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Ostholstein Ameos Klinik saniert hochgesicherten Bereich
Lokales Ostholstein Ameos Klinik saniert hochgesicherten Bereich
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11:49 19.02.2013
Von Sebastian Rosenkötter
Ameos-Vorstand Michael Dieckmann (l.) und Chefarzt Peter Bürkle nahm vor Haus 7 den Förderbescheid des Landes Schleswig-Holstein von Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD) entgegen. Quelle: Fotos: Rosenkötter
Neustadt

Im gegenüberliegenden Haus 7 — es ist bereits umzäunt und gehört zum forensischen Teil der Klinik — sollen die Handwerker ab Ostern das Kommando übernehmen. „Das Haus ist seit 30 Jahren in Betrieb, es muss grundlegend saniert werden“, so Ameos-Sprecher Jan Dreckmann.

Die Gesamtkosten für den Umbau betragen 2,04 Millionen Euro, die das Land bezahlt. Gestern übergab die Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD) den Förderbescheid an Ameos-Vorstand Michael Dieckmann. Damit steht den Arbeiten an dem Haus, das speziell für die Aufnahmephase und Krisenzeiten von Patienten gedacht ist, nichts mehr im Wege. Michael Morsch, Beauftragter des Landes für den Maßregelvollzug, erklärte, dass Haus 7 komplett entkernt werden müsse. „Alle Rohre kommen raus, Wände werden versetzt und Nasszellen geschaffen.“

Seit einem knappen Jahr laufen die Umbauarbeiten um das Haus 18. Das Areal soll als hoch gesicherter Bereich für besonders gefährliche, psychisch kranke Straftäter gestaltet werden. Das Haus sieben, dass zum forensischen Teil der Klinik gehört, soll grundlegend saniert werden.

Bislang seien viele der Patienten in Drei-Bett-Zimmern untergebracht. „2005 gab es sogar noch Fünf-Bett-Zimmer.“ Dies sei nicht mehr zeitgemäß. „Wir müssen die Therapiebedingungen verbessern“, sagte Morsch.

Deshalb soll es in Zukunft nur noch Ein- und Zwei-Bett-Zimmer geben. Untergebracht werden können in diesen 45 Straftäter, die als vermindert schuldfähig oder gar vollständig schuldunfähig gelten sowie eine ungünstige Prognose auf Heilung haben.

Die neuen Zimmer sollen übrigens ähnlich ausgestattet werden wie bisher. „Es wird die Standard-Einrichtung geben. Ein Vollholzbett, einen Schrank, einen Nachttisch und eben die Nasszelle. Es soll aber einen gewissen wohnlichen Charakter haben“, sagte Jan Dreckmann.

Chefarzt Peter Bürkle berichtete, dass einige der Patienten sehr gewaltbereit und -tätig seien. „Einzelzimmer wirken da deeskalierend. Eine allgemeine Unruhe von Einzelnen kann sich dann nicht mehr auf die Gruppe übertragen“, so Bürkle.

Während der Arbeiten in Haus 7 sollen die Patienten verlegt werden. „Wir müssen die höchsten Sicherheitsstandards gewährleisten. Deshalb können die Arbeiten erst beginnen, wenn Haus 18 sicher ist. Dort werden die Patienten für die Zeit der Sanierung untergebracht“, sagte Jan Dreckmann.

Durch den Umbau und die Erweiterung des geschlossenen Bereichs wird sich nach Angaben von Ameos-Chef Michael Dieckmann die Anzahl der untergebrachten Patienten nicht erhöhen. Die Forensische Klinik soll dann weiterhin über 240 Plätze verfügen. Jedoch werde es eine Verlagerung geben und statt bisher 120 Plätze dann 140 im hochgesicherten Bereich geben.

Mahnmal für NS-Opfer

22,8 Millionen Euro hat das Land in den vergangenen fünf Jahren für Neu- und Umbaumaßnahmen am Ameos-Standort Neustadt in den Maßregelvollzug investiert.
75 Vollzeitkräfte wurden seit 2005 zusätzlich eingestellt.
120 Jahre — so alt wird das Ameos-Klinikum in Neustadt in diesem Jahr. Einen Festakt soll es im August oder September geben.
Ein Mahnmal soll im diesen Jahres für die während der NS-Zeit verschleppten Patienten aufgestellt werden.

Sebastian Rosenkötter

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