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Ostholstein Ein Meer von Farben: Bælt-Kunst auf Fehmarn
Lokales Ostholstein Ein Meer von Farben: Bælt-Kunst auf Fehmarn
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18:30 23.02.2019
Der Däne Finn Arnesen (56, Künstlername „Finnermann“) kommt aus Nykøbing und zeigt auf Fehmarn seine großen, bunten Bilder mit starken Kontrasten. Hier steht er vor seinem (mit 1200 Euro teuersten) Bild „Liebeskampf“.
Der Däne Finn Arnesen (56, Künstlername „Finnermann“) kommt aus Nykøbing und zeigt auf Fehmarn seine großen, bunten Bilder mit starken Kontrasten. Hier steht er vor seinem (mit 1200 Euro teuersten) Bild „Liebeskampf“. Quelle: GÄBLER
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Fehmarn

 Kunst kennt keine Grenzen, und Künstler wollen sie schon gar nicht. Sie experimentieren, überwinden Hindernisse und suchen immer neue Wege. Von der ganzen Vielfalt auf dem Weg, künstlerisch Wertvolles zu erschaffen, können sich die Besucher in der „Alten Schule“ in Petersdorf überzeugen. 35 Künstler aus Deutschland und Dänemark – Maler, Literaten, Kunsthandwerker, Musiker und Fotografen – sind der Einladung von Organisatorin Claudia Czellnik gefolgt. Sie zeigen in der dritten Auflage des Bælt-Kunst-Projektes einen Querschnitt deutsch-dänischer Schaffenskraft.

So bunt ist das deutsch-dänische Künstlertreffen

Ganz unterschiedliche Künstlertypen

Der Kunstmaler Finn Arnesen kommt aus dem dänischen Nykøbing, wo er eine Malschule betreibt, in der 40 Malschüler unterrichtet werden. Finnermann, so sein Künstlername, stellt mit ihnen um die 1000 Werke pro Jahr her. Seine Sichtweise auf die Welt explodiert geradezu in einem leuchtenden Farbenmeer. Kontraste bilden die Farben, aber auch die schwarzen Linien – sie geben den Farbflächen Formen. Aber Finnermann hat noch eine andere Seite: die Liebe zu schönen Textilien. So überrascht er mit einem Teppich, der aus 600 Etiketten von Jeans-Hosen gefertigt wurde.

Ganz andere Grenzen lotet Simon Serck für sich künstlerisch aus. Er lebt in Strukkamp auf Fehmarn und arbeitet mit Abtönfarben, für die schon mal die Rückwand eines Schrankes als Untergrund herhalten muss. Seine Bilder in den Treppenaufgängen und Fluren der Schule sind eher psychedelisch. Ein Titel ist beispielsweise „oOo“ – gemeint ist damit „out Of order“. Für ihn ist es die erste Teilnahme am Bælt-Kunst-Projekt.

Gabriele Horbelt beschränkt sich bei ihren Keramik-Objekten im Wesentlichen auf zwei Farben – die eigentlich gar keine sind: Schwarz und Weiß. Die Mitarbeiterin des Tourismusservice Fehmarn arbeitet in ihrer Freizeit an der Töpferscheibe und stellt Schalen, Vasen und Tassen her. „Schöne Unikate in Serie“, sagt sie schmunzelnd. Ihr ist wichtig, dass ihre Gebrauchskunst bezahlbar bleibt.

Schule soll dauerhaft Künstlertreff werden

Über die dritte Auflage des Bælt-Kunst-Projektes freut sich auch Dr. Luise Erben, die Vorsitzende des Fördervereins zum Erhalt der Alten Petersdorfer Schule. Gemeinsam mit ihren 45 Mitstreiten will sie das Gebäude, das sich im Besitz der Stadt Fehmarn befindet, nach und nach zu einem Künstlertreff ausbauen. „Wir beleben das Haus bereits jetzt schon mit vielen Aktivitäten – Yoga, Qigong- und Plattdeutsch-Kurse“, sagt Erben.

Wer am Sonnabend die Eröffnung verpasst hat, der hat am Sonntag, 24. Februar, noch Gelegenheit, ganz unterschiedliche Kunst und Künstler kennenzulernen. Die Maler, Keramiker und Musiker sind vor Ort. Um 12 und 15 Uhr gibt es Trommel-Workshops, um 13 und 16 Uhr Lesungen und um 14.20 Uhr einen Film über die Künstlergruppe „Stilbruch“.

Nächster kultKIT-Termin

Die nächste Begegnung im Rahmen des deutsch-dänischen Kulturprojekts „kultKIT“ ist am 14. März in Nykøbing. Vereine und Schulen sind eingeladen, sich zu informieren. Infos gibt es unter Tel. 045 21/788 275.

Louis Gäbler