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Ostholstein Weber-Tage drehen sich um den Orient
Lokales Ostholstein Weber-Tage drehen sich um den Orient
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14:48 28.05.2019
Bei den 24. Eutiner Weber-Tagen sind erneut viele Akteure und Kooperationspartner mit im Boot, die hier die neuen Plakate präsentieren. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Carl Maria von Weber (1786-1826) war ein Multitalent: Komponist, Pianist, Dirigent, auch schriftstellerisch betätigte er sich. Für andere Kulturen zeigte er großes Interesse, besonders fasziniert war er vom Orient. „Weber und der Orient“ heißt daher der Schwerpunkt der 24. Eutiner Weber-Tage. Die zwölf Veranstaltungen finden von Juni bis November statt – grob die Zeit zwischen Webers Todes- und Geburtstag. Martin Karl-Wagner und Dr. Matthias Viertel, Koordinator beziehungsweise Schirmherr der Eutiner Weber-Tage haben das Programm, Mitwirkende und Kooperationspartner vorgestellt.

Weber sei nicht der allgemeinen Orientalismus-Mode im 18. Jahrhundert verfallen, er habe recherchiert und sich kundig gemacht, was Orientmusik überhaupt sein könnte, sagte Matthias Viertel. Verarbeitet hat Weber seine Erkenntnisse unter anderem in seinen Opern „Abu Hassan“ (einem Singspiel nach einem Märchen aus „Tausend und eine Nacht“) und „Oberon“ (spielt in großen Teilen in Bagdad am Hofe eines Kalifen). Auch Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) lässt sein Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ auf einem Sklavenmarkt und in einem orientalischen Palast spielen.

Musik auf arabischen und türkischen Instrumenten

Für die Veranstaltung „Carl Maria von Weber und der Orient“, Veranstalter sind das „musicbuero“ und die Stiftung Schloss Eutin, sei großer Aufwand betrieben worden, sagte Matthias Viertel, der auch das Konzept erstellt hat. Nur dank der Kooperation mit dem Kulturzentrum Marstall Ahrensburg sei sie möglich geworden. Es wird darin der Frage nachgegangen, auf welch orientalisches Musikmaterial Weber und Mozart zurückgegriffen haben und wie ihre Melodien, gespielt auf türkischen und arabischen Instrumenten klingen. „Wir haben dafür zwei aus Istanbul stammende Musiker verpflichtet, die eigens dafür herfliegen werden. Ein weiterer Musiker lebt in Kiel, stammt aber aus dem Irak“, schilderte Matthias Viertel. Die Werke Mozarts und Weber von diesem Trio spielen zu lassen, sei auch deshalb ein ehrgeiziges Projekt, weil es nur einen Nachmittag Probezeit geben werde. „Es ist ein Abenteuer. Die Sparkassen Stiftung unterstützt uns dankenswerterweise, und damit der Aufwand sich lohnt, wird das Konzert in Eutin, Ahrensburg und Kiel gespielt“, sagte Viertel.

Festspiele zeigen nach 45 Jahren wieder „Abu Hassan“

Erstmals seit 45 Jahren wird Webers Einakter „Abu Hassan“ auch wieder bei den Festspielen gespielt: als einheimische Produktion: Orchester und Ensemble setzen sich aus Studierenden der Musikhochschule Lübeck zusammen, im Chor singen Jugendliche aus Eutin und Umgebung. „Wir wollen den ,Freischütz’ nicht aus den Augen verlieren, aber man kann ihn nicht jedes Jahr zeigen. Stattdessen wollen wir etwas anderes von diesem hervorragenden Komponisten vorstellen. ,Abu Hassan’ ist ein tolles Werk, voll Witz und Humor und mit hoher musikalischer Qualität“, sagte Dominique Caron, Intendantin der Eutiner Festspiele. Mit dem Singspiel wollten die Festspiele insbesondere das jüngere Publikum für sich gewinnen.

Dass Johann Heinrich Voß (1751-1826), berühmter Homer-Übersetzer und viele Jahre Schulrektor in Eutin, auch „Tausend und eine Nacht“ übersetzt habe, sei ihm neu gewesen, sagte Martin Karl-Wagner. Eine Ausgabe der drei auf dem deutschen Markt vorhandenen Übersetzungen befinde sich im Eigentum der Eutiner Landesbibliothek, berichteten dessen Leiter, Dr. Frank Baudach, und sein Kollege Prof. Axel Walter, Leiter der Forschungsstelle zur historischen Reisekultur, stolz. Walter wird bei einem Leseabend mit Musik und Gesang über diese Veröffentlichung Voß’ erzählen. An einem weiteren Abend wird er über Musik am Eutiner Hof referieren. „Es ist ein großes Interesse der Landesbibliothek, neue Formen der Veranstaltungen auszuprobieren“, sagte Walter.

Neue Plakate: mit Musikern, die Faxen machen

Neue Wege beschreitet Martin Karl-Wagner auch in der Öffentlichkeitsarbeit. „Die Weber-Tage sind als Veranstaltungsreihe etwas in die zweite Reihe gerutscht. Wir wollen den Begriff mehr pushen“, sagte er. Beworben werden die Weber-Tage jetzt mit auffallend schmalen, hohen Plakaten und Motiven, die ins Auge fallen sollen. Sie sind zugeschnitten auf das Geschäft, an dessen Tür oder Fenster sie hängen sollen (Beispiel Apotheke: Kontrabass-Spieler Wagner beugt sich hustend vor, Pianist Thomas Goralczyk reicht ihm einen Hustenbonbon). Für die Stadt sind weitere Plakate in Vorbereitung: „Musiker, die Faxen machen, vor schönen Motiven Eutins“, sagte Wagner über die Idee. Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt will damit die Fenster leer stehender Geschäfte bekleben.

Zwölf Veranstaltungen von Juni bis November

Weber, Mozart und der Klang der Ferne“ ist das Eröffnungskonzert der Weber-Tage betitelt. Es beginnt am Sonntag, 2. Juni, um 17 Uhr im Torhaus an der Opernscheune.

Carl Maria von Weber und der Orient ist ein Kooperationsprojekt mit dem Kulturzentrum Marstall Ahrensburg betitelt. Das Konzert beginnt am 14. Juni um 19.30 Uhr im Rittersaal von Schloss Eutin.

„Abu Hassan“, das Singspiel von Carl Maria von Weber nach einem Märchen von „Tausend und eine Nacht“ wird im Torhaus an der Opernscheune aufgeführt und zwar drei Mal: am 3. Juli um 15 Uhr, am 11. und 17. Juli um 16 Uhr.

Musik von „Flöte und Klavier“ erklingt am 21. Juli, um 20 Uhr, im Jagdschlösschen am Ukleisee in Eutin-Sielbeck.

Um „Johann Heinrich Voß, Abu Hassan und Ali Baba geht es – gesungen und vorgetragen – am 10. August um 19.30 Uhr im Ostholstein-Museum, am Schlossplatz in Eutin.

Weber im Dreivierteltakt. Open air, gratis und für alle!“ heißt es am 22. August um 15 Uhr auf dem Marktplatz Eutin.

„Musik am Eutiner Hof“, spielt das „ensemble musica floreat“, Prof. Axel E. Walter von der Eutiner Landesbibliothek berichtet Geschichtliches dazu am 14. September um 17 Uhr in der Orangerie im Küchengarten.

„Baermann, Beethoven, Weber ist das Konzert am 8. Oktober um 16 Uhr in der Parkresidenz Wilhelmshöhe gewidmet.

Weberbildnisse sind vom 9. Oktober bis zum 24. November im Carl-Maria-von-Weber-Café, Lübecker Straße 48 (während der Öffnungszeiten), zu sehen.

„Rosinenfieber und anderer musikalischer Unsinn“ steht am 24.  Oktober um 19.30 Uhr im Ostholstein-Museum auf dem Programm.

„Alles Gute zum Geburtstag!“ – mit einem Drei-Gänge-Menü nach historischem Vorbild, begleitet von Musik und Vortrag, soll am 19. November um 17 Uhr im Weber-Café der große Komponist gefeiert werden. Anmeldung im Café unter Telefon 045 21/797 86 39.

„Das Abschlusskonzert. Ende gut, alles gut!“ beschließt am 23. November um 17 Uhr im Rittersaal im Schloss-Eutin die 24. Weber-Tage.

Weitere Infos gibt es auf der Homepage der Eutiner Weber-Tage.

Ulrike Benthien

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