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Ostholstein A-1-Baustelle: Anschlussstelle Scharbeutz bleibt länger gesperrt
Lokales Ostholstein

A-1-Baustelle: Sperrung der Anschlussstelle Scharbeutz dauert länger

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20:00 22.11.2021
Der Lückenschluss auf der A 1-Großbaustelle verzögert sich: Wegen Grundwasserproblemen dauern die Arbeiten an der Anschlussstelle Scharbeutz in Richtung Norden knapp drei Wochen länger.
Der Lückenschluss auf der A 1-Großbaustelle verzögert sich: Wegen Grundwasserproblemen dauern die Arbeiten an der Anschlussstelle Scharbeutz in Richtung Norden knapp drei Wochen länger. Quelle: Andreas Oelker
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Scharbeutz

Unverhoffter Rückschlag für den Ende November geplanten Lückenschluss auf der A-1-Großbaustelle zwischen Pansdorf und Neustadt-Mitte: Die ursprünglich für Mittwoch, 24. November, in Aussicht gestellte Wiederfreigabe der generalüberholten Autobahn-Anschlussstelle Scharbeutz in Richtung Norden verzögert sich um knapp drei Wochen. Grund dafür sind unvorhergesehene Grundwasserprobleme.

Als Sprecher der für das 21-Millionen-Euro-Großprojekt verantwortlichen Autobahn GmbH erklärt Torben Wiencke auf LN-Anfrage: „Tatsächlich werden wir die Sperrung der Anschlussstelle nach aktuellem Stand nun wohl erst zum 13. Dezember aufheben können, da wir in diesem Bereich beim Bau der neuen Entwässerung mit unerwarteten Problemen konfrontiert wurden.“

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Kernbohrungen wiesen nicht auf Problem hin

Wiencke schildert: „Dort hatten zwecks Bodensondierung zwar auch Kernbohrungen stattgefunden. Aber die haben nicht aufzeigen können, dass der Grundwasserspiegel zum Ausheben der Baugruben einfach zu hoch liegt.“ Nun werde dieser mithilfe sogenannter Lanzen temporär abgesenkt, um die neuen Leitungen im trockenen Erdreich verlegen zu können.

Grundwasser wird mit Lanzen abgesaugt

„Es werden jetzt Rohre bis in eine Tiefe von bis zu vier Metern eingespült, die das Grundwasser quasi absaugen, damit die Erde beim Ausheben nicht immer wieder nachrutscht“, verdeutlicht der Autobahn-Sprecher und merkt an: „Bei der bereits erfolgten Erneuerung der Scharbeutzer Anschlussstelle auf der West-Seite in Fahrtrichtung Süden hatten wir diese Probleme zum Glück nicht.“

Endspurt an der Autobahn-Anschlussstelle Scharbeutz in Richtung Fehmarn: Die Auf- und Abfahrtsrampen zur A 1 sind bereits asphaltiert worden. Quelle: Andreas Oelker

Zunächst einspurig in beiden Richtungen

Und wie sieht der neue Fahrplan für den Endspurt der „grundhaften Fahrbahnerneuerung“ auf einer Gesamtlänge von knapp zehn Kilometern an der Lübecker Bucht aus? Wiencke sagt: „Unmittelbar nach der Freigabe der Anschlussstelle Scharbeutz soll dann auch der Verkehr in Richtung Norden auf die neue Trasse umgelenkt werden.“ Da dann allerdings noch Restarbeiten auf dem neuen Mittelstreifen inklusive Leitplanken-Montage anständen, könne der Verkehr auf beiden Richtungsfahrbahnen zunächst nur jeweils einspurig fließen.

Komplette Freigabe zum 22. Dezember?

Doch trotz der knapp dreiwöchigen Verzögerung betont der Autobahn-Sprecher: „Unser Ziel bleibt weiterhin, die Gesamtmaßnahme noch vor Weihnachten abgeschlossen zu haben. Insofern könnte der Verkehr auf allen vier Spuren dann wieder zum 22. Dezember nord- und südwärts fließen.“ Allerdings unter der Prämisse, „dass uns bis dahin witterungstechnisch nichts Gravierendes mehr in die Quere kommt.“ Glücklicherweise sei „knackiger Frost“ aber derzeit nicht absehbar, der die restlichen Asphaltierungsarbeiten auf der neuen Nord-Piste erschweren oder gar verhindern könnte.

Zuversichtlicher Sprecher der Nord-Niederlassung der Autobahn GmbH: Torben Wiencke hofft trotz der Grundwasser-Probleme im Bereich Scharbeutz darauf, dass die komplette A-1-Großbaustelle noch vor Weihnachten fertig wird. Quelle: Andreas Oelker

Asphalt-Einbau im „Inline-Pave-Verfahren“

Denn nach dem Einbau der 18 Zentimeter dicken Asphalt-Tragschicht kann im „Inline-Pave-Verfahren“ nur ordentlich Strecke gemacht werden, wenn die 9,5 Zentimeter dicke Binderschicht und die 2,5 Zentimeter dünne Deckschicht nach ihrer Anlieferung bei 170 Grad auch im heißen Zustand von zwei direkt hintereinander laufenden „Fertigern“ über die gesamte Fahrbahnbreite von zwölf Metern aufgetragen und mit Bohlen vorverdichtet wird.

Belastung strandnaher Straßen hält weiter an

Darauf hofft man auch in Scharbeutz. Als Vorstand der dort ansässigen Tourismus-Agentur Lübecker Bucht betont André Rosinski: „Alles, was die Erreichbarkeit und die Anreise in unsere Orte wieder erleichtert, ist natürlich begrüßenswert. Denn auch in dieser Zeit herrscht trotz verschärfter Corona-Lage vor allem an Wochenenden reger Ausflugsverkehr an die Lübecker Bucht.“ Angesichts der weiter anhaltenden Belastung strandnaher Umgehungsstraßen bleibe zu hoffen, „dass dann vor Weihnachten tatsächlich alles fix und fertig ist“.

Von Andreas Oelker