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Ostholstein Abgebrannte Reetdachhütten am Strand - Feuerteufel offenbar gefasst
Lokales Ostholstein Abgebrannte Reetdachhütten am Strand - Feuerteufel offenbar gefasst
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17:36 02.07.2015
Die Feuerwehr löscht einen der damaligen Brände.
Die Feuerwehr löscht einen der damaligen Brände. Quelle: privat
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Scharbeutz/Haffkrug

Ein Gerücht wabert durch die Gemeinde Scharbeutz. Einige wollen es genau wissen: „Der Feuerteufel, der mehrere Reetdachhäuschen in Haffkrug und Scharbeutz angesteckt hat, ist gefasst.“ Gerücht oder Realität?

Oberstaatsanwalt Günter Möller, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Lübeck, hält sich auf LN-Anfrage noch sehr bedeckt. „Es hat ja lange nicht mehr gebrannt“, gibt er zu bedenken und sagt dann: „Wir haben eine ganz heiße Spur.“ Möller etwas konkreter: „Wir haben jemanden, der nicht weglaufen kann.“ Der Mann befinde sich also in staatlichem Gewahrsam. Der Staatsanwalt zeigte sich „guter Dinge, dass wir vorankommen, und dass wir das bald aufklären können.“ Allerdings würden die Ermittlungen noch einige Zeit in Anspruch nehmen, kündigte er an.

Der Scharbeutzer Gemeindewehrführer Reinhold Mang sprach sicherlich im Namen aller 210 Feuerwehrleute in der Gemeinde, als er sagte: „Das ist eine tolle Sache. Uns fällt ein großer Stein vom Herzen. Wir sind alle sehr froh.“ Besonders erleichtert ist er darüber, dass es sich bei dem Verdächtigen seinen Informationen zufolge nicht um einen Angehörigen einer der Scharbeutzer Ortswehren handelt.

Sollte der Täter tatsächlich gefasst worden sein, dann macht sich auch bei Strandkorbvermieterin Daniela Bade (39) große Erleichterung breit. Ihr reetgedecktes Häuschen an der Strandallee wurde in den vergangenen Monaten gleich zweimal angesteckt. Kaum war das Dach repariert worden, wurde es erneut durch ein Feuer zerstört.
„Ich wünsche es mir so sehr, dass der Täter endlich gefasst ist. Das war schon eine sehr aufregende Phase. Viele von uns Strandkorbvermietern hatten Bauchschmerzen.“ Daniela Bade freut sich besonders darauf, nachts endlich wieder in Ruhe schlafen zu können.

Denn ausschließlich um Mitternacht und später machte sich der Täter ans Werk. Das erste Mal vom 16. auf den 17. April, das letzte Mal am ersten Juni-Wochenende. Während Mitte April zunächst ein mit Reet gedecktes Toilettenhaus in Haffkrug und dann das Häuschen der Familie Bade teilweise zerstört wurden, blieb es im Juni bei dem Versuch, das Reetdach des Toilettenhäuschens in Scharbeutz anzuzünden. Der mutmaßliche Täter wurde überrascht und konnte entkommen. In allen Fällen gab es ausschließlich Sachschäden. Menschen wurden nicht verletzt.

Gleich nach dem ersten Vorfall hatte Bürgermeister Volker Owerien (parteilos) im Namen der Gemeinde eine Belohnung von 3000 Euro für „ den entscheidenden Hinweis, durch den der oder die Täter überführt werden können“ ausgesetzt. Die Gemeinde selber hat einen Schaden von knapp 100 000 Euro erlitten. Gleich zwei Toilettenanlagen wurden oder werden noch abgerissen. In dieser Saison wird es keine Neubauten mehr geben. Stattdessen werden WC-Container genutzt. In den neuen Häusern, so Volker Owerien,wird es dann auch behindertengerechte Toiletten geben.

Christina Düvell-Veen