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Nordwestmecklenburg Pferdewettrennen in Greschendorf
Lokales Nordwestmecklenburg Pferdewettrennen in Greschendorf
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18:00 12.09.2019
Die Büdnerei 1 der Familie Bulz in Neu Greschendorf. Quelle: Manfred Rohde
Greschendorf

Manfred Rohde, gebürtiger Grevesmühlener und ehemaliger Schlossherr von Kalkhorst, hat bereits mehrere Bücher geschrieben. Aktuell arbeitet er jetzt an einer Chronik über Greschendorf.

Manfred Rohde aus Grevesmühlen arbeitet an einer Chronik über Greschendorf. Für das Buch benötigt er noch weitere historische Informationen und Bilder.

Chronist bittet um Unterstützung

Um die Chronik über Greschendorf möglichst lebendig zu machen, hofft Manfred Rohde auf die Zuarbeit der Greschendorfer. Wer von ihnen Fotos, Dokumente oder Informationen über eines der beiden Dörfer hat, kann gerne Kontakt zu ihm aufnehmen.

Erreichbar ist Manfred Rohde unter Tel. 038 81 / 75 66 874 oder per E-Mail: mm-rohde@t-online.de. Auch Bestellungen der Chronik über Greschendorf, die aktuell 150 Seiten stark ist und im Dezember erscheinen soll, nimmt er bereits jetzt entgegen.

Selbst hätte der Autor wohl nicht darüber nachgedacht, eine Chronik über diesen zwischen Mallentin und Roggenstorf liegenden Ort zu schreiben. Die Anregung kam von einer Lübeckerin, die nach der Wiedervereinigung gemeinsam mit ihrem Mann eine ehemalige Büdnerei in Neu Greschendorf erwarb und komplett neu aufbaute. Sie nahm Kontakt zu Rohde auf, der den Gedanken einer Chronik aufgriff und vor anderthalb Jahren mit seinen Recherchen begann. Die Arbeit ruhte danach, da der Autor mit der Chronik über die Stadt Klütz beschäftigt war, die 2020 anlässlich der 790-jährigen Ersterwähnung erscheinen soll.

Politisch getrennte Dörfer

Aus den Augen verlor Rohde Greschendorf aber nicht. Seit etwa einem Vierteljahr setzt er sich intensiv mit der Geschichte der Dörfer Alt und Neu Greschendorf auseinander. Beide gehören zur Kirchengemeinde St. Johannis Roggenstorf, politisch sind sie voneinander getrennt. Alt Greschendorf ist ein Ort der Gemeinde Roggenstorf, während Neu Greschendorf Teil der Gemeinde Stepenitztal ist, so Manfred Rohde.

Pferderennen in den 1920er-Jahren

Mehrfach hatte er sich in den vergangenen Wochen in das Landeshauptarchiv nach Schwerin begeben. Die Forschungen dort haben einiges zutage gebracht, was auch Rohde überraschte und in Erstaunen versetzte. So fanden hier zum Beispiel in den 1920er-Jahren sogar Pferderennen auf einer von Friedrich Henckel hergerichteten Rennbahn statt. Der Landwirt hatte 1921 seinen Hof in Bad Bramstedt gegen die Bauerngüter Nummer eins und drei in Greschendorf getauscht und züchtete selbst Rasserennpferde, wie Rohde herausfand. Nach der Insolvenz von Henckel, der für einige Zeit auch Dorfschulze (heute Bürgermeister, d. Red.) war, endete dieses Kapitel.

100 Jahre eigene Schule

Von weitaus längerer Dauer war dagegen die Schule in Neu Greschendorf. Von 1824 bis 1925 wurden hier die Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren unterrichtet. Ihnen wollte man den beschwerlichen Weg zur Küsterschule nach Roggenstorf ersparen. Adolf und Luise Oppermann waren die letzten Lehrer an dieser Schule, wo es sehr häufig einen Lehrerwechsel gab. So ergaben Rohdes Recherchen, dass in den gut 100 Jahren insgesamt 23 Lehrer kamen und gingen. Ursache dafür waren, so Rohde, die schlechten Wohn- und Arbeitsbedingungen.

Ritter von Quitzow waren erste Besitzer

Als eine weitere Besonderheit für Greschendorf nennt der Autor die häufigen Veränderungen der Grundstücksverhältnisse. Sie waren historisch bedingt. Nach der ersten urkundlichen Erwähnung 1402 waren die berüchtigten Ritter von Quitzow, die in die Geschichte als Raubritter eingingen, die ersten Besitzer gewesen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ging Greschendorf in großherzöglichen Besitz über. Die Bauern wurden jetzt zu Pächtern des Großherzogs. Nach der Aufhebung der Leibeigenschaft waren 1821 sechs Büdnereien in Greschendorf abgesteckt worden. Daraus entwickelte sich nach und nach das Dorf Neu Greschendorf, während im anderen Teil die Bauern lebten. Überliefert ist, dass 1823 in Neu Greschendorf bereits 39 Einwohner lebten, Greschendorf (heute Alt Greschendorf) zählte 44 Einwohner.

Unfall mit Wetterballon

Manfred Rohde hat darüber hinaus noch einiges an interessanten Daten und Fakten über die Geschichte von Greschendorf zusammengetragen. Dazu gehört auch ein besonders tragischer Fall vom 30. Mai 1941. Ein aus Litauen umgesiedelter Landwirt starb infolge eines Stromschlags, nachdem ein Wetterballon die Leitung beschädigt hatte.

Artikel über Manfred Rohdes Chronistenarbeit:

Manfred Rohde beschreibt 790 Jahre in Klütz

Zwei neue Chroniken in Arbeit

Die Vergangenheit von sieben Dörfern

Neue Chronik für Schwansee

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Von Dirk Hoffmann

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