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Ostholstein So war die Lange Nacht der Volkshochschulen in Ostholstein
Lokales Ostholstein So war die Lange Nacht der Volkshochschulen in Ostholstein
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18:06 23.09.2019
Brigitta Raupach ist Kursleiterin für Ausdrucksmalerei auf Fehmarn. „Bei mir sollen die Teilnehmer auch mal kleckern und drüber malen dürfen“, sagt die 66-Jährige. Quelle: Saskia Bücker
Eutin

Im Turbo-Durchgang VHS-Kurse besuchen, das konnten die Gäste der Langen Nacht der Volkshochschulen am Freitagabend in Eutin. Trommeln, Yoga, Ausdrucksmalen: In halbstündigen Kurz-Workshops verdeutlichten die Kursleiter, wie breit die Erwachsenenbildung in Ostholstein aufgestellt ist.

100 Jahre gibt es in Deutschland Volkshochschulen. Auch in Ostholstein bieten Kursleiter ein vielfältiges Programm. Sehen Sie hier einige Angebote in Bildern.

Brigitta Raupach bot zum Beispiel Kurse für Ausdrucksmalerei auf Fehmarn an. „Bei mir sollen die Teilnehmer auch mal kleckern und drüber malen dürfen“, sagt die 66-Jährige. Jörg Weber, Bürgermeister von Fehmarn, probierte das beim VHS-Jubiläum in den Eutiner Räumlichkeiten gleich einmal aus – und malte die Fehmarnsundbrücke mit Riesenherz im Hintergrund. Währenddessen aus dem Garten zu hören: Die Eutiner Kursleiterin Uta Runke, die mit der Teilnehmerin Beate Schrader afrikanische Trommelrhythmen darbot.

Geburt der VHS in der Weimarer Verfassung

Entspannungstechniken lehrt Astrid Werner, ein altbekanntes Gesicht an der Eutiner VHS. Seit 24 Jahren unterrichtet sie dort Kundalini-Yoga. „Dabei wird das Gehirn auf die Spur gebracht“, sagt die 62-Jährige. Ins Schwitzen bringt Petra Thomanek von der VHS Klingberg ihre Kursbesucher beim Dance Flow. „Ich will gute Laune vermitteln“, sagt die 48-Jährige. Und das klappt. Teilnehmerin Beatrice Rupp (53) aus Süsel hat viel Spaß. „Ich suche nach einem gelenkschonenden Sport“, sagt sie. „Da bietet die VHS jederzeit gute Angebote.“

Nicht nur in Eutin, in ganz Deutschland haben rund 50 Volkshochschulen ihre Kurs-Angebote am Freitag der Öffentlichkeit präsentiert. Anlass ist das 100-jährige Jubiläum der Institution. In der Weimarer Verfassung von 1919 wurde die Förderung der Erwachsenenbildung erstmals ausdrücklich benannt. Es war das Geburtsjahr für die moderne Volkshochschule von heute. „Die Volkshochschulen in Ostholstein sind aber ein Produkt des Zweiten Weltkriegs“, sagt Michael Kümmel, Geschäftsführer des Oldenburger Standorts. 1946 seien in Eutin und Oldenburg die ersten Schulen gegründet worden.

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VHS nach dem Zweiten Weltkrieg: Demokratie-Erziehung

Die Absicht der Nachkriegszeit: Demokratie vermitteln. Im Programm habe es noch Veranstaltungen gegeben wie „Was ist ein Parlament?“ oder „Wie wähle ich?“. Auch Seminare zu Literaten wie Ernest Hemingway, Thomas Mann und Erich Kästner erlebten eine Renaissance. Denn im Nationalsozialismus waren ihre Texte tabu. In den 50er-Jahren habe man sich dann von einstündigen Vorträgen hin zu einer mehrwöchigen Seminarstruktur entwickelt. Bis zu den 1970ern sei die Volkshochschule in der Gesellschaft aber als Ort beruflicher Bildung noch verpönt gewesen. „Erst danach wurde die VHS richtig anerkannt“, sagt Kümmel.

In den 1990ern hielten Angebote zur Digitalisierung Einzug. Grundlagen für das Programm Word oder für die Bedienung des Internets – der Bedarf war groß. „Am Anfang hatten wir in den EDV-Kursen nur zwei Computer und über 100 Anmeldungen“, erinnert sich Kümmel. Der nächste Schritt in Richtung Zukunft seien Online-Lernangebote. „Sprach- und Yogakurse werden aber immer voll sein“, ist sich der Geschäftsführer sicher.

Neue Aufgaben der VHS: Medienbildung und Deutschkurse

„Die Anmeldezahlen für die Volkshochschulen in Ostholstein entwickeln sich seit Jahren positiv“, sagt Landrat Reinhard Sager (CDU). Weil sich die Gesellschaft schnell verändere, müssten auch die VHS neue Trends setzen. Volkshochschule, das bedeute heutzutage nicht mehr nur Schöngeist und Gymnastik. Gerade im ländlichen Raum fungiere sie als Ort der Bildung, etwa mit Alphabetisierungskursen, Schulungen zur Medienkompetenz und Deutschkursen für Geflüchtete. Er ist sich sicher, dass sich die Volkshochschulen auch im digitalen Zeitalter weiter verändern werden.

„Alle Volkshochschulen leben von und mit ihren Kursleitern“, betont Kümmel. Jeder wisse aber, dass die Volkshochschulen die Mitarbeiter nicht sonderlich gut bezahlen. Deshalb benötigt die VHS in Ostholstein weiterhin die finanzielle Unterstützung der Gemeinden, der Kreise und des Landes, sagt Kümmel. Nur so könnten die Orte der Erwachsenenbildung langfristig überleben. Bislang tragen die Kommunen den Großteil der Kosten.

Von Saskia Bücker

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