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Ostholstein 30 JAHRE KULTURSCHEUNE
Lokales Ostholstein 30 JAHRE KULTURSCHEUNE
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17:15 11.03.2018
Anne (69) und Fritz Vehres (71) sitzen im LN-Gespräch im Saal der Kulturscheune auf den besten Plätzen, die etwas erhöht sind. Quelle: Fotos: Beke Zill, Hfr
Süsel

Die 69-jährige Geschäftsführerin der Kulturscheune wird bei der Mitgliederversammlung im Juni nicht mehr für den Posten kandidieren. Fritz Vehres hatte sich bereits 2015 aus dem Vorstand zurückgezogen. „Für mich ist es dann auch gut“, sagt Anne Vehres. Erstmals übernahm sie 1984 ein Amt, damals als Schriftführerin. Fritz Vehres hatte zu der Zeit schon lange das Spielen für sich entdeckt, führte mit den damals noch „Fidelen Süselern“ im Süseler Hof plattdeutsche Stücke auf. Auf einem Kostümfest, auf dem er seine Rolle als Pater Braun so überzeugend verkörperte, „wurde ich eingefangen vom Verein“. Die gemeinsame Freizeit blieb damals auf der Strecke. Ein Grund für Anne Vehres, im Verein offiziell tätig zu werden. „Ich habe mir den Job als Schriftführerin geholt“, erzählt sie. Das erste Mal stand sie 1986 auf der Bühne, seit 2000 führt sie regelmäßig Regie. „Ich habe nicht so viel gespielt.“ Das Drumherum gefiel der Süselerin. Die gesamte Verwaltung sei ihr Metier gewesen.

Vor 42 Jahren traten Anne und Fritz Vehres in den Süseler Theaterverein ein. Bis heute ist das Ehepaar der Bühne treu geblieben – mehr noch. Sie haben die Kulturscheune mit aufgebaut und gehörten seit der Gründung ihrer Vereinsstätte dem Vorstand an. Damit soll 2018 Schluss sein.

In den Anfängen gab es im Vorstand oft Zoff

1985 wurde der Verein offiziell eingetragen – sieben Vorstandsmitglieder mussten her. Fritz Vehres übernahm den Posten als ersten Vorsitzenden. Ein Jahr später kauften die „Fidelen Süseler“ für 8000 Mark die alte Scheune und bauten sie zwei Jahre lang zu einer Kulturstätte mit großer Bühne um. Trotz vieler Bedenken, der mit 80000 Mark hohen Verschuldung „war das der richtige Weg“, sagen beide heute. Obwohl der Erfolg der Kulturscheune ein hartes Stück Arbeit war. „Wir hatten uns den Zwang auferlegt, das Haus mit Leben zu füllen“, sagt Fritz Vehres. Zusammen mit den Mitgliedern riefen sie Talkrunden und das Kindertheater ins Leben – das Abzahlen des Kredites dabei immer im Hinterkopf. Die sieben Vorstandsmitglieder mussten sich zusammenraufen. „In den Sitzungen haben wir uns oft furchtbar gestritten“, berichtet Anne Vehres.

Eine Wende im Ticketverkauf gab es 1990, als die Idee eines Abos in die Tat umgesetzt wurde. Im ersten Jahr wurden auf Anhieb 70 Abos verkauft. Inzwischen gibt es 300 Abonnenten, die jährlich im August ihren Beitrag zahlen, sodass schon vor Beginn der Spielzeit Geld unter anderem für Gastauftritte vorhanden ist. 2007 brachte die Serie „Theater am Donnerstag“ mit Komödien, Kabarett und Travestie-Shows nochmals neuen Schwung. Der Theaterverein Süsel, der 2003 aus „De fidelen Süseler“ hervorgegangen ist, schreibt inzwischen schwarze Zahlen, lädt zu jährlich etwa 70 Veranstaltungen in die Kulturscheune ein . „Wir sind stolz, dass wir uns einen Namen erarbeitet und den auch halten konnten“, sagt Anne Vehres. Geschafft hätten sie das auch nur mit der Unterstützung der anderen Vereinsmitglieder. „Das alles ist nur möglich gewesen mit dem Umfeld, das mitgearbeitet hat. Wir machen das ehrenamtlich“, betont sie.

Privatleben rückte fürs

Theater in den Hintergrund

Ihr Hobby hat im Leben der Vehres eine große Rolle eingenommen. Das Privatleben sei dadurch jedoch oft in den Hintergrund gerückt, sagt Anne Vehres. In diesem Jahr will auch sie sich aus dem Vorstand zurückziehen. „Wir haben eine Person gefunden, die meine Position ausfüllen kann“, sagt die Geschäftsführerin. Entscheidend sei, dass der Verein einen guten Besucherzuspruch habe und schwarze Zahlen schreibe.

Der Kulturscheune bleiben beide jedoch weiterhin treu, obwohl sie erst einmal ihre Freiheit genießen. Die erste Reise für September sei schon gebucht. Ansonsten wird die 69-Jährige weiterhin den Spielplan gestalten. Ein Anliegen sei ihr auch, die Qualität des Spiels zu verbessern und die niederdeutsche Sprache am Leben zu halten. „Das liegt mir sehr am Herzen.“ Ihr 71-jähriger Mann werde für das ein oder andere Stück zur Verfügung stehen. Vor allem möchte er auch seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Werkeln mit dem Technik-Trupp dienstagabends, nachgehen. „Das Theater wird immer an erster Stelle stehen“, sagen sie.

Aktuelles Stück läuft noch bis Ende März

Die Komödie „Een Hart ut Schokolaad“ heißt das aktuelle Stück des Theatervereins Süsel, das am 23., 24. und 28. März um 19.30 Uhr und am 25. März um 18 Uhr in der Kulturscheune aufgeführt wird. Karten für 12,50 bis 14,50 Euro unter Telefon 04524/1379, donnerstags von 17 bis 18 Uhr an der Theaterkasse in der Kulturscheune, auf www.theater-suesel.de sowie an der Abendkasse.

Beke Zill

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