieses Jahr sieht derzeit so aus:Aufbau Veranstaltungsservice, Einrichtung Nachrichtenportal, Implementierung Grevesmühlen TV, Erstellung einer Grevesmühlen-erleben-App, Gesunde Stadt-Projekt, Projektbewertungsmodul, Historische Sehenswürdigkeiten, Öffentlicher Nahverkehr, Parkplatzanzeige, Gewerbegebiet Ost, Bürgerportal

Von Jobportal bis Nachbarschaftshilfe

Angedacht ist auch ein Jobportal für das Handwerk der Region. „Handwerksbetriebe haben oft zwar keinen Mangel an Aufträgen, suchen dafür aber händeringend nach Personal“, sagt Steffen Weihe. „Wenn wir da ein Netzwerk etablieren, nützt das allen Bürgern.“ Es könnten, so Katy Jurkschat, vielleicht auch nachbarschaftliche Hilfen über dieses Portal laufen. Dass man dort zum Beispiel Jemanden suchen und auch finden kann, der einem beim Einkaufen oder Saubermachen hilft.

Vielleicht wird es irgendwann auch möglich sein, auf diesem Portal oder auch auf der offiziellen Webseite der Stadtverwaltung per App zu melden, wenn irgendwo eine Straßenlaterne kaputt ist oder eine Bank zerstört wurde.

Mehr über das Projekt Digitale Stadt Grevesmühlen lesen Sie hier:

Von Annett Meinke

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