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Nordwestmecklenburg Wer steckt hinter den Masken?
Lokales Nordwestmecklenburg Wer steckt hinter den Masken?
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11:42 02.08.2019
Einige Grevesmühlener dürften die Beiden hinter den Masken kennen. Quelle: Annett Meinke
Grevesmühlen

 Die Grevesmühlener Pastorin Maria Harder schätzt übermäßiges öffentliches Interesse an ihrer Person nicht. Nichtsdestotrotz wird an dieser Stelle von der Kirchenfrau und einem ihrer der Allgemeinheit bisher verborgenen Talente die Rede sein müssen.

Es offenbarte sich während der Sommerakademie des Nachbarschaftstreffs „Das Eck“ am Grevesmühlener Bürgerbahnhof. Dort boten in den Sommerferien verschiedene Künstler Workshops, unter anderem für Ferienkinder an. Zu dieser Gelegenheit offenbarte auch die Pastorin der St. Nikolai-Kirchengemeinde ihre bislang versteckte Künstlerseele und lud in der vierten und fünften Ferienwoche zu einem Kurs im Maskenbau.

Pastorin Maria Harder und Eck-Mitinitiator Johannes Schürmeyer. Quelle: Annett Meinke

Wo sie das Bauen von Masken erlernte, verriet sie zumindest bereitwillig: „Ich habe mich früher für das Theater interessiert und mich unter anderem während einer Theaterausbildung mit der Herstellung von Masken beschäftigt.“

Persona ist häufig auch Maske

Dass die Maske in Verbindung mit dem lateinischen Wort „persona“ oder dem griechischen Wort „prosopon“ steht, erklärte die Pastorin auch noch. „In der Psychologie spricht man von der ’Persona’, die eine nach außen gerichtete Erscheinung zeigt. Was häufig auch eine Maske sein kann.“ Bereits in der Antike, so Harder weiter, bezogen sich die Worte „persona“ und „prosopon“ auch auf die Masken der Schauspieler oder auf die Rollen. Ebenso stände auch das lateinische Wort „personare“, – das so viel wie „etwas durch etwas Hindurchtönen oder hindurchklingen lassen“ bedeute –, in Beziehung zum Phänomen Maske.

Wer sich bei Betrachtung der linken Maske des Bildes fragt, – und damit kommt die Auflösung des Bildes, es ist die Pastorin, die dahintersteckt, – was bei ihr denn da hindurchtönt, sei beruhigt: Kein Antichrist, auch kein Dämon, einfach nur das ganz normale „Hell und Dunkel“ des Lebens, auf lächelnde Weise präsentiert. Rechts neben Harder steht die maskierte Eck-Mitinitiatorin Renate Schürmeyer.

Masken, die mit Gipsabdruck von Gesichtern der Kursteilnehmer, entstanden. Quelle: Annett Meinke

„Eck“ wurde erneut für Preis nominiert

Mit der Resonanz auf die Sommerakademie ist man im Nachbarschaftstreff mehr als zufrieden. Einige der Werke, die unter Anleitung des Bildhauers Claus Görtz aus Schattin entstanden –, der seine Kursteilnehmer im Schweißen und Gestalten mit Alteisen und Schrott anleitete –, sind jetzt im Garten und am Haus, in dem sich „Das Eck“ befindet, zu besichtigen.

Alexander Trautmann (15, v.l.) und John Lucas Lenz (17) neben dem Kunstwerk, an dem sie unter Anleitung des Schattiner Künstlers Claus Görtz während der Grevesmühlener Sommerakademie im „Das Eck“ gearbeitet haben. Quelle: Annett

Auch die Vorsitzende des Grevesmühlener Behindertenvereins Heidrun Lange, die im Bürgerbahnhof Acrylmalerei angeboten hatte, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf ihres Kurses. „Es sind überaus farbenfrohe Werke entstanden, in Einzel- aber auch in Gruppenarbeit.“ Auch diese Bilder zieren jetzt die Wände des Nachbarschaftstreffs und künden Eintretenden davon, dass „Das Eck“ in den zwei Jahren seiner Existenz tatsächlich zu einem Ort der Begegnung geworden ist, den immer mehr Menschen aus Grevesmühlen und Umgebung gern und regelmäßig aufsuchen. Wo man sich begegnet, einen Schnack hält, Kaffee trinkt und ganz ohne Druck auch noch kreativ werden kann.

Das Grevesmühlener Nachbarschaftsprojekt wurde für den Publikumspreis des Engagementpreises Mecklenburg-Vorpommern 2019 nominiert. Die Abstimmung im Internet läuft noch bis zum 18. August.

Zur Abstimmung für das Eck: Ehrenamtsstiftung MV

David gegen Goliath

„Vor zwei Jahren, als wir mithilfe der Stadt, die uns diesen Ort zur Verfügung stellte, anfingen“, sagt Johannes Schürmeyer, „sind wir eigentlich ein bisschen wie David gegen Goliath in den Kampf gezogen. Unser Ziel ist die Art von Begegnung, die zwischen Menschen eben nur im Analogen stattfinden kann, im Gegensatz zur allgemeinen Richtung der Welt, die gerade immer mehr Bereiche des Lebens ins Digitale verlegt.“

Dass David auch heute noch gegen Goliath eine Chance zu haben scheint, davon zeugen unter anderem Grevesmühlener, wie Gertrud Lüdemann, die „Das Eck“ zu Pfingsten an „Kunst offen“ entdeckte und seitdem regelmäßig kommt, oder auch Helga Kaatz, die am Ploggenseering wohnt und zu den Stammbesuchern gehört.

Gertrud Lüdemann aus Grevesmühlen hat „Das Eck“ am Bürgerbahnhof bei „Kunst offen“ in diesem Jahr entdeckt und kommt seitdem regelmäßig vorbei. Quelle: Annett Meinke

Bernstein bearbeiten in der letzten Ferienwoche

Wer auf Bernstein und die Arbeit damit steht, sollte in der letzten Ferienwoche „Das Eck“ besuchen. Der Edelstein der Meere wird im letzten Kurs der Sommerakademie zum Schmuckstück verwandelt. Schmuckdesignerin Annett Oberländer steht hierbei mit Rat und Tat zur Seite.

Mehr zur Arbeit des „Ecks“ in Grevesmühlen.

Annett Meinke

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