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Ostholstein Abschaffung der Bäderbahn: Petition gegen die „Endstation Ratekau“
Lokales Ostholstein Abschaffung der Bäderbahn: Petition gegen die „Endstation Ratekau“
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15:50 25.06.2019
Läuft auch im Internet: die Petition für den Erhalt der Bäderbahn, gestartet von der Timmendorfer Aktivgruppe für Handel und Gewerbe. Quelle: Aktivgruppe
Timmendorfer Strand

„Noch ist es nicht zu spät“ für den Erhalt der Bäderbahn – finden Vertreter der Timmendorfer Aktivgruppe Handel und Gewerbe. Sie haben eine Petition gestartet, um für die bisherige Schienenverbindung zwischen Ratekau und Neustadt zu kämpfen. Diese soll aufgegeben werden, wenn die neue Trasse zum Belttunnel fertig ist. Das bedeute: „Endstation Ratekau“, warnen die Initiatoren der Petition, und das sei für den Ort extrem nachteilig.

„7,5 Millionen Euro an Kaufkraft gehen pro Jahr verloren“

Die Petition richtet sich an das Landesverkehrsministerium, erklärt Heinz Meyer, Vorsitzender der Aktivgruppe. Die Entscheidung, die Bäderbahn aufzugeben, soll revidiert werden. Das Land will die Verbindung durch Busse ersetzen. „Timmendorf wird damit ab 2028 abgeschnitten“, meint Meyer. Darunter würden die Pendler leiden, deren Arbeitsweg sich so um bis zu zwei Stunden am Tag verlängere. Dringend benötigte Fachkräfte könnte das abschrecken, und Urlaubs- und Tagesgäste könnten ausbleiben, wenn sie künftig vom Bahnhof Ratekau aus weiter nach Timmendorf reisen müssten. Gut 7,5 Millionen Euro Kaufkraft gingen dem Ort damit pro Jahr verloren, hat Meyer errechnet.

Mit durchschnittlich 1400 Fahrgästen pro Tag sei Timmendorfer Strand der am stärksten genutzte Bahnhof in der Region, argumentiert Meyer. Die hohe Zahl an Pendlern und Reisenden – viele davon mit großem Gepäck – könne nicht allein per Busverkehr von Ratekau nach Timmendorf befördert werden. Zudem würden diese Busse dann durch Hemmelsdorf fahren, wo ohnehin schon häufig Stau herrsche.

Unterstützung kommt von Geschäftsleuten aus dem Ort

Es sei erschreckend, dass bislang sehr wenig Leute überhaupt wüssten, dass der Timmendorfer Bahnhof ab 2028 sozusagen stillgelegt werde, ergänzt Mike Lindner von der Aktivgruppe. Diesbezüglich soll die Petition Abhilfe schaffen: „Wir werden Unterschriftenmappen auslegen und vielleicht auch Informationen in den Zügen verteilen.“ Die Unterschriften-Bögen können auch von der Internet-Seite der Aktivgruppe heruntergeladen werden, wo sich weitere Informationen zu der Initiative finden. Auch ein Video soll noch eingestellt werden, in dem sich auch Stefan Barkleit von der Fahrgastinitiative „ProBahn“, der Hotelier Christian von Oven und Strandkorbvermieter Marcus Bade für die Bäderbahn aussprechen.

Die Aktion richte sich nicht gegen den geplanten neuen, gemeinsamen Bahnhof von Ratekau und Timmendorfer Strand auf Ratekauer Gebiet, nahe der A 1, betonen Meyer und Lindner. Doch trotz dessen Bau solle die Bestandstrasse über Timmendorf und bis nach Scharbeutz erhalten bleiben. Und zwar auf Kosten der Bahn, „denn das ist eine lukrative Strecke“.

Sabine Latzel

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