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Ostholstein Bundeswehr stellt sich vor
Lokales Ostholstein Bundeswehr stellt sich vor
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12:14 26.09.2018
Viel sehen, ohne selbst gesehen zu werden – die Fahrzeuge der Aufklärer sind gut getarnt.
Viel sehen, ohne selbst gesehen zu werden – die Fahrzeuge der Aufklärer sind gut getarnt. Quelle: Ulrike Benthien
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Eutin

Zu ihrem Geburtstag haben es die Eutiner Aufklärer krachen lassen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Bei einer dynamischen Waffenschau gab es Sprengungen und Maschinengewehrfeuer, Fahrzeuge vom Typ „Fuchs“ und „Fennek“ düsten über das Gelände. Das Spektrum ihrer Aufgaben und Möglichkeiten präsentierten die Eutiner Soldaten beim Tag der offenen Tür in der Rettbergkaserne aber stets mit einer Prise Humor. So lugten bei der Vorstellung der Besatzung von Transportpanzer und Spähwagen nach und nach die Köpfe der einzelnen Mitglieder hervor. „Ein Spähtrupp soll viel sehen, ohne selbst gesehen zu werden. Wir nennen das Petzen und Verschwinden“, sagte der Moderator der Waffenschau.

Der Beruf Soldat beinhalte die ständige Auseinandersetzung mit Krieg, Tod und Verwundung, aber dazu gehörten auch die Zuversicht, niemals aufzugeben, und Humor, hatte Kommandeur Tobias Aust schon beim Bataillonsappell vor dem Eutiner Schloss gesagt.

Mit Heiterkeit und Ironie wurde den Gästen die Entwicklung im Uniformbereich der Bundeswehr demonstriert. „Unsere Modenschau ist ein Klassiker“, sagte Sprecher Matthias Simon. Den Mitwirkenden, alle aus der 3. Kompanie, war der Spaß anzumerken. Vor allem Wolf von Blumröder brillierte als Zuchtmeister, der Akteure und Publikum gleichermaßen ’rannahm: „Umdrehen! Applaus!“ In der 30-minütigen Darbietung erfuhren die Zuschauer unter anderem, warum der Kampfanzug „Jagd meliert“ die Filzlaus genannt wurde: „Weil das Ding juckt und kratzt wie die Hölle!“ Der Infanterist der 1980-er Jahre dagegen musste sich mit etwas Anderem herumschlagen: „Dem grünen, schweren Affen“ – seinem Rucksack.

Ihr Wissen für die Modenschau hatten die Darsteller aus der 3. Kompanie von Dennis Catterfeld von der Infanterieschule Hammelburg bezogen. Er erläuterte Interessierten unter anderem die Feinheiten der „Wohlfühljacke“ und des Kampfanzuges: „Seine Taschen müssen sehr tief sitzen, damit man an sie ’rankommt, denn darüber wird eine Schutzweste getragen.“ Das neueste Modell der Schutzweste verfügt über einen Notabzug, damit man sie – beispielsweise im Wasser –abstreifen kann. „Sie wiegt zwölf Kilo, vollbepackt 30 Kilo. Und dann kommt noch der Rucksack dazu“, erklärte Catterfeld dem Ehepaar Sabine und Reinhard Lettow aus Eutin.

Hier sehen Sie einige Impressionen vom Tag der offenen Tür in der Rettbergkaserne, mit dem das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ sein 60-jähriges Bestehen feierte.

Ebenfalls aus Eutin stammen Hella und Horst Scharff (81 und 84 Jahre). Auch sie verfolgten die Modenschau, allerdings mit einem anderen Schwerpunkt: „Unser Enkel macht dabei mit.“ Matthias Brennecke (35, aus Eutin) war mit seinem Sohn Mika (5) auf das Gelände gekommen: „Er steht auf Panzer.“ Für Helmut „Adde“ Arendt (75) aus Eutin war der Besuch in der Kaserne ein Ausflug in die Vergangenheit: „1963/64 habe ich hier gedient. Erst bei der Ausbildungseinheit F 6, dann bei der 2. Kompanie. Zuerst war ich Panzerschütze, später Gefreiter. Ich wollte mal gucken, ob ich alte Kameraden treffe. Und tatsächlich bin ich einem alten Vorgesetzten begegnet.“

Ulrike Benthien