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20:18 10.02.2018
Burg a. F

Und doch ist die 57-Jährige mit ihren Gedanken eigentlich schon einen Riesenschritt enteilt. Denn von Buch zu Buch benötigt sie ein volles Jahr. Die logische Konsequenz: Bis zum Sommer möchte sie ihren vierten Krimi abschließen, der 2019 erscheinen soll. Eigentlich ist dieser Roman sogar schon fast fertig, nur ein letztes Kapitel fehlt noch. Dafür begibt sich Meckelmann mitten im Winter auf Recherche-Reise ins niedersächsische Dörverden: „Ich greife ein gemeines und brisantes Thema auf.“ Mehr möchte sie nicht verraten, nicht einmal den Arbeitstitel.

Schon wieder sucht ein Serienmörder Fehmarn heim. Und legt seine Opfer an historischen Plätzen ab. Krimi-Autorin Heike Meckelmann hat zum dritten Mal zugeschlagen. In ihrer Burger Pension blättert sie im druckfrischen Roman „Küstendämon“. Die erste Lesung ist bereits geplant.

Heike Meckelmann kam erst spät zum Bücherschreiben. Sie hat Betriebswirtschaft studiert, wurde zur Fotografin ausgebildet. Die gelernte Friseurmeisterin hatte über 20 Jahre einen eigenen Betrieb auf Fehmarn, war später Hochzeitsplanerin und betreibt heute die Pension „Kajüthus“ in Burg. In den 90er Jahren saß sie für die „Statt-Partei“ sogar zwei Jahre in der Burger Stadtvertretung.

Musikerin und andere künstlerische Talente

Zugleich gab – und gibt es – vielseitige künstlerische Talente. Unter dem Künstlernamen „Nila Martin“ sang sie auf der CD „Piratenland“ maritim angehauchte Lieder, deren Texte sie fast ausschließlich selbst verfasst hat. Sie leitete den Spielmannzug der Jugendfeuerwehr Burg, war in ihrer Heimatstadt Elmshorn Sängerin und Trompeterin in der Showband „Nightexpress“. Und als Entertainerin trat sie 1996 bei der Eröffnung des Sportpark Südstrand in Burgtiefe gar an der Seite von Carlo von Tiedemann und Isabell Varell auf.

Das liegt alles lange zurück. Und doch nehmen ihre sprudelnden Talente immer wieder starken Einfluss auf ihr Schreiben. Dazu kommt eine nach 30 Jahren Inselleben profunde Kenntnis ihrer neuen Wahlheimat. Das spiegelt sich in der präzisen Beschreibung der Krimi-Schauplätze, die oft abseits der bekannten Urlauberpfade liegen, wider. Kein Wunder, dass sie zwischendurch 2017 ein Fehmarn-Buch über ihre 88 „Lieblingsplätze“ veröffentlichte.

Den Stoff für ihre Krimis findet sie manchmal im realen Leben. Bei ihrer Krimi-Premiere 2016 mit „Küstenschrei“ griff sie einen echten Mordfall von Juist auf, siedelte ihn aber auf Fehmarn an. Mit einer skurrilen Pointe: Als ihr mörderischer Erstling erschien, war das Haus am Sund, in dem ihre Hauptfigur Charlotte Hagedorn alias „Miss Marple von Fehmarn“ wohnt, kurz zuvor abgebrannt. Daher musste es im Folgekrimi auch in Flammen aufgehen.

Ihre Recherchen sind umfangreich

„Kein Stoff für zarte Inselträume“, titelten 2017 die LN. Denn der Mörder in „Küstenschatten“ geht alles andere als zimperlich vor. Er schlägt brutal zu, sein Opfer stirbt einen qualvollen Tod. „Aber wenn der Täter das Messer ansetzt, hört meine Beschreibung auf“, verspricht sie. Schließlich erscheinen ihre Krimis in einer populären Regionalkrimi-Reihe im Gmeiner Verlag – und müssen trotz harter Krimikost als Urlaubsschmöker taugen.

Meckelmanns Recherchen sind oft umfangreich. Sie liest Biografien von Serienmördern, lässt sich gerne inspirieren von grausam-düsteren Exzessen in dänischen oder schwedischen Krimis: „Der Tatort-Fernsehkrimi ist fast wie Softeis.“ Längst ist sie auf den Geschmack gekommen. Die Autorin, die als Mädchen selbst davon träumte, zur Kripo zu gehen, holt sich Anregungen von echten Polizisten oder Ärzten, die sich ebenfalls auf der Insel auskennen – und natürlich in ihrem Metier. Meckelmann: „Denn echter Nervenkitzel braucht fundiertes Wissen.“

Manchmal kommen die Ideen sogar von ihren Gästen, wenn sie morgens in ihrer Pension frühstücken und in Plauderlaune sind. „Ich selbst lerne mit jedem Buch dazu. Am Anfang war einiges manchmal etwas holprig, im Laufe der Zeit habe ich meinen Stil verändert.“

Was bleibt, ist die Neugierde. Und der Wunsch, neue Pfade zu betreten. Ihr großer Traum bleibt, einen historischen Roman zu verfassen. Über ein düsteres Fehmarn-Kapitel: die Zeit der Hexenverfolgungen. Doch das lässt sich nicht so nebenbei zwischen Krimi-Ideen im Jahresrhythmus und Pensionsbetrieb stemmen. Immerhin: Der berüchtigte Petersdorfer Galgenberg spielt in ihrem neuen Krimi schon mal eine gewichtige Rolle. Welche, das wird nicht verraten.

Buchpremiere und Lesereise

Der Kriminalroman „Küstendämon“ ist diese Woche im Gmeiner-Verlag erschienen. 439 Seiten, 12 Euro.

Eine Buchpremiere mit Lesung findet am Sonnabend, 24. Februar, ab 19.30 Uhr im Burger „Hotel Wisser“ statt (Voranmeldung unter Tel. 04371/3111).

Eine Lesereise unter dem Titel „Mörderisches Dreieck“ ist im November geplant. Drei Autorinnen lesen an vier Orten, darunter Fehmarn. Außer Meckelmann machen Kathrin Hanke (Hamburg) mit ihren „Lüneburg-Krimis“ und Heike Wolpert (Hannover) mit ihren „Katzen-Krimis“ mit.

Gerd-J. Schwennsen

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