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Ostholstein 20 neue Servicestationen: Hier kann das Rad fit gemacht werden
Lokales Ostholstein 20 neue Servicestationen: Hier kann das Rad fit gemacht werden
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07:00 08.08.2019
Baugleiche Lade- und Servicestationen für E-Bikes und Fahrräder sollen wie hier in Heiligenhafen bis nach Grömitz errichtet werden. Dieter Wuttig aus Berlin wartet geduldig, bis er sein E-Bike an der Station durchchecken kann. Quelle: Markus Billhardt
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Ostholstein

 Mit dem Rad unterwegs durch Ostholstein, doch was tun, wenn die Luft im Reifen nachlässt, der Sattel wackelt oder beim E-Bike doch mal vergessen wurde, den Akku aufzuladen? Abhilfe sollen künftig Lade- und Servicestationen schaffen. Die Lokalen Tourismus-Organisationen (LTO) Ostseeferienland und Ostseespitze haben sich zusammengetan und wollen von Grömitz bis Heiligenhafen die Infrastruktur ausbauen.

Werkzeug für kleinere Reparaturen

„Ziel ist es, den Radtouristen Werkzeug und Hilfsmittel bereitzustellen, um unterwegs kleinere Reparaturen an den Rädern vorzunehmen“, erläutert Joachim Gabriel, Geschäftsführer der LTO Ostseespitze. „Neben Fahrradständern werden zum Teil Ladeschränke mit abschließbaren Boxen zur Verfügung gestellt. Diese haben ausreichend Platz für Akkus und können zur Aufbewahrung von anderen Gegenständen wie Helm oder Tasche dienen.“ Im Ostseeferienland seien zusätzlich auch noch Rastplätze (Tisch-Bank-Kombinationen) vorgesehen.

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In Heiligenhafen steht bereits eine Lade- und Servicestation für Fahrradfahrer. Baugleich sollen rund 20 Anlagen in Ostholstein von Grömitz bis Heiligenhafen aufgebaut werden.

Sehr erfreulich sei, dass das Projekt von der Aktivregion Wagrien-Fehmarn unterstützt werde, sagt Gabriel. Beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume wurde über die Aktivregion für die Gesamtinvestitionen von 125 000 Euro eine Förderung von 60 Prozent, sprich 75 000 Euro, beantragt. „Leider liegt die Bewilligung der Zuwendung immer noch nicht vor. Das ist ärgerlich. Es liegt also nicht in unserer Hand, dass wir noch nicht loslegen konnten“, sagt der LTO-Geschäftsführer.

Beispiel für interkommunale Kooperation

Gabriel hat jetzt in Kiel um die Zustimmung gebeten, vorzeitig die Maßnahme realisieren zu können, ohne dadurch die Förderung zu gefährden: „Ausschreibung, Zuschlag und Aufbau der Stationen könnten dann zügiger vonstattengehen. Aber lieber spät als nie.“ Denn die interkommunale Kooperation sei doch ein schönes Beispiel dafür, was über zwei LTOs und mehrere Gemeinden hinweg möglich sei.

Auch Janina Kononov, Touristikleiterin in Grömitz, betont den positiven Beitrag für den Radtourismus: „Wir haben rund 300 Kilometer Rad- und Wanderwege im Ostseeferienland. Da macht es Sinn, solche Stationen an die Strecke zu bringen. Zumal sich unser Marketing verstärkt auf Fahrradtouristen ausrichtet.“ Geplant seien in ihrem Bereich drei Reparaturstationen mit Rastplatz, sagt Kononov. Im Gespräch sind dafür der Seebrückenvorplatz in Grömitz, Lensterstrand und Cismar.

Von der Luftpumpe bis zum Schraubendreher

Die Lade- und Servicestationen im Gebiet der Lokalen Tourismus-Organisationen Ostseespitze und Ostseeferienland bestehen aus mehreren Komponenten.

Die Reparatureinheit beinhaltet eine Luftpumpe, Reifenheber, einen Winkelschlüsselsatz, Maul- und Torx-Schlüssel sowie Schraubendreher.

Die Ladestation ist ein Kasten mit drei Aufbewahrungsboxen zum Abschließen. Hier können Akkus geladen oder auch andere Gegenstände gelagert werden.

Fahrradständer gehören ebenso zu den Stationen wie wahlweise auch Rastplätze (vor allem im Ostseeferienland), bestehend aus einer Tisch-Bank-Kombination.

Die beteiligten Kommunen sind Grömitz, Kellenhusen, Dahme, Amt Lensahn, Grube (alle Ostseeferienland) sowie Oldenburg, Neukirchen und Heiligenhafen (Ostseespitze).

Die Gesamtinvestitionen liegen bei 125 000 Euro, über die Aktivregion Wagrien-Fehmarn ist eine Förderung von 60 Prozent beantragt.

Dahme, das Amt Lensahn, aber auch Kellenhusen, sagt Kellenhusens Touristikchef Thorsten Brandt, seien dabei. „Wir beabsichtigen zwei Stationen, einmal an der Tourist-Info in der Nähe des Radweges auf dem Deich sowie an unserem kleinen Einkaufszentrum im Ort, zu errichten“, sagt Brandt. Er fährt selbst jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit und hebt hervor: „Ich finde es gut, solche Infrastrukturmaßnahmen in Angriff zu nehmen.“ Auch die Signale von Mitgliedern in der LTO Ostseespitze gehen genau in diese Richtung.

Viele Stationen in Heiligenhafen

„Die E-Mobilität hält weiter Einzug. Wir müssen unbedingt mehr Projekte wie diese gemeinsam anpacken“, erläutert Bernd Bruhn (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Neukirchen, die eine Lade- und Servicestation am Ostseeküstenradweg in Ostermade plant. Darüber hinaus beteiligt sich Oldenburg mit zwei Stationen und in Heiligenhafen sollen es sogar sechs werden. „Sie werden unter anderem am Hafen- und Seebrückenvorplatz, am Pavillon beim Ferienpark und auf dem Marktplatz stehen“, berichtet Joachim Gabriel.

Eine baugleiche Anlage befindet sich als gutes Beispielobjekt bereits an der neuen Museumsbrücke in Heiligenhafen. Dieter Wuttig aus Berlin macht gerade Campingurlaub am Rosenfelder Strand und ist mit dem E-Bike in die Warderstadt geradelt. Er hat die Station entdeckt und muss sogar kurz warten, bis er seine Reifen aufpumpen kann, denn das Reparaturwerkzeug wird gerade schon von Sven Engler aus Heiligenhafen benutzt. „Das spiegelt doch genau unser Konzept wider, etwas für fahrradbegeisterte Gäste und Einheimische zu tun“, sagt der LTO-Geschäftsführer.

Von Markus Billhardt