Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Attacke an der Supermarkt-Kasse: Amtsgericht verwarnt 51-Jährigen
Lokales Ostholstein Attacke an der Supermarkt-Kasse: Amtsgericht verwarnt 51-Jährigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:47 14.11.2019
Ein Mann aus Timmendorfer Strand musste sich vor dem Amtsgericht wegen Körperverletzung verantworten. Quelle: Sabine Latzel
Eutin

Mit mehreren Faustschlägen hat Mitte März ein Kunde eines Supermarktes in Timmendorfer Strand einen 35-Jährigen mitten ins Gesicht geschlagen. Vor dem Eutiner Amtsgericht musste er sich wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten. Das Urteil: Verwarnung mit Strafvorbehalt. Er musste 300 Euro Strafe zahlen und erhielt eine zweijährige Bewährungszeit. Der Grund: Der Angeklagte ist psychisch krank.

Gleich zu Beginn der Verhandlung hat der in Timmendorfer Strand wohnhafte Frührentner die Tat zugegeben. „Ich war betrunken und habe meine Medikamente nicht genommen“, sagte der Mann vor Gericht aus. „Ich hatte eine seelische Krise.“ Erst einen Tag zuvor habe der 51-Jährige eine geschlossene psychiatrische Klinik wegen starker Depressionen verlassen. Das bestätigte auch sein anwesender Betreuer. Eine Rechtfertigung für sein Verhalten solle das natürlich nicht sein, räumte der Angeklagte ein.

Angeklagter bereits bekannt für Gewaltausbrüche

Das Opfer, ebenfalls aus Timmendorfer Strand, habe den Mann flüchtig gekannt. So erzählt es der 35-Jährige vor Gericht. Er habe nur einkaufen gehen wollen. An der Kasse sei es sehr voll gewesen, Kunden standen in einer langen Reihe. Plötzlich sei der Angeklagte auf ihn zugesprungen und habe dabei gerufen: „Du kriegst was auf die Fresse“. Dann seien die Fäuste mehrmals in seinem Gesicht gelandet, seine Nase habe angefangen zu bluten. Er, von seiner Statur her um einiges größer und breiter, habe den Angreifer schließlich auf den Boden gelegt. Kurze Zeit später war die Polizei vor Ort.

Es ist kein Einzelfall. Der Angeklagte ist dem Eutiner Amtsgericht bekannt. Acht Eintragungen hat der 51-Jährige bereits im Strafregister. Darunter Beleidigung, Volksverhetzung, Sachbeschädigung und mehrfache Körperverletzung. Die Ausbrüche haben laut seinem Betreuer mit der psychischen Erkrankung zu tun. Zu Gewaltausbrüchen komme es in manischen Phasen oder wenn die Medikamente vergessen wurden.

Kaum Geld: Wie hoch kann die Strafe angesetzt werden?

Das Gericht stellte die Schuld des Mannes wegen der vorsätzlichen Körperverletzung fest und verwarnte ihn. Schwieriger war es, ein geeignetes Strafmaß auszusprechen. Da der Timmendorfer als Frührentner und wegen noch laufender Zahlungen für vergangene Straftaten finanziell am Existenzminimum lebt, entschied sich das Amtsgericht für 30 Tagessätze mit je zehn Euro.

Mildernde Umstände waren zudem, dass der Angeklagte die Schuld an der Tat gleich zu Beginn der Verhandlung zugegeben und sich beim Opfer entschuldigt hat. Zudem kamen Richter und Staatsanwalt zu der Einschätzung, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt nur in Teilen als schuldfähig eingestuft werden könne. Wird der Verurteilte während der Bewährungszeit wieder straffällig, kann ihn das Amtsgericht noch wegen der Tat nachträglich verurteilen.

Von Saskia Bücker

Ein 83-Jähriger aus dem Kreis Plön wurde im März brutal überwältigt. Weil die Polizei noch die Täter sucht, hat eine Fernsehsendung den Fall wieder aufgerollt. Einen Tag später sind bereits neue Hinweise eingegangen.

14.11.2019

Das „Café Wichtig“ in Scharbeutz heißt jetzt „Grande Beach Café“. Die Betreiber wollen das Lokal verändern und sich auch vom Namensvetter in Timmendorfer Strand abgrenzen.

14.11.2019

Acht Varianten gibt es noch. Wie diese aussehen, präsentierte die Deutsche Bahn am Mittwoch im Dialogforum. Die Entscheidung über die Zukunft der Sundbrücke soll noch im November fallen.

13.11.2019