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Ostholstein Um 150 Euro zu sparen: Ahrensbök verschenkt keine Blumensträuße an Jubilare mehr
Lokales Ostholstein Um 150 Euro zu sparen: Ahrensbök verschenkt keine Blumensträuße an Jubilare mehr
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18:03 21.11.2019
Ein Blumenstrauß zum hohen Geburtstag? Das soll es in Ahrensbök künftig nicht mehr geben. Quelle: Frank Söllner
Ahrensbök

Die Gemeinde Ahrensbök muss eisern sparen. Die Kommunalpolitiker gucken, wo immer es geht, nach Möglichkeiten, den einen oder anderen Euro nicht ausgeben zu müssen. Nun sollen die Blumensträuße für hohe Geburtstage und Hochzeitstage gestrichen werden. Das hat der Hauptausschuss einstimmig beschlossen. Das letzte Wort hat die Gemeindevertretung.

Die Richtlinie über Ehrungen in der Gemeinde Ahrensbök sieht bisher vor, dass es je nach Alter oder Ehejubiläum unterschiedliche Gaben gibt. Wer 80 Jahre alt wird, muss sich mit einer Glückwunschkarte begnügen. Zum 85. Geburtstag gibt es eine Karte und ein Buchpräsent, zum 90. Geburtstag je eine Glückwunschkarte der Landesregierung und der Gemeinde und eben jenen Blumenstrauß im Wert von zehn Euro, der jetzt zu teuer sei.

Auch Besuche von Bürgervorsteher und Bürgermeister sollen wegfallen

Wer 95 Jahre alt wird, bekommt wiederum nur eine Glückwunschkarte, zum 100., 105. und jedem weiteren Geburtstag gratuliert der Bundespräsident, ebenso wie zum 65., 70. und 75. Hochzeitstag. Glückwünsche der Gemeinde einschließlich Blumenstrauß für zehn Euro werden Paaren zuteil, die Goldene Hochzeit feiern, also 50 Jahre verheiratet sind.

Anlässe, bei denen der Bürgervorsteher Hans-Joachim Dockweiler (CDU) oft persönlich die Glückwünsche der Gemeinde überbringt, bei besonders hohen Altersjubiläen auch gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos). Alles Besuche, die künftig wegfallen sollen, ebenso wie die Blumensträuße. Eine Aussicht, bei der Zimmermann nicht glücklich aussieht, die er aber nicht kommentieren will. In diesem Jahr gab es in Ahrensbök drei 100. Geburtstage.

Geringe Ersparnis: Kosten betragen nur 150 Euro

Der Aufwand für die hohen Geburtstage und Ehejubiläen beträgt in diesem Jahr etwa 150 Euro einschließlich Aufwandsentschädigung für die Besuchszeit und Fahrtkosten. Geld, das eingespart werden soll. Vorausgesetzt, die Gemeindevertretung stimmt im Dezember dem Beschlussvorschlag des Hauptausschusses zu.

Wenn in Ahrensbök über den Haushalt für das kommende Jahr geredet wird, geht es um ganz andere Summen. Im Verwaltungshaushalt betrug das für 2020 errechnete Defizit zunächst 738 000 Euro. Mittlerweile ist es auf rund 400 000 Euro gesunken.

Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. So sollen die Steuern erhöht werden: die Grundsteuer A von 350 auf 380, die Grundsteuer B von 370 auf 400 und die Gewerbesteuer von 370 auf 380 Prozent. Das bringt aufs Jahr gesehen 50 000 Euro. Die neue Straßenbeleuchtungsoll über niedrigere Energiekosten 28 000 Euro einsparen. Außerdem geht die Gemeinde mit einer Erstattung vom Kinderschutzbund in Höhe von 20 000 Euro aus, rechnet Kämmerin Iris Dankert vor. Vor allem aber wurde das Minus von 193 000 Euro im laufenden Jahr abgebaut. „Wir rechnen jetzt mit einer Null“, sagt Dankert.

Bald werden Verkehrsschilder gezählt

In Wahrheit könnte die Finanzlage der Gemeinde Ahrensbök aber viel schlechter aussehen, wenn wie geplant die neue Haushaltsführung (Doppik) eingeführt ist. Da geht die Verwaltung jetzt dran, denn diese Umstellung muss bis 2024 vollzogen sein. Das bedeutet auch, alles zu erfassen und in Euro und Cent zu bewerten, was die Gemeinde besitzt. „Wir zählen Verkehrsschilder, alles ist zu erfassen, sogar Spielgeräte“, sagt Dankert. „Es kostet Zeit und Geld.“

Von Susanne Peyronnet

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