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Ostholstein Alle Bürgermeister-Kandidaten outen sich zum Bürgerentscheid
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20:26 04.03.2015
Voll besetzte Mensa der Inselschule Fehmarn: Der Bürgermeister-Wahlkampf auf der Insel bleibt auch im Endspurt ein Hit. Quelle: Fotos: Schwennsen
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Puttgarden a. F

Keine Spur von Politikmüdigkeit auf der Insel. Fünf Tage vor der Bürgermeister-Wahl lockten die fünf Kandidaten, die sich am 8. März um die Nachfolge von Otto-Uwe Schmiedt bewerben, nochmals über 260 Besucher. Allerdings: Politische Sensationen gab es auf der VHS-Podiumsdiskussion in der Mensa der Inselschule keine.

Nur ein einziges Mal wurde es im Saal mucksmäuschenstill. Dafür sorgte Stadtvertreter Marco Eberle von den Grünen: „Ich kann Euch diese Frage nicht ersparen. Bitte um eine kurze Antwort zum Bürgerentscheid, wollt ihr das temporäre Sondergebiet aufheben — ja oder nein?“ Alle Augen richteten sich auf die fünf Kandidaten.

Günter S. Lintzen (parteilos) reagierte als Erster: „Ja, Marco!“ Und schob später nach, er sei weder für dieses noch für das gesamte Belttunnel-Areal auf der Insel. Noch nicht endgültig festlegen wollte sich Gunnar Mehnert (parteilos, WUW-Fraktion): „Vielleicht, es gibt für mich noch ein rechtliches Problem, ob das Konstrukt so funktioniert. Also jein.“

Jutta Mackeprang-Reimann (parteilos) beschied kurz und bündig: „Ich bin klar für die Aufhebung.“ Rainer Loosen (CDU) hielt dagegen: „Eine kurze Antwort kann es darauf nicht geben, auch wenn man sie sich wünscht.“ Leichte Unruhe wurde unter den Zuhörern laut. Daraufhin Loosen: „Grundsätzlich finde ich die Idee gar nicht verkehrt, nur der Standort ist verkehrt. Ich werde mit Ja stimmen.“

Schließlich Jörg Weber (SPD) „Ja, denn ich bin gegen die feste Beltquerung — und auch alles, was damit zusammenhängt.“

In vielen anderen Punkten, die VHS-Leiter Günther Schmoranzer oder die vier Schüler oben auf dem Podium sowie engagierte Zuhörer vorbrachten, lagen die fünf Kandidaten oft nicht sehr weit auseinander. Beispiel Volkshochschule: Unisono warnten sie ähnlich wie Loosen davor, etwas „kaputt zu sparen“. Für ein „gescheites Gebäudemanagement“ warb Lintzen, Sorgen um die wenigen Turnhallenzeiten äußerte Mehnert. Auch Weber und Mackeprang-Reimann machten sich für die Bildungsangebote der VHS stark.

Thema Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen: Weber würde sich als Bürgermeister regelmäßig mit Jugendlichen zusammensetzen, „um zu hören, wo ihnen der Schuh drückt“. Auch Loosen plädierte dafür, junge Menschen für eine aktive Gestaltung in der Kommune „mitzunehmen“. Mackeprang-Reimann möchte einen eigenen Kinder- und Jugend- Beirat gründen und mit einem Etat ausstatten, den sie selber verwalten können. Mehnert hält an seiner Forderung nach einem Jugendparlament (wie zum Beispiel in Itzehoe) fest. Und Lintzen würde im Rathaus Jugendliche in einen Bürgermeister-Beirat einbinden, in dem sie Wünsche vorbringen können: „Das muss die Verwaltung dann umsetzen und der Stadtvertretung präsentieren.“

FWV unterstützt temporäres Gewerbegebiet
Mit der FWV (in der Stadtvertretung sechs von 23 Mandaten) unterstützt erstmals eine Fraktion geschlossen das geplante temporäre Gewerbegebiet bei Puttgarden. „Nein zu realitätsfernem Wunschdenken, Nein zu Eigeninteressen vor Gemeinwohl“ kritisieren sie und sieben bürgerliche Mitglieder, beide Seiten führten die Diskussion nach dem Motto „Wer am lautesten und schrillsten schreit, bekommt Recht“.
Die FWV mahnt eine sachliche Diskussion an. Erstens: Eine Vielzahl vom heimischen und fremden Firmen sehe einen Bedarf für die Versorgung der Tunnelbaustelle und befinde sich derzeit auf Fehmarn auf der Suche. Diese Versorgung werde zweitens zu großen Teilen über den Bauhafen und nur zu kleinen Teilen über die E 47 erfolgen. Und drittens: Eine dezentrale Verteilung der Zulieferstandorte auf der Insel werde dagegen zu einer deutlichen Verkehrsbelastung sorgen. „Wir haben nur die Wahl, die Baustellen-Versorgung zu steuern oder der Entwicklung tatenlos zuzuschauen“, heißt es weiter.
Daher hält die FWV ein temporäres Gewerbegebiet noch immer für sinnvoll und notwendig. Sie werde aber darauf achten, dass es keinen „Missbrauch“ der Fläche für andere Vorhaben und es nach Abschluss der Tunnelbaustelle einen vollständigen Rückbau gebe. gjs

Gerd-J. Schwennsen

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