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Nordwestmecklenburg Neue Stipendiaten auf Schloss Plüschow
Lokales Nordwestmecklenburg Neue Stipendiaten auf Schloss Plüschow
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09:35 25.10.2019
Künstlerhausleiterin Miro Zahra (M.) mit vier der insgesamt fünf diesjährigen Herbst-Kunststipendiaten auf Schloss Plüschow: (v.l.) Dana Engfer und Robert Czolkoß aus Deutschland, Guillaume Durrien (Frankreich)und Heekeun Kim (Südkorea). Zurzeit werden im Schloss die Fenster ausgetauscht. Quelle: Annett Meinke
Plüschow

Sie sind Künstler, – einige fertig mit dem Kunststudium, andere studieren noch –, sie verstehen sich und haben kein Problem mit der Baustellenatmosphäre, die aufgrund des derzeitigen Fensteraustauschs auf Schloss Plüschow, der zum Teil auch ihre Ateliers betrifft, entsteht.

Noch bis Ende Dezember bilden Heekeun Kim und Hyunjeong Ko aus Südkorea, Guillaume Durrien, – der aus Toulouse stammt, jetzt aber in Paris lebt –, Dana Engfer aus Berlin und Robert Czolkoß, – ursprünglich auch Berliner, lebt aufgrund seines Kunststudiums in Dresden –, eine Schloss-Wohngemeinschaft. Die fünf sind die diesjährigen Kunststipendiaten des Mecklenburgischen Künstlerhauses Schloss Plüschow.

Internationale Künstler im Mecklenburgischen Künstlerhaus

Entwicklung zulassen

So unterschiedlich die künstlerischen Ansätze und Ideen sind, mit denen die Stipendiaten nach Nordwestmecklenburg kamen, alle schätzen die Arbeitsbedingungen in Plüschow. „Anders als in Berlin, wo immer so viel passiert, so dass ich meist bemüht bin, ein Werk immer schnell fertig werden zu lassen, weil am nächsten Tag schon wieder ein neues entstehen könnte,“, sagt Dana Engfer, „kann ich hier auch mal eine langsame Entwicklung zulassen.“ Eine Aussage, die ein wenig amüsiert, angesichts der vielen bereits vorhandenen Resultate, die seit Anfang Oktober bereits in Engfers Atelier entstanden sind.

Die Collagen der gebürtigen Stuttgarterin könnte man als eine sanfte Vereinigung von Vergangenheit, Gegenwart und konkret fühlbarer Zukunft interpretieren: Da sind einerseits die Fragmente von Fotos, – die dem Buch „Guglielmo Plüschow (1852 bis 1930) – Ein Photograph aus Mecklenburg in Italien“ entstammen –, die mit den von Engfers in Plüschow hinzugefügten pastellig und zart wirkenden Zeichnungen und mit Bildunterschriften aus einem Buch über Island, in das die junge Künstlerin demnächst reisen wird, komplettiert wurden.

Tag der Offenen Tür

Tag der Offenen Tür auf Schloss Plüschow: Samstag, 23. November, in der Zeit von 15 – 18 Uhr.

Die Stipendiaten des Künstlerhauses öffnen ihre Ateliers und geben Einblick in ihre Arbeit.

15 Uhr Begrüßung durch Miro Zahra, Leiterin des Künstlerhauses, anschließend Führung durch die Ateliers

18 Uhr Party mit variablem Musikprogramm, Ende offen.

Konzert im Dezember

Minimalistisch und konstruktivistisch wirken hingegen die Arbeiten des jungen Franzosen Guillaume Durrien. Geometrische Figuren erzeugen Muster, von denen Durrien die Gegenwart geprägt sieht. Zudem arbeitet der ursprünglich aus Toulouse stammende Künstler an einer Klanginstallation. Es wird im Dezember ein Konzert auf Schloss Plüschow geben, zu dem ein Freund von Durrien anreisen wird, mit dem der Künstler seit Jahren gemeinsam musiziert. Termin wird noch bekannt gegeben.

Eine weitere Besonderheit wird Durriens Aufenthalt in Plüschow mit sich bringen. Mit Genehmigung der Leitung des Künstlerhauses wird er eines seiner Werke direkt auf der Wand des Ateliers aufbringen. Zu besichtigen wird dieses Werk unter anderem am 23. November sein. An diesem Tag werden alle Stipendiaten ihre Ateliers öffnen und mit Besuchern ins Gespräch kommen.

Arbeiten mit Raum und Zeit

Interessant dürfte sein, wie Besucher auf die Arbeit der Südkoreanerin Heekeun Kim reagieren. Auch sie arbeitet mit dem Raum direkt und doch auf ganz andere Weise, als der Franzose. Linien auf dem Parkett ihres Ateliers stellen Verbindungen zwischen Zeit und Raum her. „Ich habe im Parkett acht Paare jeweils gleicher Bohlen gefunden“, erklärt sie. Bretter also, die vermutlich von demselben Baum stammen. Die Verbindung dieser Paare, in Beziehung zu den Sichtachsen, die unter anderem zwischen Fenstern und Türen stehen, eröffnen transparente Räume hinter den Räumen.

Auch der zurzeit in Dresden lebende Kunststudent Robert Czolkoß lässt sich von der Größe seines Plüschower Ateliers in der Dimension seiner Arbeiten mit Holz und anderen Materialien beeinflussen. Czolkoß, der in Berlin-Marzahn aufgewachsen ist und sich als Kind von den Ausdrucksformen der DDR-Kunst am Bau inspiriert fühlte, brauchte, wie er sagte: „Erst einmal ein wenig Zeit, Rückzug, um ganz hier anzukommen.“ Zumal er auch aufgrund der Bauarbeiten, die in dem für ihn gedachten Atelier stattfanden, erst eine Woche später als die anderen Künstler anreisen konnte.

Czolkoß studiert Malerei, bildnerisches Gestalten und Bildforschung. Er befindet sich im fünften Studienjahr an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und ist Schüler des Künstlerprofessors Ralph Kerbach.

Auch die Südkoreanerin Hyunjeong Ko bezieht den Raum in ihrem Plüschower Atelier in ihre Installationen mit ein. Sie beschäftigt sich mit Licht, Klang, verschiedenen Objekten und einem Motor. Verschiedene Materialien werden so zusammengebaut, dass sie in einer künstlerischen Zusammenstellung in Bewegung geraten, zum Teil auch mithilfe eines Motors.

Von Annett Meinke

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