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Ostholstein Abschiedsfeier für Bürgermeister: Bosau muss zahlen
Lokales Ostholstein Abschiedsfeier für Bürgermeister: Bosau muss zahlen
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12:02 24.05.2019
Vor zwei Monaten feierten die Gemeindevertreter wie Birgit Steingräber-Klinke den in Ruhestand gehenden Bürgermeister Mario Schmidt noch als Super Mario. Jetzt trauern die Gemeindevertreter dem Geld für die Feier nach. Quelle: Dirk Schneider
Bosau

„Wer soll das bezahlen? Wer hat das bestellt? Wer hat so viel Pinkepinke? Wer hat so viel Geld?“ Die Diskussion im Bosauer Geschäftsausschuss erinnerte phasenweise an diesen bekannten Karnevalsschlager. Anlass war die Abschiedsfeier für Bürgermeister Mario Schmidt (parteilos), zu der die Gemeindevertretung eingeladen hatte. Stein des Anstoßes: Das Fest in der Gaststätte zum Frohsinn kostete 2339,55 Euro, die die klamme Gemeinde nun per Nachtragshaushalt finanzieren muss.

Zur Erinnerung: Mehr als 100 geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft, Vertreter von Vereinen und Verbänden waren vor zwei Monaten der Einladung der Gemeinde gefolgt, um Bosaus langjährigen und beliebten Bürgermeister mit Erinnerungsgeschenken und Lobreden in den „wohlverdienten Ruhestand“ – so der Tenor aller Ansprachen – zu entlassen. So nutzten unter anderem auch Landrat Reinhard Sager (CDU), Malentes Bürgermeisterin Tanja Rönck (parteilos) und Amtsvorsteher Gerold Fahrenkrog die Gelegenheit, Schmidts vielfältiges Wirken für die Gemeinde Bosau auf verschiedensten Ebenen positiv zu beleuchten.

Der letzte Ordner liegt geschlossen auf dem Pult. Mario Schmidt genoss den stehenden Applaus, mit dem er von seinen Weggefährten in den Ruhestand entlassen worden war.. Quelle: Dirk Schneider

Der „feucht-fröhliche Feierabend“ sei ein „großes Dankeschön“ der Gemeinde um Schmidts besondere Verdienste zu würdigen, hatte der damalige Bürgervorsteher Alfred Jeske (CDU) die nicht ganz nüchterne Gala moderiert, in deren Verlauf auch Getränke und Fingerfood angeboten wurden (mehr zu der Feier lesen sie hier.)

Überrascht von den Bewirtungskosten

Dr. Joachim Rinke (FDP) zeigte sich im Nachhinein überrascht von der Höhe der Rechnung. Als er im Ältestenrat unter Zeitdruck selbst zugestimmt habe, sei er sich über diesen Betrag nicht klar gewesen. „Die Summe war nicht bekannt, die Entscheidungsfindung war schwierig und ich habe einen Fehler gemacht“, erklärte Rinke reumütig. „Wir hätten Alternativen abwägen müssen.“

Auch Birgit Steingräber-Klinke (SPD), die sich bei der Feier noch begeistert mit einer persönlichen Laudatio und einem „Super-Mario-Plakat“ von Schmidt verabschiedet hatte, bewertete die Situation nun etwas anders. „Das Ganze ist unglücklich gelaufen“, sagte sie und verwies auf Probleme bei der Terminierung, die für eine Beratung in der Gemeindevertretung keine Zeit gelassen habe, sodass letztlich der Ältestenrat ohne echtes Mandat entschieden habe. Zugleich regte sie Gespräche mit dem Vorsteher des Amtes Großer Plöner See, Gerold Fahrenkrog, an, ob sich dieses nicht „zu einem gewissen Teil an der Summe beteiligen“ wolle. Schließlich habe Schmidt in seiner 18-jährigen Dienstzeit als Bosauer Bürgermeister auch zwölf Jahre die Geschäfte des Amtes geführt. Und dessen Vertreter seien ja auch eingeladen gewesen und hätten mitgefeiert.

Für Thomas Ehlers (CDU) erwies sich dieser Vorschlag als rotes Tuch. „Da ist Ihnen wohl die Reihenfolge ein wenig durcheinander gekommen“, kritisierte er. „Die Sache ist gelaufen, wir können doch jetzt nicht mehr auf Betteltour gehen.“

Wer die Musik bestellt, muss die Kapelle auch bezahlen

Genau diese Ansicht vertrat auch Eberhard Rauch (CDU), der seit Schmidts Pensionierung und der damit verbundenen Änderung der Bosauer Verwaltungsstruktur als ehrenamtlicher Bürgermeister an der Spitze der Gemeinde steht. „Die Einladung ist von der Gemeinde ausgegangen“, stellte Rauch fest. Und wer die Musik bestelle, müsse sie auch bezahlen, sagte er und erinnerte an ein bekanntes Sprichwort. Genau dies sei übrigens bereits geschehen. Die Zeche sei zwischenzeitlich vom Amt bezahlt worden, sagte Rauch.

Denn ungeachtet der politischen Diskussion hätten die Gastwirte darauf vertrauen können, dass die Beauftragung der Bewirtung wirksam erfolgt sei. Der Geschäftsausschuss beschloss daher formal, die Kosten für die gemeindliche Veranstaltung zur Verabschiedung des hauptamtlichen Bürgermeisters zu übernehmen und deren Kostendeckung über einen Nachtragshaushalt sicherzustellen.

Dirk Schneider

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