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Ostholstein Angler berichten von Explosionen vor Fehmarn: Marine sprengt Minen
Lokales Ostholstein Angler berichten von Explosionen vor Fehmarn: Marine sprengt Minen
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18:22 30.08.2019
So kann es aussehen, wenn eine Mine in der Ostsee gesprengt wird. Quelle: Kerstin Schröder (HFR)
Fehmarn

Riesige Mengen von Weltkriegsmunition liegen auf dem Boden der Ostsee. Das Kieler Innenministerium geht von rund 50 000 Tonnen aus – von der Mine bis zum Torpedo. In den vergangenen Jahren wurden auch an Ostholsteins Stränden immer wieder Reste angespült. Zudem gab es zahlreiche Entschärfungen. So auch am vergangenen Donnerstag. Ein Sprecher der Marine sagte den LN, dass die Crew des Minenjagdbootes „Weilheim“ zuletzt zwölf Minen vor der Insel Fehmarn gesprengt habe.

Eben diese Aktion sorgt nun für Diskussionen. Thomas Deutsch ist Kapitän der MS „Einigkeit“. Er bietet Hochseeangel-Touren an und war einige Seemeilen entfernt auf der Ostsee unterwegs, als Minen gesprengt wurden. „Es war nicht nur eine Explosion. Zwischen 8 und 14 Uhr wurden fünf Seeminen gesprengt, soweit wir das mitbekommen haben“, schildert er das Erlebte und spricht von an Bord spürbaren Vibrationen. Die Arbeiten der Marine seien im Vorfeld über Funk angekündigt worden. „In dem Ausmaß habe ich das noch nicht erlebt. Die Gäste waren auch entsetzt“, sagte er. „Es ist ein kleines Gebiet, wo wir nicht angeln dürfen. Die Sprengungen fanden in einem Naturschutzgebiet statt.“ Die Positionen seien über Funk durchgegeben worden.

Thomas Deutsch ist Kapitän der MS „Einigkeit“. Quelle: Louis Gäbler

Viele Altlasten vor Fehmarn

Der Marine-Sprecher sieht dies anders. Die „Weilheim“ gehört einem international zusammengestellten ständigen Nato-Einsatzverband an. „Um Fehmarn herum befinden sich zahlreiche Altlasten“, erläuterte er. Darunter seien Munition und Minen, die explodieren könnten. Grundsätzlich sei der Kampfmittelräumdienst des Landes zuständig. „Die waren schon an den Objekten dran, haben aber wieder Abstand davon genommen“, sagte der Sprecher. Ursächlich sei wohl eine Explosion gewesen. Nach Angaben des Fregattenkapitäns der Marine wird nicht im Naturschutzgebiet agiert.

Hunderttausende Tonnen Munition in der Ostsee

Weltkriegsmunition wurde massenfach in der Ostsee versenkt. Immer wieder werden Überreste angespült. Das Problem ist seit Jahren bekannt. Hier gibt es weitere Infos:

Bereits 2014 haben Experten deutlich gemacht, dass sie von einer steigenden Zahl an Munitionsfunden ausgehen. Wie sich Giftstoffe auf Tiere, Pflanzen und Menschen auswirken könnten, ist hier zu lesen.

Für Aufsehen sorgte im September 2016 ein besonderer Fang: Ein Fischer aus Niendorf hatte eine 200 Kilo schwere Rakete im Netz.

Auch im Großen Plöner See gab es schon Phosphor-Funde. Ein Kind wurde schwer verletzt.

Passend dazu gibt es hier
die Geschichte von der Torpedoversuchsanstalt in Bosau.

Die Beseitigung der Munitionsrestewird noch lange dauern, wie Experten im Gespräch mit den LN verdeutlicht haben.

Ein Kieler Toxikologe hat bereits vor fünf Jahren erläutert, wie gefährlich Munitionsreste für Strandbesucher sein können.

Das Entfernen der Minen sei notwendig, um die Sicherheit der Schifffahrt zu gewährleisten. „Es gibt vermehrt Funde am Strand. Teile von Minen und Munition werden entdeckt. Man kann froh sein über jede Altlast, die in irgendeiner Form vernichtet wird“, verdeutlichte der Sprecher. Bei der Beseitigung gebe es strenge Auflagen und eine permanente Abstimmung mit der zuständigen Revierzentrale.

Große Übung, weitere Sprengungen

In der kommenden Woche soll es weitere Sprengungen in der Ostsee geben. Dann beginnt das Manöver Northern Coasts. Zu der Großübung werden 3000 Soldaten aus Nato- und EU-Staaten erwartet. Die Bundeswehr stellt 1300 Kräfte und hat die Leitung inne. Geübt werden soll bis zum 18. September in der westlichen Ostsee zwischen Kiel und Bornholm. „Auch im Rahmen dieser Übung wird sich um echte Minen gekümmert“, kündigte der Marine-Sprecher an und ergänzte, dass das unschädlich machen von Minen „unser regulärer Auftrag ist“.

Dieser Torpedo aus dem Zweiten Weltkrieg wurde 2008 in Timmendorfer Strand gefunden und abtransportiert. Quelle: LN-Archiv

Von Sebastian Rosenkötter

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