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Ostholstein Auch in der Corona-Krise: LN-Zusteller bringen die Nachrichten zu Ihnen
Lokales Ostholstein Auch in der Corona-Krise: LN-Zusteller bringen die Nachrichten zu Ihnen
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10:15 02.04.2020
Sie möchte diese Arbeit nicht mehr missen: LN-Zustellerin Frauke Ostertag (58) trägt in Neustadt und Sierksdorf aus. Quelle: Sebastian Prey
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Neustadt

Seit 26 Jahren ist Frauke Ostertag für die Lübecker Nachrichten unterwegs. Nacht für Nacht steckt sie bei den Abonnenten die Zeitung in die Briefkästen. „Ich bin schon ganz schön rumgekommen“, sagt Ostertag. Die ersten Jahre war sie auf den Dörfern unterwegs – von Ölendorf über Michaelsdorf bis Grube. Seit acht Jahren betreut die Kassauerin nun Gebiete in Neustadt und Sierksdorf.

In der Krise eine besondere Verantwortung

Die Tätigkeit als Zustellerin macht sie gerne. Gerade in diesen Krisenzeiten ist sie sich ihrer Verantwortung bewusst. „Die Leute warten auf ihre Zeitung und die Informationen. Für viele, die in diesen Tagen lieber nicht vor die Tür gehen, ist es auch die einzige Abwechslung“, sagt Frauke Ostertag.

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Dass ihre Tätigkeit eine besondere Bedeutung hat, erfährt sie aber nicht nur im Gespräch mit den Menschen. Seit gut einer Woche hat sie bei ihren Touren immer ein Schreiben dabei – eine Arbeitsbescheinigung –, um sich bei der Polizei ausweisen zu können. Eine solche Bescheinigung erhalten zum Beispiel Mitarbeiter im Gesundheitswesen, bei den Feuerwehren sowie in der Wasser- und Stromversorgung. Mitarbeiter von Medienhäusern bekommen die Bescheinigung, weil sie die Menschen mit wichtigen Informationen versorgen.

1233 Zusteller unterwegs

Für die Lübecker Nachrichtensind 1233 Zustellern unterwegs, die täglich 6679 Kilometer fahren. Die Zusteller haben dabei im letzten Jahr 74,5 Millionen Sendungen (Tageszeitungen, Briefe und Anzeigenblätter) zugestellt. Das Team der LN Zustell GmbH kann auch noch etwas Verstärkung gebrauchen. „Es ist eine interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit“, sagt Marko Schomacker, Geschäftsführer der Madsack Logistik Nord GmbH. Weitere Informationen gibt es hier oder per Email gleich.bewerben@lokalboten.de

Gegen 4.30 Uhr wieder zu Hause

Und für diese Aufgabe hat sich Frauke Ostertag einen ganz anderen Lebensrhythmus zugelegt. „Ich stehe auf, wenn die meisten anderen schlafen gehen“, sagt die 58-Jährige. Um kurz nach 23 Uhr macht sie sich fertig für die Arbeit. Manchmal ist sie gleich als Rufbereitschaft gefragt, wenn eine Kollegin oder ein Kollege ausfällt. Frauke Ostertag muss dann versuchen, die Zustellung anderweitig zu organisieren. Gegen Mitternacht nimmt sie am DRK-Heim Mühlenblick in Neustadt 55 Zeitungen in Empfang, die sie mit ihrem dunklen Kleinwagen unter anderem im Nordring austrägt.

Knappe 90 Minuten benötigt sie für die Tour. Im Anschluss fährt sie nach Sierksdorf und trägt dort weitere 60 LN-Exemplare aus. „Im Normalfall bin ich dann so nach 40 Kilometern mit dem Auto gegen 4.30 Uhr wieder zu Hause“, sagt sie mit einem fröhlichen Lächeln. Dann geht es für Frauke Ostertag aber nicht ins Bett. „Einen Kaffee auf dem Sofa und dann geht’s gleich weiter“, erzählt die Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Nach dem Duschen wird gefrühstückt, bevor die Arbeit an der Tankstelle einer Supermarkt-Kette beginnt. Erst am Nachmittag hat Frauke Ostertag dann wieder Zeit für ein Päuschen.

Fünf Stunden Schlaf reichen aus

An diesen Rhythmus haben sich Frauke Ostertag und ihr Umfeld längst gewöhnt. Mit fünf Stunden Schlaf komme sie auch gut aus. In jungen Jahren habe sie auch ab und zu „durchgemacht“. „Das schafft man heute natürlich nicht mehr so, aber diese Arbeit möchte ich nicht mehr missen“, sagt die gelernte Verkäuferin.

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Von Sebastian Prey