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Ostholstein Funktion wird abgeschaltet: Aus für Ahrensböker Whatsapp-Newsletter
Lokales Ostholstein Funktion wird abgeschaltet: Aus für Ahrensböker Whatsapp-Newsletter
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18:23 27.11.2019
Über Whatsapp gibt es vom 7. Dezember an keine Pushnachrichten der Gemeinde Ahrensbök mehr. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Ahrensbök

Das Experiment ist gut angelaufen. Doch jetzt macht der Messenger-Dienst Whatsapp dem Ahrensböker Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) einen Strich durch die Rechnung. Das Unternehmen stellt seinen Push-Newsletter-Dienst ein. Den nutzte die Gemeinde seit vergangenem Winter, um seine Bürger regelmäßig zu informieren.

Alles, was wichtig ist in einer Whatsapp-Nachricht

Knapp 700 Nutzer hatten sich beim Whatsapp-Kanal der Gemeinde Ahrensbökeingetragen, um die Mitteilungen der 8200-Einwohner-Gemeinde zu empfangen. Nicht nur Ahrensböker, sondern auch ehemalige Ahrensböker, die auf dem Laufenden bleiben wollen, sind unter den Empfängern. Sie werden zurzeit noch mit den Whatsapp-Sammelnachrichten über vieles informiert, was in Ahrensbök passiert oder wichtig ist: Sitzungen der politischen Gremien, Veranstaltungshinweise, Straßensperrungen, Wasserrohrbrüche. Auch der Hinweis auf die Spendenaktion für die kranke Hannah wurde auf Bitten mehrerer Ahrensböker über den Whatsapp-Verteiler der Gemeinde weitergegeben.

Die Gemeinde hat mittels Whatsapp unter anderem über Baumaßnahmen und Verkehrsbehinderungen informiert. Quelle: Screenshot

Am 7. Dezember ist Schluss mit dem Newsletter

Doch nun muss sich Zimmermann, der dieses Instrument eingeführt hatte, etwas anderes überlegen. Vom 7. Dezember an werde Whatsapp den Versand von Newslettern unterbinden, sagt Andreas Hentschel, stellvertretender Chefredakteur des Computermagazins „Chip“. Das dürfte seines Wissens einige Hundert Gemeinden in Deutschland treffen. Im Norden war Ahrensbök die erste Kommune, die ihre Bürger per Whatsapp informierte.

„Es ist nicht ganz leicht, zu sagen, warum Whatsapp dieses Angebot einstellt“, sagt Hentschel. Vermutlich seien dubiose Nutzer der Grund. Andere Beobachter meinen, das Abschalten solle eine Maßnahme gegen Spam und Fake News sein. So seien im Vorwege der Präsidentenwahl in Brasilien massenhaft gefälschte Nachrichten verteilt worden, habe das Unternehmen angeführt. Es setze stattdessen in Zukunft auf rein private Kommunikation von Nutzer zu Nutzer oder in Gruppen.

Threema oder Facebook? Suche nach Alternativen

„Ich werde mir etwas einfallen lassen“, verspricht Zimmermann, der sich dazu bereits mit Fachleuten zusammengesetzt hat, um eine Alternative zu finden. Dem Bürgermeister ist es stets ein Anliegen, möglichst viele Informationen, auch zu den Sitzungen von Ausschüssen und der Gemeindevertretung, zu geben. Deshalb hatte er vor einem Jahr auf Whatsapp gesetzt. Das habe fast jeder auf seinem Smartphone, so Zimmermanns Argument. Hentschel sieht das ähnlich: „Whatsapp ist halt der beliebteste Messenger, sehr viele Leute nutzen ihn.“

Petra Klevenhaus sitzt im Vorzimmer des Ahrensböker Bürgermeisters und sendet von dort aus den Whatsapp-Newsletter. Quelle: Susanne Peyronnet

Nach Angaben des „Chip“-Redakteurs gibt es andere Möglichkeiten. Etwa den Facebook-Manager oder Threema, einen Schweizer Instant-Messaging-Dienst, der zurzeit von fünf Millionen Menschen privat genutzt wird. Den Facebook-Messenger nutzen 18 Millionen Menschen in Deutschland, Whatsapp wird nach Angaben seines Eigentümers Facebook von fast 60 Millionen Deutschen täglich genutzt – von 63 Millionen, die überhaupt online sind. Deshalb sind Facebook und Threema für Hentschel keine echten Alternativen. „Die Frage ist, ob man damit so viele Menschen erreicht.“

Newsletter und Datenschutz

Große Städte nutzten eine eigene App, um ihren Bürgern über Pushnachrichten Informationen zukommen zu lassen. Ansonsten bleibe nur ein E-Mail-Newsletter, dessen Bestellformular sich gut auf der Gemeinde-Webseite einbinden lasse. Es gebe genug Dienstleister, die so etwas datenschutzkonform anbieten. „Aus Sicht des Datenschutzes ist das sicher die sauberste Lösung“, sagt Hentschel.

Wer sich über Ahrensböker Termine, vor allem in der Kommunalpolitik, informieren möchte, hat demnächst diese Möglichkeiten: die Lübecker Nachrichten lesen, die Aushänge in den Schaukästen beachten oder unter www.ahrensboek.de auf der Homepage der Gemeinde nachsehen.

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Von Susanne Peyronnet

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