Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein „Anpacken“: Wahlkampf bei der Kreis-CDU
Lokales Ostholstein „Anpacken“: Wahlkampf bei der Kreis-CDU
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:39 10.02.2018
Ingo Gädechens (2. v. r.) und seine Stellvertreter Silke Felix-Nitz, Timo Gaarz und Alexander Schmuck (rechts). Quelle: Fotos: Jennifer Binder
Grömitz

Verbandsvorsitzender Ingo Gädechens, der gestern (wie auch seine drei Stellvertreter) im Amt bestätigt wurde, nutzte die Versammlung nicht zuletzt, um die Konkurrenz auf die Schippe zu nehmen. Die gescheiterten Jamaika-Verhandlungen auf Bundesebene nannte er eine „Schmierenkomödie“ und erklärte „frei nach Christian Lindner“, es sei „besser, ohne die FDP zu regieren, als mit einer schlechten Schauspielertruppe“. Bei der SPD stelle sich ebenfalls die Frage, „wie man mit solch einer Chaostruppe zusammenarbeiten soll“. Das Personalkarussell drehe sich in turbulenter Weise und Martin Schulz werde „mehr und mehr zu einer tragischen Figur“, sodass man „fast schon Mitleid mit den Sozialdemokraten haben könnte“.

„Anpacken“ soll das Motto der CDU Ostholstein im Kampf um Stimmen bei der Kreistagswahl sein. Ein konkretes Wahlprogramm wurde beim Kreisparteitag allerdings noch nicht verabschiedet. Es soll gemeinsam mit den frisch gewählten Direkt- und Listenkandidaten erörtert werden.

Kreistags-Fraktionschef Timo Gaarz, der auch diesmal die Liste der Kandidaten anführt, stichelte ebenfalls fleißig in Richtung SPD. Mit Blick auf die aktuelle Debatte um die ärztliche Versorgung im Kreisgebiet warf er seinen Kreistagskollegen „blanken Populismus“ und „wenig Sachkenntnis“ vor. Auch witzelte er wie Ingo Gädechens über vermeintlich selbstdarstellerische Sozialdemokraten: „Man könnte meinen, sie würden jeden Morgen vorm Spiegel stehen und Motivationssprüche aufsagen – anders lässt sich das Gehabe der SPD-Kreistagsfraktion nicht erklären.“

Einen besonderen Blick lenkte Gaarz außerdem auf die Finanzen des Kreises. „Wir lassen uns den Haushalt von den Sozis nicht kaputtmachen“, kündigte er an, die CDU werde auch weiterhin darauf achten, „nicht wie Weihnachtsmänner durch Ostholstein zu laufen, sobald Geld da ist“.

Auch Ingo Gädechens bezeichnete die Haushaltsführung als Kernkompetenz der CDU und kritisierte die Pläne, das Bundesfinanzministerium der SPD zu überlassen. Ohnehin seien sechs Ministerien für eine „20-Prozent-Partei“ zu viel, so der Bundestagsabgeordnete.

Der schwarz-rote Koalitionsvertrag habe inhaltlich dennoch „einiges Gutes zu bieten“, so Gädechens. Insofern hoffe er auch, dass die Große Koalition tatsächlich zustande komme und „wir uns nicht am Ende neben der Kommunalwahl auch noch mit einer neuen Bundestagswahl befassen müssen“. Für die Kommunalwahl habe er die Hoffnung, dass die CDU als einzige Partei in Schleswig-Holstein flächendeckend antreten werde. In Ostholstein, dem mit knapp 1700 Mitgliedern fünftgrößten Kreisverband, hätten die meisten Ortsverbände schon ihre Kandidaten bestimmt.

 Von Jennifer Binder