Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein 600 Kiter surfen über den Belt
Lokales Ostholstein 600 Kiter surfen über den Belt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:40 17.09.2015
Eine Herausforderung auch für die Top-Profis: 600 Kiter gehen morgen bei „Coast 2 Coast“ auf Fehmarn gleichzeitig an den Start. Quelle: Fotos: Hfr
Fehmarn

Es ist ein absoluter Glücksfall für das Surferparadies Fehmarn. Und ein Event der Superlative: Zwei Jahre nach der erfolgreichen Premiere mit 350 Teilnehmern startet Red Bull morgen auf der Insel eine Neuauflage des Kitesurf-Marathons „Coast 2 Coast“ (engl. = von Küste zu Küste). Mit einem spektakulären neuen Rekord: 600 Kiter gehen am Niobe-Strand bei Gammendorf an den Start. Das Ziel ihrer Beltquerung: einmal die rund 40 Kilometer lange Tour über die Ostsee Richtung Dänemark und danach ohne Pause von Lolland wieder zurück nach Fehmarn.

Die Insider sprechen vom härtesten Kitesurf-Marathon der Welt. Mit gleichen Startbedingungen für alle, ob Top-Profis oder lupenreine Amateure: 600 Teilnehmer aus 19 Nationen — Racer wie Freestyler — gehen um 11.30 Uhr am Niobe- Strand mit Twintip- oder Directional-Board an den Start. Gewonnen haben sie jetzt schon alle. Denn tatsächlich sind rund 1500 Bewerbungen aus aller Welt eingegangen. „Aus Sicherheitsgründen musste die maximale Starterzahl aber auf 600 begrenzt werden“, so Sarah Wenger vom Veranstalter.

Allein schon der Massenstart hat es in sich. Alle 600 Kiter, darunter die deutschen Profis Linus Erdmann und Florian Gruber, machen sich von einem 750 Meter langen Strandabschnitt gleichzeitig auf in Richtung Dänemark. Wenger: „Ein Massenstart dieser Größe ist einmalig in der Geschichte des Kitesports und erfordert vollste Konzentration und die Mobilisierung aller Kräfte ab der ersten Minute.“

Spannende Duelle für die Kite- Fans sind somit garantiert. Nach dem Start müssen die Teilnehmer — allesamt ausgestattet mit GPS-Tracking — rund 40 Kilometer auf offener See und ohne Pause an die dänische Küste und zurück bewältigen. Den Wendepunkt und gleichzeitig das nach dem Start vermutlich schwierigste Nadelöhr der Strecke markiert eine Boje 150 Meter vor Rødbyhavn.

Während des Rennens müssen die Starter in einem durch Segelschiffe und Bojen markierten Korridor bleiben. Eine Spielregel ohne Pardon: Wer diesen Kurs verlässt, wird automatisch disqualifiziert.

Eine Herausforderung, die auch für die Top-Profis einmalig ist. Florian Gruber, aktueller Weltcup-Sieger von St. Peter-Ording, freut sich riesig: „Noch nie sind so viele Kiter bei einem Rennen an den Start gegangen. Das erfordert viel Durchhaltevermögen, eine durchdachte Taktik und im richtigen Moment auch clevere Manöver.“ Er muss es wissen, war er doch bei der „Coast 2 Coast“-Premiere von zwei Jahren Vierter. Gruber: „Zeit zum Verschnaufen bleibt keine. Bei der Teilnehmerzahl muss ich in diesem Jahr sicher noch eine Schippe drauflegen, um ganz vorne mitzumischen.“

2013 schrieben die LN im Vorfeld: „Die Vogelfluglinie bekommt Flügel“. Denn „Coast 2 Coast“ war damals ein Überraschungs-Präsent zum 50-jährigen Jubiläum dieser Route. Nach einem Jahr Pause gibt es jetzt ein Comeback — laut Wenger nicht zum letzten Mal. Nur ungünstige Winde kann die Kiter noch aufhalten. Gestern hätte es bei Windstärke vier bis fünf geklappt. „Es gibt wahnsinnig wechselhafte Vorhersagen“, fiebert das ganze Team mit. Möglicher Ersatztag wäre laut Wenger der Sonntag.

Speedsurfen mit 70 Sachen
Der Rostocker Michael Naumann hat auf Fehmarn die Deutsche Meisterschaft im Speedsurfen gewonnen. Er setzte damit seine Titelserie seit 2011 fort.
In der Orther Reede konnten — verteilt auf insgesamt acht Wettkampftage — sechs Rennen bei unterschiedlichen Windbedingungen ausgetragen werden. Vor allem am Auftaktwochenende sorgte Sturmtief „Jonas“ mit Windstärke sechs bis acht aus Nordwest für perfekte Rennbedingungen. „Bei starkem Wind und relativ glatter Wasseroberfläche konnten Spitzengeschwindigkeiten von knapp 70 km/h erreicht werden“, berichtet Mike Henschel vom Verein Deutscher Speedwindsurfer (VDS).
Als der Wind abflaute, mussten dagegen zwei Versuche auf der 250 Meter langen Rennstrecke abgebrochen werden. Nach sechs Rennen durften alle Fahrer ihr schlechtestes Einzelergebnis für die Gesamtwertung streichen. Hinter Naumann belegten Ralf Ewers (Bielefeld) und Max Bohne (Berlin) die weiteren Spitzenplätze, gefolgt von Uwe-Sören Schmidt (Bremen) und Manfred Merle (Peine).
gjs
Tipps für Besucher
Startschuss (eine Stunde vorgezogen) morgen 11.30 Uhr am Niobe-Strand, gegen 16 Uhr wird der Sieger gekürt.



Für Zuschauer stehen oberhalb von Gammendorf am Eventcampingplatz Parkmöglichkeiten (zehn Euro pro Tag) zur Verfügung, mit kostenlosem Shuttle-Service zum Strand und zurück.



Am Strand gibt‘s Infos zum Rennen und ein Aktionsprogramm. 19 Uhr Aftershow-Party am Eventcampingplatz.

Gerd-J. Schwennsen