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Lokales Nordwestmecklenburg Ansprechpartner für „grüne“ Themen
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17:33 08.02.2019
Sören Fenner (51) - kandidiert zum ersten Mal für die Grünen als Stadtvertreter in Dassow. Der Schauspieler und Online-Theaterjobbörse-Betreiber (Theapolis) wohnt seit 2013 in Feldhusen. Hier im Gehege der Kaschmir-Ziegen seiner Nachbarin in Feldhusen, auf die Fenner und seine Lebensgefährtin Nicole König ab und an aufpassen. Quelle: Annett Meinke
Feldhusen

Wie es aussieht, gehen die Grünen bei der kommenden Kommunalwahl in Nordwestmecklenburg in die Offensive. Vielleicht wollen sie vom Aufschwung profitieren, der für ihre Partei momentan bundesweit zu spüren ist – auch wenn im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern derzeit keine Grünen vertreten sind. Im Landkreis hat die Partei Zuwachs erhalten. Im Mai werden Kandidaten antreten, die hier zuvor kommunalpolitisch noch nicht explizit in Erscheinung traten. Zu ihnen gehört unter anderem der Schauspieler und Gründer der Online-Theaterjobbörse Theapolis, Sören Fenner (51).

Fenner, der mecklenburgische Vorfahren hat (seine Vorfahren kamen aus Waren/Müritz), wuchs in Lübeck auf, lebte lange Zeit in Hamburg, bevor es ihn und seine Lebensgefährtin Nicole König (48) im Jahr 2013 nach Feldhusen bei Dassow zog. Seit 2017 bereits ist der Theatermann Mitglied bei den Grünen. Nun kandidiert er für die Stadtvertretung in Dassow. Warum jetzt trotz zeitintensiven Jobs?

Er steht für die Umwelt ein

Er lacht, wenn man ihm diese Frage stellt und überlegt dann einen Moment. „Ich habe ein gutes Team, was meine Firma angeht und bin damit in der komfortablen Lage, mir meine Zeit selbst einzuteilen. Insofern schon die optimale Voraussetzung für ein politisches Amt“, sagt er. Doch der eigentliche Grund, warum er sich kommunalpolitisch engagieren will, setzt er nach, „ist, dass ich das Gefühl habe, dem Populismus in dieser Zeit aktiv etwas entgegensetzen zu müssen. Ich will für die Themen, die mir wichtig sind, einstehen und Möglichkeiten der Einflussnahme wahrnehmen.“ Wofür er einsteht und seinen Einfluss geltend machen will, das sind nun einmal, sagt er, „grüne Themen“. Fenner will nicht mehr und nicht weniger als „für die Dassower Bürger der Ansprechpartner für diese grünen Themen sein.“

„In der Stadtvertretung“, sagt Fenner, der schon bei einigen Stadtvertretersitzungen in Dassow zugehört hat, „geht es um drei große Themen – um die Stadt im Ortskern, die intensive landwirtschaftliche Nutzung der Flächen im Gebiet und auch um den Tourismus, der zur Stadt und ihrem Umfeld gehört.“ Fenner sieht es als Herausforderung, alle drei Sachgebiete unter einen Hut zu bekommen. Dabei betrachtet er sich als jemanden, der „guten Argumenten gegenüber zugänglich ist“, ebenso aber auch sicher weiß, dass er selbst gute Argumente auf den Tisch bringen kann.

Ein Ziel: Pflanzung von 50 Kilometern Hecke

Sollte er im Mai in die Dassower Stadtvertretung gewählt werden, sagt Fenner, gebe es zwei Ziele, die er in der nächsten Legislaturperiode gern erreichen würde. Beide Anliegen umzusetzen, wird in gewisser Hinsicht eine sportliche Herausforderung, denn, wie Fenner weiß, „werden sicherlich viele Argumente dagegen zur Sprache kommen.“ Im Fall seines Vorhabens, 50 Kilometer neue Feldhecken in Dassows Umgebung anpflanzen zu lassen, sagt er, „wird es wieder um die Finanzen gehen.“

Feldhecken sind dringend notwendig, so Fenner, nicht nur für die Artenvielfalt, für Insekten, Vögel, Kleintiere, die darin Schutz suchen. „Feldhecken, die es früher gab, die im Zuge der immer extensiveren und gleichzeitig intensiveren Landnutzung nach und nach verschwanden, sind nicht nur aus Umweltgründen wichtig, auch aus touristischer Sicht – als Lärmschutz zum Beispiel oder zum Schutz vor zu intensiven landwirtschaftlichen Gerüchen, an denen sich Urlauber stören.“ Auch das Aufstellen von Schneezäunen würde auf diese Weise wegfallen. „Es zieht Touristen wegen der Natur in diese Gegend, weil hier Naturschutz bereits eine besondere Rolle spielt mit dem Naturschutzgebiet zwischen Priwall und Barendorf und dem Ostsee-Wanderweg“, unterstreicht Fenner.

Kooperation über Ländergrenzen hinweg

Was das andere Ziel des grünen Theatermannes angeht – die Verbindung von Dassow und Travemünde über den Öffentlichen Nahverkehr – wird es wohl eher um die Überwindung von Ländergrenzen und eine Kooperation zwischen Nahverkehrsbetrieben gehen. „Es muss doch möglich sein, diese Lücke zu schließen. Diese wenigen Kilometer vom Priwall nach Travemünde hin zu überbrücken, mit einer Haltestelle, an der sowohl Nahbus wie auch der Stadtverkehr Lübeck halten. Ich bin sicher, das würden viele Menschen aus der Region dankbar annehmen, Einheimische und Touristen.“

Wenn er im Mai tatsächlich gewählt werden sollte, sagt er noch und lacht dabei wieder, müsse sich niemand Sorgen machen, dass da ein „Besserwessi“ in der Stadtverwaltung auftaucht. „Ich habe Erfahrung im Umgang mit der Politik und Fördergeldern, bezogen auf Projekte, die wir in Hamburg in der Theaterszene umgesetzt haben, aber ich bin mir dessen bewusst, dass ich ein kommunalpolitischer Anfänger bin. Ich will mir selbst Zeit geben, zu lernen, wie man Kommunalpolitik betreibt, will gut zuhören und versuchen, zu verstehen.“

Annett Meinke

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