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Ostholstein Angelhaken im Schnabel: Tierschützer retten Möwe
Lokales Ostholstein Angelhaken im Schnabel: Tierschützer retten Möwe
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15:31 29.05.2019
Die Tierschützer Hans-Detlef und Carola Stölken vom Verein Tiere in Not haben die Möwe im Binnensee von Heiligenhafen von Angelhaken und Angelschnüre befreit. Quelle: HFR
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Heiligenhafen

Einsatz für die Tierretter: Der Verein Tiere in Not Heiligenhafen-Fehmarn ist von einer Spaziergängerin informiert worden, dass eine Möwe auf dem Binnensee in Heiligenhafen vergeblich versuche, sich fortzubewegen. Schnell waren die Tierschützer vor Ort und sahen, dass eine massive Bewegungseinschränkung vorlag, den Grund konnten sie aber noch nicht sofort entdecken.

Hans-Detlef und Carola Stölken vom Verein Tiere in Not haben eine Möwe aus dem Binnensee in Heiligenhafen gerettet und sie von Angelhaken und Angelschnüre befreit.

Zu allem Unglück sei die Möwe auch noch sehr weit vom Ufer entfernt gewesen, berichtet der Vereinsvorsitzende Hans-Detlef Stölken. Also habe er sich auf den Weg durch den recht kühlen Binnensee gemacht und konnte die Möwe, da eine Flucht so gut wie unmöglich war, recht schnell greifen. „Dann sahen wir mit Schrecken, was passiert war. Ein Angelhaken hatte sich durch ihren Schnabel gebohrt und der daran hängende Klumpen von der Angelschnur hatte sich um den Flügel und das Bein gewickelt“, schildert Stölken.

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Weitere Seevögel durch Angelschnüre verletzt

Ohne die aufmerksame Spaziergängerin wäre das Tier elend zugrunde gegangen. Die Tierretter befreiten die Möwe vorsichtig von den Fesseln. Später, nachdem sich Hans-Detlef Stölken und seine Frau Carola vergewissert hatten, dass der Vogel keine weiteren Verletzungen hatte und einen guten Eindruck machte, wurde er in die Freiheit entlassen. „Die Möwe flog davon, ohne noch einen Blick zurückzuwerfen“, erzählt der Tierschützer. Es war jetzt innerhalb kurzer Zeit bereits der dritte Seevogel, der auf dem Binnensee in Not geriet. Alle wurden durch Angelschnüre verletzt.

Leider ging es nicht immer so gut aus wie diesmal. In den beiden anderen Fällen habe es sich um eine Möwe und um einen Schwan gehandelt, die so schwer verletzt waren, dass sie nur noch vom Tierarzt erlöst werden konnten, sagt Stölken und richtet einen Appell an die Angler, sorgfältig mit ihren Materialien umzugehen: „Die große Mehrzahl ist sehr verantwortungsbewusst. Aber es gibt eben auch dort schwarze Schafe, die Angelhaken und Schnüre einfach zurücklassen oder gar entsorgen.“ Dies habe dann die Folge, dass immer wieder Seevögel qualvoll verendeten.

Markus Billhardt