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Ostholstein 40000 Euro Schaden bei Kleingärtnern
Lokales Ostholstein 40000 Euro Schaden bei Kleingärtnern
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21:10 26.05.2017
Sascha Füntmann-Kubrinski vor seiner zerstörten Gartenlaube (hinten links). Der 43-Jährige hatte die Parzelle erst im vorigen Jahr übernommen und einiges an Geld und Arbeit hineingesteckt. Quelle: Foto: Benthien
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Ostholstein

Himmelfahrt – traditionell ein arbeitsreicher Tag für die Polizei im Kreis. 33 mal mussten Beamte zwischen Vatertag um 10 Uhr und Freitag um 3 Uhr wegen Auseinandersetzungen, Sachbeschädigungen und Ruhestörungen zu Einsätzen fahren. Kaum Schlaf gab es in der Nacht von Donnerstag zu gestern für die Feuerwehren in Eutin und Süsel: In der Kleingartenanlage „Berg“ an der Straße Blaue Lehmkuhle in Eutin wurde um 0.30 Uhr ein Großfeuer gemeldet. Dabei brannten drei Gartenlauben ab, zwei weitere und auch das Vereinsheim wurden stark beschädigt. Es entstand Sachschaden in Höhe von rund 40000 Euro, verletzt wurde niemand. Bis 5.15 Uhr dauerte der Einsatz der Feuerwehrleute, sagte der Einsatzleiter, Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt, gestern.

Feuer zerstörte drei Lauben in Eutin – Polizei hatte am Himmelfahrtstag viel zu tun.

Insgesamt waren zehn Ortswehren mit 105 Einsatzkräften beteiligt. Die Freiwilligen Feuerwehren Eutin, Neudorf, Fissau-Sibbersdorf erhielten Unterstützung von den Nachbarn aus Süsel (Bujendorf, Fassensdorf, Kesdorf, Röbel, Süsel, Zarnekau, Gömnitz), vor allem, um ausreichend Atemschutzgeräteträger vor Ort zu haben. Während der Einsatz reibungslos verlaufen sei, habe es bei der Verständigung im Vorwege ein Problem gegeben, berichtete Heino Kreutzfeldt. Wegen Tücken der Technik, „vielleicht ein Funkloch oder so“, sei das Funksignal der Fissauer und Neudorfer Wehr, dass sie auf dem Weg seien, nicht angekommen. Als ihm deswegen gerade ein bisschen mulmig wurde, seien die Wagen aber um die Ecke gebogen, sagte der Gemeindewehrführer.

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Ganz bitter war die Nacht für Sascha Füntmann-Kubrinski (43). Der Obmann der Kleingärtner, Tobias Schröder, auch Feuerwehrmann bei der Eutiner Wehr, hatte ihn verständigt, dass seine Laube in Flammen stehe. Füntmann-Kubrinski eilte aus Kiel, wo er zu Besuch bei seinen Kindern war, herbei. „Ich kann das noch gar nicht begreifen. Wir haben die Parzelle im vergangenen Jahr übernommen und es uns gerade richtig schön gemacht“, sagte er gestern Morgen. Seine Frau und er hätten einiges an Geld hineingesteckt, eine Küchenzeile und ein Stromaggregat eingebaut, viele neue Gartengeräte angeschafft.

„Und Anfang Juli wollten wir den runden Geburtstag meiner Frau hier feiern.“ Fassungslos ließ er den Blick über die verkohlten Überreste schweifen.

Ausgebrochen ist das Feuer vermutlich in der Laube, die am nächsten zum Parkplatz liegt und Treffpunkt einer Biker-Gemeinschaft ist. Dort ist nur noch ein Gartenkamin stehengeblieben. Die genaue Brandursache steht noch nicht fest. Beamte der Eutiner Kriminalpolizei haben die Ermittlungen aufgenommen.

Mit dem Bollerwagen waren auch in diesem Jahr wieder viele Gruppen unterwegs. Bis zum Nachmittag des Vatertages war alles weitgehend friedlich. Ab 16 Uhr, so Polizeipressesprecher Ulli Gerlach, sei es jedoch vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen jungen Männern gekommen, verursacht durch übermäßigen Alkoholkonsum. Dieser habe viele Feiernde massiv beeinträchtigt. Die Gewahrsamsräume der Polizei seien voll belegt gewesen.

Gegen 20.30 Uhr wurden Polizeibeamte zu einem Campingplatz in Wangels gerufen. Dort hatten sich rund 20 Jugendliche versammelt, zwischen denen es zu einer Schlägerei kam. Zwei Männer wurden verletzt, zwei Personen wurden in Polizeigewahrsam genommen. Im Hemmelsdorf erwischte die Polizei eine alkoholisierte Gruppe, die einen Leitpfosten mit sich herumtrug. In Scharbeutz mussten Beamte einschreiten, weil junge Leute über Gebühr laut Musik hörten und sich daneben benahmen. Auf Fehmarn drehten Jugendliche sogar einen Hydranten auf, berichtete der Polizeipressesprecher.

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