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Ostholstein Beihilfe zum Mord: Drei Jahre Haft für Neustädterin
Lokales Ostholstein Beihilfe zum Mord: Drei Jahre Haft für Neustädterin
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21:10 29.06.2018
Das Lübecker Landgericht hat die 64-Jährige zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. *FOTO: ROSENKÖTTER
Neustadt/Lübeck

„Das war schon ein außergewöhnlicher Fall“, sagte Richter Christian Singelmann, Vorsitzender der I. Großen Strafkammer, als er das Geschehen in seiner mündlichen Urteilsbegründung noch einmal zusammenfasste. „Man würde denken, so etwas gibt es nur im Drehbuch für einen sehr konstruierten Krimi“, kommentierte er den Tathergang.

„Die Witwe ist nicht so ahnungslos, wie sie zu sein vorgibt.Christian Singelmann Richter

Zwölf Jahre nach der Tat war herausgekommen, dass der Mörder bei der Angeklagten gewohnt hatte. Diese lebte damals von ihrem Mann getrennt. Die heute 64-Jährige war selbst zur Polizei gegangen, behauptete, erpresst zu werden. Zahlungen an die Ehefrau des Mörders hatten zuvor für Ärger gesorgt. Das Verfahren zur angeblichen Erpressung wurde jedoch eingestellt.

Für das Gericht steht mittlerweile fest, dass die Witwe von den Mordplänen wusste. „Man kann vorgeben, noch so naiv zu sein – hier kann jeder eins und eins zusammenzählen“, so Richter Singelmann. Die Angeklagte hatte bis zuletzt abgestritten, von den Absichten ihres jungen Liebhabers gewusst zu haben. Ihr zufolge sollte dieser „nur“ einen Einbruch ins Haus ihres Mannes vortäuschen.

Die Kammer bewertete diese Version als unglaubwürdig. Nicht nur habe der damals 20-jährige Täter im Vorfeld davon gesprochen, ihren Mann „kaltzumachen“, er habe beispielsweise auch nach dem Testament gefragt und sogar Schießübungen im Keller gemacht. Zuletzt habe er dann stundenlang im Haus des Ehemanns auf dessen Rückkehr gewartet; auch das habe die Angeklagte gewusst und ihm sogar noch Proviant eingepackt. „Das kann nur bedeuten, dass sie das Vorhaben unterstützen wollte“, so Singelmann. Ein späterer Briefwechsel zwischen Witwe und Täter – Letzterer verbüßte damals eine achtjährige Jugendstrafe im Gefängnis – spreche ebenfalls dafür, dass die Angeklagte „nicht die Ahnungslose ist, die sie zu sein vorgibt“, betonte der Richter. Die Kammer folgte der Einschätzung eines Sachverständigen, nach der die Neustädterin zwar eine leichte Persönlichkeitsstörung habe, diese jedoch „nicht dazu geführt hat, dass sie nahezu willenlos agiert hat“. Die 64-Jährige habe „naive und unreife“ Züge, sei jedoch auch durchaus „lebenspraktisch“.

Unklar bleibt nach Auffassung der Richter das genaue Motiv der Angeklagten. Denkbar sei sowohl ein finanzielles Interesse – sie habe damit rechnen müssen, dass ihr Mann sein Testament zugunsten seiner neuen Lebensgefährtin ändern würde – als auch eine „Abrechnung“ dafür, dass ihr Mann sie schlecht behandelt habe. Möglich sei auch, dass sie auf ein gemeinsames Leben mit dem jungen Täter gehofft habe – genauso könne es aber sein, dass sie ihn auf diese Weise habe loswerden wollen.

Mit drei Jahren Haft legte das Gericht letztlich die niedrigste mögliche Strafe innerhalb des gesetzlichen Rahmens fest. Die Angeklagte habe keine Vorstrafen, habe die Tat nach Auffassung des Gerichts „nicht lange geplant“ und vor allem „wäre sie ohne ihre eigene Anzeige wohl nie aufgeflogen“, erläuterte Singelmann. Nach dem Mord sei es dem Täter „bemerkenswerterweise gelungen, Polizei und Gericht an der Nase herumzuführen“. Er hatte die Tat gestanden, den Kontakt zur Ehefrau jedoch verschwiegen. Stattdessen hatte er eine – wie sich nun herausgestellt hat, frei erfundene – Geschichte von einem zufälligen Einbruch erzählt.

Die Verteidigung hat angekündigt, gegen das Urteil Revision einlegen zu wollen. Sie hatte für einen Freispruch plädiert, die Staatsanwaltschaft für eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren.

Von Jennifer Binder

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