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Ostholstein Darum klagt Großenbrode gegen den Ausbau der B 207
Lokales Ostholstein Darum klagt Großenbrode gegen den Ausbau der B 207
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16:24 13.02.2020
Im Westen die Ostsee, in der Mitte die Bundesstraße 207 und im Osten die Gemeinde Großenbrode: Diese will, dass die neue Straße als Hochwasserschutz gebaut wird. Quelle: LN-Archiv
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Großenbrode

Die Gemeinde Großenbrode gilt als hochwassergefährdet. B 207 und die Ostsee liegen in unmittelbarer Nähe. Sollte es zu einer ordentlichen Sturmflut kommen, kann eine massive Überflutung aus westlicher Richtung nicht ausgeschlossen werden. Deshalb setzt sich Bürgermeister Jens Reise (CDU) für einen entsprechenden Schutz ein. Am Donnerstag traf er vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Schleswig auf Vertreter des Verkehrsministeriums.

Die B 207 ist die einzige Verbindungsstrecke zwischen der Insel Fehmarn und dem Festland. Tausende Fahrzeuge sind täglich unterwegs – darunter etliche Lkw, die per Fähre von und nach Dänemark reisen. Lange Staus sind keine Seltenheit. Wegen des geplanten Baus der festen Fehmarnbeltquerung soll die Strecke zwischen Heiligenhafen und Puttgarden vierspurig ausgebaut werden. Bereits im Herbst 2007 gab es seitens des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) Voruntersuchungen.

Klagen von Umweltverbänden und Privatpersonen

Gegen die Pläne gibt es massiven Widerstand. Sowohl die Gemeinde Großenbrode als auch die Stadt Fehmarn, das Aktionsbündnis gegen die feste Fehmarnbeltquerung, der Wasser- und Bodenverband Großenbrode sowie Privatpersonen und Umweltverbände haben Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss eingereicht. Dies ist mehr als vier Jahre her. Nun fand die erste Verhandlung statt.

Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise berichtet von einem sachlichen, deutlichen und freundlichen Austausch mit den Vertretern vom LBV. „Es gab Schnittpunkte, wo wir uns angenähert haben“, betont er. Jedoch sei das Ergebnis der Verhandlung vor dem OVG völlig offen. Ein Urteil soll schriftlich zugestellt werden. Reise geht davon aus, dass dies Monate dauert.

Großenbrode gibt sich kompromissbereit

Hauptziel aus Sicht der Gemeinde Großenbrode sei es, den Hochwasserschutz sicherzustellen. Reise erläutert, dass die vierspurige Bundesstraße 4,50 Meter hoch gebaut werden soll. „Damit könnte sie gleichzeitig den Status als Landesschutzdeich erhalten“, sagt er. Sollte der LBV also einen Deich mit Straße bauen und sich das Land im Anschluss auch um die Unterhaltung kümmern, wäre die Gemeinde höchstwahrscheinlich bereit, ihre Klage zurückzuziehen. „Wir wären dann äußerst kompromissbereit“, sagt Jens Reise und ergänzt, dass natürlich die Gemeindevertreter mehrheitlich entscheiden müssten.

Großenbrode rügte vor dem OVG unter anderem eine Verletzung des ihr zustehenden kommunalen Selbstverwaltungsrechts und die Inanspruchnahme gemeindeeigener Flächen durch den geplanten Straßenausbau. Auch will die Gemeinde eine „Planung aus einem Guss“. Der Straßenausbau soll mit anderen in Zusammenhang stehenden Vorhaben wie der Fehmarnsundquerung und der Schienenhinterlandanbindung geplant werden. Der Vorsitzende Richter indes betonte, dass zwischen den einzelnen Vorhaben zwar ein räumlicher, aber kein zeitlicher Zusammenhang bestehe.

Staatssekretär betonte die Bedeutung der festen Beltquerung

Die feste Fehmarnbeltquerung samt Hinterlandanbindung ist „für uns als Land Schleswig-Holstein ein ganz zentrales Infrastrukturprojekt“, sagte Verkehrsstaatssekretär Thilo Rohlfs nach der Verhandlung. „Ich hatte den Eindruck, dass wir sehr gut auf die entsprechenden Einwände eingehen konnten.“ Er wertete dies als einen vielversprechenden Auftakt für die anstehenden Verhandlungstage mit den anderen Klägern.

Aktuell dient die B  207 im Bereich Großenbrode nicht als Schutz vor der Ostsee. Laut Jens Reise wirkt sich dies negativ auf mögliche Bauvorhaben der Gemeinde aus. Jegliche Art von Bebauungsplänen würden vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein „niedergeschmettert“, da die Region hochgradig hochwassergefährdet sei. „Wir haben einfach keine Planungssicherheit“, betont der Bürgermeister und hofft auf eine aus seiner Sicht positive Entscheidung seitens der Richter.

Fehmarn befürchtet Verkehrschaos

Die nächste Klage wird am 14. Februar verhandelt. Dann ist die Stadt Fehmarn an der Reihe. Diese fürchtet vor allem massive Staus, sollte während der Bauzeit im Bereich B 207 und L 209 eine Brücke abgerissen und durch eine Ampel ersetzt werden (die LN berichteten).

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Von Sebastian Rosenkötter/dpa

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