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Ostholstein 35 Schiffsladungen Sand für den Strand
Lokales Ostholstein 35 Schiffsladungen Sand für den Strand
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11:27 06.03.2019
Auf dem Steinwarder in Heiligenhafen fehlt der Sand, auch der Deich wurde durch die Hochwasserereignisse freigespült. Die Buhnen sollen daher als nachhaltige Sicherungsmaßnahme für den Strand ausgebaut werden.
Auf dem Steinwarder in Heiligenhafen fehlt der Sand, auch der Deich wurde durch die Hochwasserereignisse freigespült. Die Buhnen sollen daher als nachhaltige Sicherungsmaßnahme für den Strand ausgebaut werden. Quelle: Markus Billhardt
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Heiligenhafen

Etwa 40 000 Kubikmeter Sand sollen Anfang des Jahres durch die starken Nordwinde und peitschenden Wellen an Heiligenhafens Küste am Steinwarder verloren gegangen sein. Deshalb sind Sandvorspülungen noch vor Saisonbeginn vorgesehen. Um eine Förderung vom Land zu erhalten, hat die Politik ein rund 1,4 Millionen Euro umfassendes Konzept verabschiedet.

„Wir brauchen einen intakten Badestrand und müssen jetzt reagieren. Es ist Eile geboten“, betont Gerd Panitzki, Fraktionssprecher der CDU. Es gebe nur ein kleines Zeitfenster bis die Stadt wieder voller Touristen sei, ergänzt Helmut Gideon (FDP) und hofft, dass die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) schnell mit der Maßnahme beginnen könnten.

14 Tage lang Sandvorspülungen

Ein Husumer Ingenieurbüro hat im Auftrag der HVB die Sandvorspülung vorgeplant. So soll der Sand vor der dänischen Küste an einer genehmigten Stelle aufgenommen und Richtung Steinwarder transportiert werden. Nach den Berechnungen sind rund 35 Schiffstouren notwendig – etwa zwei bis drei pro Tag – um die benötige Menge anzuliefern. Die gesamte Spülzeit soll dann rund 14 Tage dauern.

Dabei sollen auch die im Januar freigelegten Steine des Dünenfußes wieder überdeckt werden. Sonst bestünde nach Aussage der Ingenieure die Möglichkeit, dass die Düne bei nächsten Hochwasserereignissen überspült werden könne und die Standsicherheit in Gefahr sei. Die Kosten für eine kurzfristige Umsetzung am Steinwarder-Strand werden mit rund 830 000 Euro beziffert.

Stadt erwartet Förderung von 50 Prozent

Zusätzliche 35 000 Euro werden für die Wiederherstellung des westlichsten Badebereichs in Heiligenhafen veranschlagt, den sogenannten „Harder“-Strand. Bei den Gesamtinvestitionen rechnet die Stadt mit einer 50-prozentigen finanziellen Unterstützung des Landes. Sie ist laut dem Beschluss der Stadtvertreter auch Bedingung für die Verwirklichung der Maßnahme. Als Voraussetzung wird allerdings aus Kiel eine gewisse Nachhaltigkeit gefordert.

„Die Förderung erhalten wir nur, wenn wir einen Plan vorlegen, um den Sand langfristig zu halten“, erläutert der stellvertretende Bürgermeister, Erster Stadtrat Folkert Loose, dies habe ihm die Landesregierung signalisiert. So kommt es gelegen, dass die Stadtvertreter bereits im Herbst 2018 den Auftrag erteilten, dass ein Konzept zur Erneuerung und Erweiterung der Buhnenfelder auf dem Steinwarder ausgearbeitet werden soll.

Nachhaltigkeit durch Buhnenausbau

Mit diesen Küstenschutzmaßnahmen, die noch im Herbst dieses Jahres in Angriff genommen werden könnten, hat sich ebenfalls das Husumer Büro beschäftigt. Für circa 500 000 Euro werden Verlängerungen von bestehenden Holzbuhnen um rund 30 Meter vorgeschlagen. Schüttsteinbuhnen sollen teilweise rückgebaut und durch Holzpfähle ersetzt werden. Zudem regen die Ingenieure den Neubau von weiteren Holzbuhnen an.

Monika Teegen (BisS) und Manfred Ebken von den Grünen kritisieren, sich nicht einzig auf die Pfahlbuhnen zu verlassen. SPD-Fraktionssprecherin Monika Rübenkamp verdeutlicht, dass es keine volle Gewissheit gebe, dass der Sand bleibe, aber: „Wir haben keine andere Chance.“ Es sei der einzige Weg, um schnell an notwendige Gelder für die Wiederherstellung des Badestrandes heranzukommen.

Bauamtsleiter Roland Pfündl geht davon aus, dass die Konzepte vom Land entsprechend geprüft werden: „Die maßgebliche Bewertung und Genehmigung obliegt dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meereschutz (LKN).“ Wenn Heiligenhafen keine Förderung erhalte, müsse neu diskutiert werden, ob der Küstenschutz trotzdem umgesetzt werden sollte, so Panitzki. Er betont: „Doch im Moment können wir nur gewinnen.“

Mehr zum Thema Sturmschäden und Küstenschutz unter:

www.ln-online.de/Lokales/Ostholstein/Ostholstein-Wer-bezahlt-fuer-die-Schaeden-der-Januar-Stuerme

Markus Billhardt