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Ostholstein AfD-Treffen mit Protest und Polizei in Eutin
Lokales Ostholstein AfD-Treffen mit Protest und Polizei in Eutin
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20:10 09.01.2017
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Eutin

„Solche Sprüche wurden vor 80 Jahren auch schon gedroschen. Wehret den Anfängen“, sagte Richard Sohns, für die Grünen in der Eutiner Stadtvertretung aktiv, vor dem Lokal. Dass so etwas in Eutin möglich sei, mache ihn tieftraurig. Drinnen beklagte Tim Rießen, AfD-Direktkandidat für Ostholstein Süd, die „klassischen Vorurteile“. Immer wieder würden seiner Partei Dinge unterstellt, die gar nicht im Programm zu finden seien. „Jeder kann in der Demokratie seine Meinung äußern, aber für Beleidigungen habe ich kein Verständnis“, meinte Rießen.

Begleitet von Protesten traf sich am Sonntagnachmittag der AfD-Kreisverband Ostholstein zu seinem Dreikönigstreffen im Brauhaus Eutin. Mit Pfiffen, Buh- und „Nazis-raus“-Rufen wurden die etwa 60 bis 65 Mitglieder und Anhänger der Partei vor dem Lokal von etwa genauso vielen Demonstranten empfangen. Auf Transparenten hieß es „AfD – Braune Scheiße neu verpackt“ oder „Keinen Raum für Rassisten“.

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Die Polizei war mit zahlreichen Beamten vor Ort, registrierte aber außer einigen Beleidigungen aus der Menge keine besonderen Vorkommnisse.

Der AfD-Kreisverband hatte schon vor Wochen auf seiner Internetseite zu dem Treffen geladen. Der Ort wurde nicht genannt, nur eine Telefonnummer. Erst nach einem Check erfuhren die Anrufer mehr.

Begründet wurde dies mit der Sicherheit der Teilnehmer, viele seien schon angegriffen worden. Trotzdem kursierte das Treffen im Netz, dort wurde zum Protest aufgerufen. Auch gab es Appelle an die Gastronomie, der AfD keine Räume zu vermieten. Marcus Gutzeit, Betreiber des Brauhauses, sagte dazu, sein Haus stehe offen für alle demokratischen Parteien. Mit Blick auf die Kritik, die ihm nun wegen der Bewirtung der AfD entgegenschlägt, sagte Gutzeit: „Ich denke, ich bleibe dabei, werde es mir aber noch einmal durch den Kopf gehen lassen.“

Als Gastredner hatte der Kreisvorsitzende Frank Brodehl den Hamburger AfD-Vorsitzenden Bernd Baumann eingeladen. „Abertausende Polizisten müssen uns mit Maschinenpistolen beschützen, damit wir auf Weihnachtsmärkte gehen können“, attackierte er die „Massenmigration und den Einwanderungsfanatismus“ der anderen Parteien. Glaubhaft dagegen stelle sich allein die AfD. „Holen wir uns endlich unser Land zurück“, schloss Baumann seine Rede. 90 Mitglieder hat die AfD in Ostholstein, etwa 950 landesweit – Männer und Frauen aus allen Berufsgruppen, sagte Brodehl. pet

LN