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Ostholstein Beschluss gekippt: Investitions-Stopp für Gemeinschaftsschule
Lokales Ostholstein Beschluss gekippt: Investitions-Stopp für Gemeinschaftsschule
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13:47 27.02.2019
Die Außenanlage wurde bis Ende 2018 für rund 700 000 Euro neu gestaltet. Ortstermin auf dem umgestalteten Schulhof der Hilgendorf-Schule Ende Dezember: Schulleiter Karsten Lemke (v.li.), Bürgermeisterin Julia Samtleben, Bauamtsleiter Dieter Rodewald, Bauamtsmitarbeiter Burkhard Klopp im Dezember.
Die Außenanlage wurde bis Ende 2018 für rund 700 000 Euro neu gestaltet. Ortstermin auf dem umgestalteten Schulhof der Hilgendorf-Schule Ende Dezember: Schulleiter Karsten Lemke (v.li.), Bürgermeisterin Julia Samtleben, Bauamtsleiter Dieter Rodewald, Bauamtsmitarbeiter Burkhard Klopp im Dezember. Quelle: Doreen Dankert
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Stockelsdorf

Schlechte Nachrichten für Schüler und Lehrer an der Gerhard-Hilgendorf-Gemeinschaftsschule in Stockelsdorf. Der Bauausschuss hat die bereits genehmigten Um- und Erweiterungspläne gestoppt. Das 400 000 Euro teure Vorhaben, das unter anderem einen Ausbau des Chemie-Fachraums sowie die Erweiterung des Lehrerzimmers vorsieht, wird noch einmal überprüft.

Ein Ausschuss sagt ja, der andere Ausschuss sagt nein

Diese jüngste Entscheidung sei auch für Schulleiter Karsten Lemke „sehr überraschend“ gewesen. Schließlich hatte der Ausschuss für Jugend, Sport, Soziales, Schule und Kultur (JSSSK) im November letzten Jahres noch grünes Licht für die Investition gegeben. Und zwar einstimmig. Diskussionen gab es auch keine, denn Schulleiter Lemke beschrieb die angespannte Lage an der Hilgendorf-Schule sehr eindrucksvoll. „Es gibt kein Elternsprechzimmer, zu wenig Gruppenräume, die Lüftung im Chemieraum ist nicht mehr zeitgemäß und im Verwaltungsraum steht gerade einmal ein PC für 45 Kollegen“, berichtete Lemke. Seine Ausführungen fanden bei der Politik Gehör. Einstimmig genehmigte der Ausschuss einen Ausbau für rund 400 000 Euro.

Nun hat der Bauausschuss die Entscheidung des JSSSK einkassiert. Der Vorsitzende Jens Andermann (SPD) stellt klar: „Wir zweifeln mit dieser Entscheidung nicht die Notwendigkeit an. Wir wollen gern ein Gesamtkonzept haben, damit wir Planungssicherheit für die nächsten fünf bis zehn Jahre haben.“

Die Vorsitzende des JSSSK-Ausschusses Sabine Gall-Gratze (Grüne) ist von dem Vorgehen dennoch alles andere als begeistert. „Es ist merkwürdig, wenn zwei Ausschüsse etwas total Gegensätzliches beschließen. Das ist nicht so günstig“, erklärt Gall-Gratze. Rückendeckung bekommt der Beschluss des Bauausschusses hingegen von Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD). „Der Bauausschuss entscheidet letztlich nur über bauliche Sachen, aber grundsätzlich muss so ein Vorhaben auch in einem größeren Kontext gesehen werden“, erklärt Samtleben. Ohne Gesamtkonzept bestünde „die Gefahr, dass Baufenster nicht genutzt werden könnten“ für andere notwendige Maßnahmen, die nicht in der geplanten Investition enthalten sind. Julia Samtleben erklärt, dass deshalb derzeit an einem Gesamtkonzept gearbeitet werde. Im Mai könne es möglicherweise schon vorgestellt werden.

Arbeit an einem Gesamtkonzept

Schulleiter Karsten Lemke kann den Wunsch der Politik nach einem Gesamtkonzept durchaus nachvollziehen. Schließlich könne man an dem Schulgebäude, das nach und nach erweitert wurde, sehr genau sehen, dass es bislang kein Gesamtkonzept gegeben habe. Die aktuelle Entscheidung sei für ihn als Schulleiter alles andere als positiv, bemerkte Lemke jüngst bei einem Ortstermin mit Politikern und Bürgermeisterin. Lemke will zudem mit einem Gerücht aufräumen, in welchem es heiße, die geplanten Baumaßnahmen würden deswegen gestoppt, weil der Schulleiter mit einigen Dingen nicht einverstanden sei. Lemke: „Dazu sage ich ganz klar, das ist nicht so.“

An der Gerhard-Hilgendorf-Gemeinschaftsschule werden derzeit rund 580 Mädchen und Jungen von 45 Lehrkräften unterrichtet.

Doreen Dankert