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Ostholstein 30 Jahre Kulturscheune
Lokales Ostholstein 30 Jahre Kulturscheune
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20:10 23.01.2018
Theaterverein-Geschäftsführerin Anne Vehres (69) schaut sich ein Album mit alten Fotos der Niederdeutschen Bühne Süsel an.
Süsel

Am 3. Juni 1988 wurde der ehemalige Bauernhof eingeweiht. Drei Jahre lang bauten „De Fidelen Süseler“, wie sie damals noch hießen, das Gebäude in Eigenregie um. Vorher trafen sich die Theaterspieler im Gasthof, ehe der 1983 für die Süseler nicht mehr zur Verfügung stand. Nachdem der Verein zwei Jahre lang in Garagen, Ferienwohnungen und Hinterhöfen probte, konnte er das Bauernhaus dann im Jahre 1985 für 8000 D-Mark kaufen. In die anschließende Renovierung flossen zwar Fördermittel von Bund, Land und Gemeinde, dennoch mussten die engagierten Ehrenamtler einen Kredit über 80000 D-Mark aufnehmen.

Mit der „Süseler Liedertafel“ von 1857 kam das Theater in den Ort. Bis heute, also 161 Jahre später, spielen Niederdeutsche Komödien, Dramen und Co. eine wichtige Rolle in Süsel. Die Bühne dafür liefert seit 1988 die Kulturscheune. Das Zuhause des Theatervereins feiert nun 30-jähriges Bestehen.

Historie

1974 gründeten sich „De Fidelen Süseler“, seit 1985 waren sie ein eingetragener Verein.

1988 wurde die Kulturscheune Süsel nach drei Jahren Renovierung eingeweiht.

2003 hießen „De Fidelen Süseler“ dann offiziell Theaterverein Süsel.

160 Mitglieder hat der Theaterverein aktuell.

Dorfbewohner feiern die Eröffnung

Die heutige Geschäftsführerin des Theatervereins Süsel, Anne Vehres, erinnert sich noch an die skeptischen Blicke der Dorfbewohner während der Umbauphase, die am Ende aber eines Besseren belehrt wurden. „Wir haben es geschafft“, sagt die 69-Jährige. Zu Ehren der Eröffnung wurde sogar ein dreitägiges Volksfest in Süsel gefeiert. Zusammen mit ihrem Mann Fritz ist Anne Vehres seit 1980 der Niederdeutschen Bühne Süsel verfallen. Fritz Vehres, der 30 Jahre lang Vorsitzender war, gehört auch heute noch zum Ensemble, während sie in vielen Stücken Regie führt, die Spielpläne aufstellt und sich um die Organisation kümmert.

Wenn Anne Vehres auf 30 Jahre Kulturscheune zurückblickt, „fühlt sich das schon lange an. Eine Zeit, in der so manches gelaufen ist.“ Aber das Schönste ist, dass sie immer noch in der Lage seien, das Haus mit Leben zu füllen. Das war in den Anfängen schwierig. Nach der Fertigstellung „ging’s ja dann erst los“. Die Schauspieler begannen eher lustige Stücke einzustudieren, organisierten Talkshows op Platt und versuchten so, das Publikum anzulocken. „Es sollte ja Geld reinkommen“, so Vehres. Das erste Stück nannte sich „Moral in Müggenhausen“ und wurde im Frühjahr 1988 aufgeführt. Damals war die Scheune noch nicht ganz fertig, die Zuschauer mussten im Rohbau auf Klappstühlen sitzen. Es sei stramme Arbeit, aber auch eine schöne Zeit gewesen. Von Beginn an, immer um Weihnachten, stand auch die Kindergruppe auf der Bühne. Noch heute gibt es die junge Süseler Theater-Truppe.

„De Fidelen Süseler“, die seit 1985 ein eingetragener Verein mit sieben Vorstandsmitgliedern waren, lösten eine Kultur-Euphorie nicht nur im Dorf, sondern in der ganzen Umgebung aus. Der Verein hatte zum Start direkt 124 Mitglieder, „in der Spitze sogar 320“, erzählt die gelernte Bankkauffrau. Gastbühnen spielten in Süsel, die Lokalmatadoren selbst erfreuten die Zuschauer mit zwei bis drei Stücken pro Jahr. Über 35 Darsteller probten damals. „Das war zuerst alles Neuland für uns, im Laufe der Jahre haben wir uns aber etabliert.“ Zurzeit seien sie 20 Spieler.

Stars und Städtische Bühnen spielen in Süsel Theater

Die Kulturscheune machte schnell von sich reden. Der 2016 verstorbene Liedermacher Knut Kiesewetter trat dort auf, die städtischen Bühnen aus Wismar, Kiel und Lübeck ebenfalls. „Sie schätzen die Atmosphäre“, erklärt Vehres die Beliebtheit. Von Gästen erlebte Anne Vehres auch die wohl beste Vorstellung in der Scheune. Das war in den 90er Jahren. „Die Hamburger Stadtmusikatzen haben damals 5000 D-Mark Gage gekostet, ich weiß nicht, welcher Teufel mich da geritten hat“, sagt Vehres und lacht. Aber es sei wirklich toll gewesen. Generell habe sie in der Auswahl der Stücke immer eine glückliche Hand gehabt.

Die Süseler mussten sich im Laufe der Zeit auch immer etwas Neues einfallen lassen, um Geld in die Kasse fließen zu lassen. „1990 haben wir ein Abo ins Leben gerufen“, berichtet das Vorstandsmitglied. Von anfangs 70 Abonnenten stieg die Zahl drei Jahre später auf 270. Heute sind es 320 Abonnenten in vier verschiedenen Programmen. Vor acht Jahren wurde zudem das „Theater am Donnerstag“ mit Comedy, Kabarett und Musik auf Hochdeutsch ins Leben gerufen, das sehr gut angenommen wird. Seit zwei Jahren gibt es online unter www.theater-suesel.de Karten im Vorverkauf. „Wir versuchen, am Ball der Zeit zu sein.“

In den vergangenen 30 Jahren sei vieles rund gelaufen. Eines der Geheimrezepte: Der Theaterverein Süsel, der 2003 aus „De fidelen Süseler“ hervorgegangen ist, habe immer sehr viel Wert auf Qualität der Stücke gelegt. Auch deshalb füllen die Süseler Spieler bis heute ihre Kulturscheune. „Theater ist unser Leben.“

Im zweiten Teil der Serie stellen wir die Techniker des Vereins vor, die sich in den vergangenen Jahren manchen Herausforderungen stellen mussten.

Beke Zill

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