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Ostholstein Illegaler Sitzungssaal wird zu Büros umgebaut
Lokales Ostholstein Illegaler Sitzungssaal wird zu Büros umgebaut
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07:00 10.09.2019
Aus dem Sitzungssaal sollen jetzt wieder Büros werden. Bauamtsleiter Peter Mowka zeigt, wo Wände eingezogen werden sollen. Quelle: Susanne Peyronnet
Ahrensbök

Offenbar hat es die Verwaltung im Ahrensböker Rathaus über Jahrzehnte nicht als wichtig angesehen, den nötigen Papierkram zu erledigen. Das ganze Desaster dieser Haltung tritt jetzt zutage. Manches, was stets als Selbstverständlichkeit angesehen wurde, ist schon immer illegal gewesen. Es nachträglich in Ordnung zu bringen, würde teuer werden.

Aktuellste Genehmigung ist von 1950

Seit Anfang des Jahres ist der Sitzungssaal im ersten Stock des Rathauses gesperrt, weil es für ihn nie eine Baugenehmigung gab. Im benachbarten alten Rathaus liegen im ersten Stock ebenfalls Besprechungsräume, für die keine Genehmigung vorliegt. Die jüngste Genehmigung zum alten Rathaus stammt aus dem Jahr 1950. Eine andere ist jedenfalls nicht aufzutreiben.

Das teilte Bauamtsleiter Peter Mowka den Lokalpolitikern im Bauausschuss mit. Er habe nachgeforscht und keine andere Genehmigung für das alte Rathaus gefunden. Bei den Planungen für einen Aufzug im neuen Rathaus hatte eine Architektin festgestellt, dass auch für den dortigen Sitzungssaal nichts vorliegt. In der Baugenehmigung für das Rathaus vom 19. Juli 1983 sind für das erste Obergeschoss lediglich zwei Fraktionsräume und ein Stuhllager aufgeführt.

Seit Jahren illegal genutzt, sollen die illegalen Sitzungsräume jetzt zu Büros umgebaut werden

Weil sich auch eine Gemeinde an geltendes Recht halten muss, wurde der Sitzungssaal sofort nach der Entdeckung der Architektin gesperrt. Auch deshalb, weil es keinen Brandschutz gibt, der bei Feuer einer größeren Menschenmenge das Überleben sichern würde. Maximal zehn Personen dürfen sich im Obergeschoss aufhalten, wenn alle gerettet werden sollen.

Ohne Brandschutzgutachten läuft nichts

So ähnlich sieht es für das alte Rathaus aus. Dort gibt es ebenfalls nicht nur keine Genehmigung, sondern auch kein Brandschutzkonzept, obwohl auch dort die Räume im ersten Stock über Jahre und Jahrzehnte für Sitzungen und Veranstaltungen genutzt wurden. Genehmigt sind lediglich Büroräume. Auch hier müsste eine Nutzungsänderung beantragt und dafür ein Brandschutzgutachten in Auftrag gegeben werden.

Die Verwaltung hat ausrechnen lassen, was das kosten würde. Insgesamt schlügen zwei solche Gutachten mit 21 000 Euro zu Buche. Und weil die Ahrensböker Kommunalpolitiker erstens sparsam und zweitens bodenständig und pragmatisch sind, wischten sie die Brandschutzgutachten einfach vom Tisch. Einstimmig beschlossen sie, keine Nutzungsänderung zu beantragen, kein Brandschutzgutachten in Auftrag zu geben und das Geld zu sparen. Stattdessen sollen die Räume in den ersten Stockwerken der Rathäuser als Büros für die beengte Verwaltung genutzt werden.

Genug andere Sitzungsräume vorhanden

Der Politik tut das nicht weh. Die Sitzungen der Gemeindevertretung, Bürgerversammlungen und Empfänge finden sowieso seit eh und je im viel größeren Saal des Bürgerhauses statt. Auch die Ausschüsse tagen manchmal dort, aber auch in der Arnesbokenschule oder in Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhäusern in den Dorfschaften. „Über die Dörfer zu gehen, hat Charme“, stellte Jan Poppinga (SPD) im Bauausschuss fest. Und Klaus-Dieter Gruber (CDU) ergänzte: „Man sollte nicht horrende Summen für einen Sitzungssaal ausgeben.“

Von Susanne Peyronnet

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