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Ostholstein Barrierefreies Wohnprojekt für Ahrensbök kommt voran
Lokales Ostholstein Barrierefreies Wohnprojekt für Ahrensbök kommt voran
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22:10 08.08.2018
Das Gebäude soll hinter den Lagerhallen der Firma Rentzow an der Bahnhofstraße entstehen und hat von dem hohen Mühlengebäude seinen Namen „Alte Mühle“ bekommen.
Das Gebäude soll hinter den Lagerhallen der Firma Rentzow an der Bahnhofstraße entstehen und hat von dem hohen Mühlengebäude seinen Namen „Alte Mühle“ bekommen. Quelle: Foto: Peyronnet
Ahrensbök

Beides hängt zusammen. Das Gebäude mit 21 Wohnungen unterschiedlicher Größe soll auf einem Gelände hinter der alten Mühle des „Grünen Warenhauses“ am Apfelgarten an der Bahnhofstraße entstehen. Die Gemeinde Ahrensbök wird das Grundstück vorbehaltlich des Beschlusses des Hauptausschusses kaufen und mittels Erbpacht der Genossenschaft zur Verfügung stellen. Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) geht fest davon aus, dass die Politik zustimmt. Sie stehe hinter der Idee.

Entstanden ist sie beim Gemeindeentwicklungsprojekt „Ahrensbök 2030“. Im September 2015 gab es ein Treffen zum Thema selbstbestimmtes Wohnen im Alter, berichtet Johann Rademacher, einer aus dem Kompetenzteam des „Alte-Mühle“-Projektes. Dazu gehören noch Regine Hansen, Hans-Jürgen Schöttler, Jürgen Rix und Architektin Heike Uhlen. Sie stemmen das Projekt ehrenamtlich, gründen die Genossenschaft, kümmern sich um Finanzierung, Bauplanung und Umsetzung.

Es gab hinter den Kulissen einige langwierige Verhandlungen, um rechtliche Fragen zu klären. Deshalb tat sich eine ganze Weile nichts. Das Interesse jedoch ist ungebrochen, immer wieder fragen die Interessenten nach. 80 bis 90 gibt es davon, 14 haben sich schon fest für eine Wohnung eintragen lassen. Die meisten sind Ahrensböker. Sie wollen ihren Ort nicht verlassen, suchen aber passende Wohnformen für ihr Alter. So wie Jürgen Rix aus dem Kompetenzteam, der selbst einziehen möchte. „Wenn jetzt nicht, wann dann? Ich habe keine Lust mehr, auf Knien durch meinen Garten zu robben.“

Zentral gelegenes Baugrundstück

Das Grundstück ist ideal. Es liegt zentral, nur wenige Minuten zu Fuß von Geschäften, Arzt, Apotheke entfernt und ist ebenerdig. Die Wohnungen werden eine Größe zwischen 40 und 105 Quadratmeter haben und bei Bedarf miteinander kombinierbar sein. Dank flexibler Durchgänge, berichtet Renate Lange, lassen sich aus kleinen Wohnungen große machen und umgekehrt. Ein Aufzug ermöglicht es, auch im Obergeschoss barrierefrei zu wohnen. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Jüngere Menschen mit Einschränkungen können ebenfalls in den Genuss einer barrierefreien Wohnung kommen.

Dazu müssen sie Mitglied der Genossenschaft werden. An Kosten fallen der Kauf von Genossenschaftsanteilen und die monatliche Miete an. Sie soll im ortsüblichen Rahmen liegen. Genaue Preise stehen noch nicht fest.

Das Team der fünf Ehrenamtler macht sich nach der langen Wartezeit jetzt daran, das Projekt zügig umzusetzen. Einen Entwurf des Gebäudes gibt es bereits, mit den Banken wurden schon Gespräche geführt. Um den Bebauungsplan kümmert sich die Gemeinde. „Die Last liegt beim Ehrenamt. Nur so ist das wirtschaftlich darstellbar“, sagt Zimmermann, der sich sehr für das Projekt eingesetzt hat. Das bescheinigt ihm auch das Kompetenzteam.

Wer Interesse am Projekt hat, wende sich an Hans-Jürgen Schöttler, Tel. 0451/4993994 (tagsüber).

Von Susanne Peyronnet