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Ostholstein 16-Tonner mit 300 PS: Neue Drehleiter endlich im Einsatz
Lokales Ostholstein 16-Tonner mit 300 PS: Neue Drehleiter endlich im Einsatz
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14:15 23.03.2019
Die neue Drehleiter DLAK 23/12 der Feuerwehr Oldenburg: 645 000 Euro investierte die Stadtverwaltung in die neue Technik. Quelle: Arne Jappe
Oldenburg

Beim zweiten Versuch hat es geklappt: Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) konnte am Freitagabend offiziell die neue Drehleiter an die Feuerwehr Oldenburg in Holstein übergeben. Vorausgegangen war eine etwas holprige Abnahme beim Hersteller. Bereits im Januar 2019 bei der Jahresversammlung sollte das neue Schmuckstück an die Männer und Frauen der Feuerwehr übergeben werden. Ein technischer Defekt verzögerte jedoch die Auslieferung(die LN berichteten).

Politik stellte 2016 die Weichen

Der stellvertretende Wehrführer Björn Mougin vertrat am Freitag Wehrführer André Hasselmann, der krankheitsbedingt passen musste. Er blickte zurück bis ins Jahr 2016, als die politischen Weichen für eine Ersatzbeschaffung der in die Jahre gekommenen Drehleiter gestellt wurden. Wegen wiederholter Defekte an dem Hubrettungsfahrzeug und einer schwierigen Ersatzteilbeschaffung war die Einsatzbereitschaft des Fahrzeugs zum Problem geworden.

Bürgermeister Martin Voigt (r.) überreichte symbolisch den neuen Fahrzeugschlüssel im Beisein von Dennis Carlson aus der Stadtverwaltung (l.) an den stellvertretenden Wehrführer Björn Mougin. Quelle: Arne Jappe

„Es bestand zu keiner Zeit Zweifel, dass wir eine neue Drehleiter brauchen – die Stadtverordnung stimmte einstimmig für die Neubeschaffung“, erklärte Bürgermeister Voigt. Nach etwa eineinhalb Jahren konnte die Stadtverwaltung die Auftragsvergabe, zusammen mit einem externen Beraterunternehmen, an die Firma Rosenbauer vergeben. Es sollte die Gelenkdrehleiter DLAK 23/12 auf einem Mercedes Fahrgestell werden – 16 Tonnen schwer mit 300 PS für insgesamt 645 000 Euro. Damit können die Retter aus Oldenburg in einem Abstand von zwölf Metern zum Gebäude noch 23 Meter in die Höhe fahren und haben dazu noch zusätzlich einen Gelenkarm an der Leiter.

Rückblick auf eine Fahrt voller Überraschungen

Björn Mougin zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf der Neubeschaffung: „Alles klappte wie am Schnürchen – wie eine richtige Glücksträhne.“ Auch Termine zur Rohbauabnahme und den zugesagten Fertigstellungstermin am 17. Dezember konnte der Hersteller einhalten. So entschied man sich, die große offizielle Übergabe bei der Jahreshauptversammlung im Januar zu feiern. Anfang Januar fuhren dann zehn Kameraden mit zwei Fahrzeugen der Feuerwehr nach Karlsruhe zum Hersteller der Drehleiter.

Dieses Modell bastelte der Kamerad Julian Voß in mühevoller Kleinstarbeit und in vielen Stunden zusammen. Viele kleine Details sind originalgetreu nachgebaut. Quelle: Arne Jappe

„Wir hatten das Kennzeichen und eine Menge Motivation im Gepäck“, sagte Mougin schmunzelnd. Doch schon auf der Anreise die ersten Störfeuer. Kurz vor Hannover, als die Truppe gerade eine Pause auf einem Rastplatz einlegte, krachte es auf der Autobahn. Zwei Lkw krachten zusammen – zum Glück nur Blechschaden und keine Verletzten. „Wir konnten hier die ersten Rettungsmaßnahmen einleiten“, erzählte der stellvertretende Wehrführer. Doch die Glückssträhne, die nun seit 2016 anhielt, drohte zu reißen.

Eine Panne jagt die andere

Ein paar Kilometer weiter meldete ein Fahrer, dass ein Stein aufgeschleudert wurde und die Scheibe eines Fahrzeugs nun einen Riss hätte. Am nächsten Morgen, nach der Ankunft in Karlsruhe, dann der nächste Schock: Einer der Mannschaftswagen war nicht mehr fahrbereit. Die Feuerwehrkameraden mussten in eine Werkstatt. Schließlich kam es bei der Einweisung in die neue Technik dann zum finalen Desaster: Die neue Drehleiter bewegte sich keinen Millimeter mehr.

„Der Nebenantrieb war nach nur 43 Arbeitsstunden defekt“, erzählte Björn Mougin. Hersteller und Zulieferer versuchten das Problem zu lösen, doch schließlich wurde klar, dass sich der Defekt an der neuen Drehleiter nicht sofort lösen lässt. Nun war die Glückssträhne komplett gerissen. Mougin: „Die Stimmung war auf dem Tiefpunkt.“ Auch das Fahrzeug der Feuerwehr musste in der Werkstatt bleiben, der Schaden war größer als angenommen. Unverrichteter Dinge und mit einer Menge Frust im Bauch machten sich die zehn Kameraden der Feuerwehr – ohne die neue Drehleiter – wieder auf den Weg nach Hause.

Drehleiter verspätet in Oldenburg

Neun Tage später dann die ersehnte Überführung nach Oldenburg durch den Hersteller. In Lensahn konnte die Drehleiter dann übernommen werden. „Die Einweisungen in die neue Technik wurden umgehend gestartet“, berichtete Mougin. Auch erste Einsätze hat die neue Drehleiter bereits mitgemacht, bislang noch ohne direkte Beteiligung. Auch der Mannschaftswagen konnte zwei Wochen später wieder in Oldenburg in Empfang genommen werden. „Am Ende ist dann alles wieder gut geworden, auch wenn die Glückssträhne gerissen war“, zog Björn Mougin sein Fazit.

Für die Wehr gab es zum Abschluss noch eine Überraschung von Marktleiter Bernd Makoben vom Rewe-Markt in Oldenburg. Er überbrachte der Feuerwehr einen Scheck über 1200 Euro. „Dieses Geld haben wir bei der Tombola zur Neueröffnung unseres Markts für euch gesammelt“, sagte Makoben und dankte für die jahrelange, gute Zusammenarbeit.

Bernd Makoben (M.) vom Rewe-Markt in Oldenburg überreichte einen Scheck über 1200 Euro an den stellvertretenden Wehrführer Björn Mougin (l.) und den Kameraden Andreas Maeke. Quelle: Arne Jappe

Kai Fischer vom Kreisfeuerwehrverband Ostholstein beförderte an diesem Abend Benjamin Redey zum Hauptlöschmeister zwei Sterne und Daniel Schönherr zum Oberlöschmeister. Karsten Prokoph wurde für 40 Jahre Dienst in der Feuerwehr mit dem Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold (am Bande) von Bürgermeister Voigt ausgezeichnet. Björn Mougin verabschiedete im Anschluss den Kameraden und Zugführer Ronny Petersen, der wegen eines Wohnortwechsels aus der Feuerwehr austritt.

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