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Ostholstein Autorin schreibt über 80 Jahre Arbeiterbewegung in Eutin
Lokales Ostholstein Autorin schreibt über 80 Jahre Arbeiterbewegung in Eutin
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18:15 04.11.2019
Die „Geschichte der Arbeiterbewegung zwischen 1869 bis 1949“ hat Regine Jepp in ihrem ersten Buch betrachtet. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Drei Jahre lang hat Regine Jepp, ehemalige und langjährige Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Eutin, recherchiert. „Die Geschichte der Arbeiterschaft in Eutin“ ist allerdings ein Thema, das sie schon viel länger beschäftigt. Ihr Buch über die Zeit zwischen 1869 und 1949 erscheint am Dienstag, 5. November. Bei einer Lesung in der Buchhandlung Hoffmann stellt die 61-Jährige es vor.

Enger Kontakt zum Historiker Lawrence D. Stokes

Die rund 420 Seiten sind eine Chronologie von 80 Jahren Arbeiterbewegung in Eutin. „Diese Epoche zwischen Mitte des 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts interessiert mich sehr. Sie ist in bisherigen Veröffentlichungen und unter diesem Aspekt immer zu kurz gekommen“, sagt Regine Jepp. Andere Heimatforscher und Autoren vor ihr hätten völlig andere Ansätze für ihre Publikationen gehabt. Eine Orientierung waren ihr die Werke des kanadischen Historikers Lawrence D. Stokes, der mehrfach über Eutin und insbesondere über die Rolle der Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus geschrieben hat.

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Quellen aus dem Stadtarchiv genutzt

Regine Jepp und ihr Mann Karlheinz haben Lawrence D. Stokes vor etlichen Jahren kennen- und schätzen gelernt. Eine kurze Zeit wohnte er in ihrem Haus. Die Bürgergemeinschaft habe Stokes Forschungsunterlagen auf ihre Kosten von Kanada ins Stadtarchiv Eutin geholt, „denn er fand, sie gehörten hierhin“, berichtet Regine Jepp. Unter anderem in diesen Quellen entdeckte sie viel noch unveröffentlichtes Material, das sie für ihr Buch nutzen konnte. „Es gab zum Beispiel Interviews, die Stokes in den 1980er Jahren mit sehr alten Genossen geführt hat“, berichtet Regine Jepp. Auch alte Zeitungen wertete sie für ihr Werk aus.

Eine fiktive Zeitzeugin kommentiert

Sie spannt einen Bogen von der Kaiserzeit über den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, den Zweiten Weltkrieg bis zum Jahr 1949. Zu dem Zeitpunkt platzte Eutin schier aus allen Nähten, so viele Flüchtlinge beherbergte die Stadt. Sie berichtet, wie sich die Arbeiterschaft organisierte, aufbegehrte, standhaft blieb und sich behauptete. Um nicht zu wissenschaftlich zu werden, „denn Stokes war sehr schwer zu lesen“, und um ihre Kapitel aufzulockern, hat Regine Jepp sich die fiktive Co-Autorin Johanna Elisabeth, „eine Zeitzeugin“ an die Seite geholt.

Die Arbeiterfrau, in zweiter Ehe in Eutin verheiratet, pflegt in den 1920er Jahren ihren Schwiegervater Heinrich, der ihr viel „von früher“ erzählt hat. Johanna Elisabeth streut ihre Kommentare – gut erkennbar am kursiv gesetzten Text – in das, was wissenschaftlich belegt ist, erzählt Regine Jepp. Das sind Alltagsbeobachtungen, die Schilderung aktueller Weltereignisse (Untergang der Titanic), Ansichten zur Mode („sehr, sehr enge Röcke, die sogenannten Humpelröcke“) und ein bisschen Klatsch aus der Eutiner Gesellschaft.

Das Buch, 418 Seiten, 310 Abbildungen, kostet 29,90 Euro.Um Anmeldung für die Lesung in der Buchhandlung Hoffmann, Peterstraße 17, Dienstag, 5. November, Beginn 19.30 Uhr, wird gebeten. Telefon 045 21/707 80.

Von ben

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