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Ostholstein Baugebiet Iltisweg: Ausschuss gibt grünes Licht für Beginn
Lokales Ostholstein Baugebiet Iltisweg: Ausschuss gibt grünes Licht für Beginn
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22:10 22.08.2018
Bauausschuss und Anlieger sehen sich bei einem Ortstermin die Engstelle im Iltisweg an. Mehr als 3,80 Meter Breite sind dort nicht möglich. Quelle: Foto: Peyronnet
Scharbeutz

2012 wurde der Bebauungsplan Nr. 64 – Sch – der Gemeinde Scharbeutz beschlossen. Familien mit Kindern soll dort der Bau von Eigenheimen ermöglicht werden. Dass jetzt Interessen gegeneinander stehen, die schwer auf einen Nenner zu bringen sind, machte die Sitzung deutlich. Künftige Bauherren drängen darauf, endlich bauen zu können. Altanlieger protestieren vehement gegen die Pläne. Die Grünen im Ausschuss wollten deshalb den Plan wieder aufschnüren – und scheiterten damit.

Nach sechs Jahren soll der Bebauungsplan jetzt umgesetzt werden. Auf einer Fläche zwischen Fuchsberg, Iltisweg und Umspannwerk sollen laut Plan Einfamilienhäuser entstehen, 15 davon auf gemeindeeigenem Land. Die Erschließung soll über den Iltisweg erfolgen, der sowieso ausgebaut werden müsse, so die Verwaltung. Dagegen regt sich massiver Widerstand der Iltisweg-Anlieger.

Tatsächlich ist das Sträßchen recht schmal. Davon konnte sich der Bauausschuss, begleitet von etlichen Anliegern, bei seinem Ortstermin überzeugen. An der schmalsten Stelle wird die Straße auch nach dem Ausbau nur 3,80 Meter breit sein. „4,75 Meter wären gut, 5,50 Meter wären besser“, erläuterte Diplom-Ingenieur Andreas Geist vom Bauamt der Gemeinde. Doch dafür fehlt der Gemeinde der Grund und Boden. Die Engstelle ließe sich nur mit Streifen von den Grundstücken der Anlieger verbreitern. Die aber wollen nicht verkaufen. Und so bleibt auf 58 Metern Länge ein Nadelöhr.

Das ganze Dilemma zwischen Bauwunsch und Protest machte ein Zuhörer in der Einwohnerfragestunde deutlich: „Es haben sich schon Familien beworben, sollen sie so lange hingehalten werden, bis die Zinsen wieder zwölf Prozent betragen?“ Eine Mutter von drei Kindern sprach für die Bauwilligen: „Für uns ist es total blöd, wir hängen alle in der Luft. Es gibt wenige Baugrundstücke, die bezahlbar sind und die man bekommen kann. Wenn meine Kinder groß sind, brauche ich kein Grundstück mehr, um zu bauen.“ Replik von Thomas Bender, Anlieger im Iltisweg: „Wir haben auch Rechte.“

Gabriele Jungk (Grüne) verteidigte ihr Anliegen, den Bebauungsplan auf Eis zu legen und neu zu bewerten: „Es haben sich in sechs Jahren neue Begebenheiten ergeben, ökologisch und verkehrstechnisch, die sich nicht lösen lassen. Deshalb sollte man das nicht einfach durchziehen, sondern neu planen. Wir haben große Bedenken.“ Sie regte außerdem an, zu überprüfen, ob es nicht eine andere Erschließung über die Rückseite des Baugebietes geben könne. Bürgermeister Volker Owerien (parteilos) wandte ein, es werde Jahre dauern, das Baugebiet und die Anbindung anders zu planen.

Am Ende scheiterte Jungk mit ihrem Antrag, den Bebauungsplan zu stoppen, keine Baumaßnahmen zu beginnen und alles neu zu überdenken. Ein Beschlussvorschlag von Owerien, den Plan umzusetzen und parallel mit hoher Priorität eine Alternative zu suchen, fand dagegen eine Mehrheit.

In der Bürgerfragestunde war deutlich geworden, dass es den Kritikern des Baugebietes auch um angeblich falsche Knickpflege geht. Dabei seien gesunde alte Bäume gefällt worden. Bäume waren überhaupt ein großes Thema, nicht nur am Iltisweg. Heftige Kritik mussten sich Verwaltung und Kommunalpolitiker dazu und zu anderen Bebauungsplänen anhören, etwa in der Seestraße oder am Augustushof. Eine Zuhörerin: „Wir möchten gern gehört und ernst genommen werden.“ Eine andere: „Ich erwarte von der Gemeinde, dass sie sich mehr für die Natur einsetzt. Wir wollen Bäume sehen.“

Von Susanne Peyronnet

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