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Ostholstein Neue Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte
Lokales Ostholstein Neue Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte
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18:21 22.01.2019
Die Gedenkstätte Ahrensbök öffnet ihre Türen, hier die zur  Verhörzelle im Keller, für eine neue Ausstellung.
Die Gedenkstätte Ahrensbök öffnet ihre Türen, hier die zur Verhörzelle im Keller, für eine neue Ausstellung. Quelle: Peyronnet
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Ahrensbök

Es war ein Bild des Grauens. Als amerikanische Truppen am 27. April 1945 das Konzentrationslager Dachau-Kaufering befreiten, wurde US-Leutnant Albert Gaynes Zeuge der „ganzen Bestialität der Nazis“. In einem Brief an seine Frau Debbie beschreibt er das „Horror-Konzentrationslager“. Fünfzig Jahre später hat die amerikanische Künstlerin Yardena Donig-Youner den Brief und Fotodokumente dieser Zeit zu einer Ausstellung verarbeitet.

„A Letter to Debbie“, heißt die Ausstellung über die Befreiung des Dachauer Außenlagers Landsberg. Der Historiker Prof. Jörg Wollenberg wird am internationalen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, am Sonntag, 27. Januar, um 15 Uhr die Ausstellung mit einem Vortrag in der Gedenkstätte Ahrensbök eröffnen. Sie wird bis Sonntag, 3. März, zu sehen sein. Wollenberg wird sie mit mehreren Vorträgen und Sonntagsgesprächen begleiten.

Acht Seiten und 13 Fotos

In seinem Brief versucht Leutnant Gaynes auf acht Seiten das Grauen in Worte zu fassen. Er berichtet von verkohlten Leichen, beschreibt „Muselmanen“, von Amerikanern „Zombies“ genannt, von nackten Leibern, die in Gräben lagen, „verhungert und zu Tode gequält, Skelette mit Haut“. Gaynes legte seinem Brief 13 Fotos von Toten bei, die ein Sergeant am Tage der Lagerbefreiung aufgenommen hatte.

Für Yardena Donig-Youner waren diese Briefe ein Kunstwerk. Fünfzig Jahre nach ihrer Entdeckung beschloss die Künstlerin, eine Ausstellung zu machen. Aus den Fotos schuf sie Drucke im Großformat, über die sie die Texte des handschriftlichen Briefes legte. „Zuerst liest man den Text, dann entdeckt man die Bilder im Hintergrund“, erklärt sie ihre Idee für die Gestaltung. Donig-Youner ist persönlich betroffen: Ihre Familie floh vor den Nazis nach Palästina, ihre Großmutter wurde in Riga ermordet.

Jörg Wollenberg, der die Ausstellung um die Jahrtausendwende aus den USA nach Deutschland holte, wird an drei Sonntagen, vom 10. Februar bis 3. März, in Vorträgen und zuletzt im Gespräch mit dem Schauspieler Rolf Becker, die Hintergründe der Befreiung von Konzentrationslagern durch alliierte Truppen sowie das Leid der Frauen, die auf Todesmärsche geschickt wurden, zum Thema machen.

Die Öffnungszeiten

Die Gedenkstätte ist jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr, jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Sie kann nach Anmeldung auch an anderen Tagen besucht werden. Das Gebäude liegt direkt an der Bundesstraße:432 (Koordinaten: 54.026198,10.593623, Parkmöglichkeiten: B 432 Einfahrt Flachsröste, links über das Betriebsgelände der Firma OHZ, Ostholsteinisches Holzkontor), Flachsröste 16 im Ahrensböker Ortsteil Holstendorf, Telefon 045 25/49 30 60, E-Mail: gedenkstaetteahrensboek@t-online.de. Eintritt und Führungen sowie die Teilnahme an Veranstaltungen sind kostenfrei, Spenden willkommen.

sas

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