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Ostholstein Architekturbüro mit 300 Jahren Eutiner Kaufmannsgeschichte
Lokales Ostholstein Architekturbüro mit 300 Jahren Eutiner Kaufmannsgeschichte
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06:00 22.06.2019
Architekt Dirk Adler hat den ehemaligen Bettwaren- und Lebensmittelladen Falckenhagen in der Eutiner Riemannstraße zum Architekturbüro umgebaut. Quelle: Peyronnet
Eutin

Ein Foto von 1912 zeigt das Ehepaar Falckenhagen mit dem Dobermann der Familie und einem jungen Angestellten in ihrem Kolonial- und Manufakturwarenladen in der heutigen Riemannstraße 25 in Eutin. Wo einst mit Waren vollgestopfte Regale standen und die überbordende Dekoration des wilhelminischen Zeitalters das Bild bestimmte, herrscht heute wohltuende Weite und Schlichtheit.

Eine alte Aufnahme zeigt das Inhaber-Ehepaar Falckenhagen mit einem Angestellten (rechts) und dem Firmenhund, einem Dobermann. Quelle: hfr

Das ist die Handschrift von Dirk Adler. Er hat das Stammhaus seiner Familie mit dem Kaufmannsladen Riemannstraße 25 und dem Anbau fürs Bettenfachgeschäft Riemannstraße 23 im Jahr 2012 von seinen Eltern übernommen. Sein Vater Burghard war es, der in die alteingesessene Kaufmannsfamilie einheiratete und den Namen Adler mitbrachte. Die Eutiner kennen Familie und Geschäft unter dem Namen Falckenhagen. Ein Name, der noch heute an der Fassade des Hauses Riemannstraße 23 prangt.

Eine erfolgreiche Familie

Er symbolisiert eine lange Familien- und Kaufmannstradition. 1690 bot Burchard Nicolaus Falckenhagen auf dem Eutiner Wochenmarkt Gewürze, Mehl und Korinthen feil. Seine Nachkommen waren so erfolgreich, dass sie 1843 anstelle des bescheidenen Hauses und Ladens Kieler Straße 25 – heute Riemannstraße 25 – einen Neubau errichten ließen. Eben jenes Haus, in dem Dirk Adler jetzt sein Architekturbüro betreibt. Anfang des 20. Jahrhunderts kam das Nachbarhaus, Kieler Straße 23, hinzu. Dort betrieb die Familie ein Bettwarengeschäft mit eigener Herstellung, für die Betten wurden Gänsefedern verarbeitet.

Dirk Adler hat die ehemalige Kolonialwaren- und Bettwarenläden seiner Familie zu einem Architekturbüro umgebaut

Aus Altersgründen schlossen Burghard und Ingrid Adler 2008 das Geschäft. Die Ladenräume standen zunächst leer. Sohn Dirk Adler ist nach seinem Architekturstudium in Bremen und Brighton mit seiner Familie nach Eutin zurückgekehrt und bewohnt das Obergeschoss. Das Haus liegt ihm am Herzen, und so ging er nach Bestandsaufnahme und Planung daran, es für sein Architekturbüro herzurichten. Im April dieses Jahres wurde der erste Raum im Erdgeschoss bezogen.

Viel Altes erhalten, neues grau markiert

Adler geht es um die Verbindung von alten und neuen Elementen. „Mein Credo ist: Altes erhalten und Neues sichtbar werden lassen.“ Alles, was alt ist in den neugestalteten Räumen, erscheint in hellen Farben. Alles was neu ist, wurde mit einem grauen Farbton versehen. Manches wurde wieder zum Vorschein gebracht, etwa die historische Decke mit ihrem großformatigen Raster, das in den Linien im geschliffenen Betonspachtelboden wieder aufgenommen wurde. Auch die Lüftungsschlitze in der hölzernen Laibung rund um die ehemaligen Schaufenster sind wieder freigelegt, obwohl sie keine Funktion mehr haben. Von der 3,40 Meter hohen Decke hängt eine Kugellampe, ein Original aus den 1920er Jahren.

An einer Seite im großen Büro, das anstelle des alten Kolonialwarenladens entstanden ist, ist eine Wand grau gestrichen. Sie ist – so verrät es das Farbkonzept – neu. Es gab sie früher nicht, weil direkt dahinter der Bettwarenladen des Nachbarhauses lag. Freier Durchgang für die Kunden. Der wird jetzt nicht mehr gebraucht. Der Ladenraum dahinter gibt noch einen Eindruck davon wieder, wie der andere große Raum vor der Umgestaltung aussah.

Schwarze Decken und altes PVC

Die Decke ist schwarz gestrichen, um sie optisch abzusenken. Auf dem Boden kleben noch etliche Bahnen des alten PVC-Bodens. Teile des Neonröhren-Lichtbandes lehnen an einer Wand, überall hängen lose Kabel herab, die alten Heizkörper aus dem Jahr 1900 sind zwar schön mit ihren Ornamenten, aber mit etlichen Schichten weißer Farbe verklebt. Sie sollen wieder in ihrer ganzen Pracht erstrahlen. In der Bettfedernkammer ist die Maschine von 1958 verschwunden, die nicht sehr geschmackvollen Fliesen sind aber noch da.

Der ehemalige Bettwarenladen: So sah auch das daneben liegende Lebensmittelgeschäft vor dem Umbau aus. Quelle: Susanne Peyronnet

Viel zu tun also noch für Dirk Adler. Aber die Aufgaben sind eine seiner Spezialitäten als Architekt. Eines seiner Projekte steht am Eutiner Markplatz. Im Jahr 2003 hat er die äußere und innere Umgestaltung der Bäckerei und des Cafés Klausberger entworfen und begleitet. Sein Ziel: die Vergangenheit mit der Zukunft verbinden. Oder wie er es formuliert: „Meine Philosophie konzentriert sich auf den bestehenden Ort, die Nutzung, das Material und die Geschichte.“

Susanne Peyronnet

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