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Ostholstein Belttunnel: Kritik am geplanten Baustart
Lokales Ostholstein Belttunnel: Kritik am geplanten Baustart
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17:59 29.03.2019
Die Suche nach einer Lösung in Sachen Lärmschutz geht weiter: Für den Bahnübergang Kaltenhöfer Straße in Bad Schwartau werden neue Alternativen geprüft. Quelle: Irene Burow
Bad Schwartau/Fehmarn

Nach Fehmarn hat sich auch Bad Schwartau dazu entschieden, Klage gegen den geplanten Bau des Belttunnels einzureichen. Das hat die Stadtvertretung jetzt beschlossen. Auch die Fährgesellschaft Scandlines beabsichtigt den Gang vor Gericht. Dort wurde die Ankündigung des Baubeginns im Herbst mit Entsetzen zur Kenntnis genommen. Wie etwa auch die Beltretter kritisiert der Betriebsrat des Unternehmens den Startschuss vor Ende des Genehmigungsverfahrens auf deutscher Seite.

Beltretter werfen Dänen Wortbruch vor

Tunnelbauer Femern A/S will noch dieses Jahr die ersten Maßnahmen auf dänischer Seite auf den Weg bringen; das dortige Parlament hat dafür grünes Licht gegeben. Während diverse Vertreter von Wirtschaftsverbänden erfreut auf die Pläne reagiert haben (die LN berichteten), werfen die Beltretter den Dänen Wortbruch vor. Die Regierung habe bisher immer angekündigt, die Entscheidungen der deutschen Behörden und Gerichte abwarten zu wollen – jetzt zeige sich, „dass sie die ganze Zeit gelogen haben“, sagt Beltretter-Sprecherin Karin Neumann.

Auch bei Scandlines zeigt man sich überrascht vom geplanten Baustart. „Die Aussage der Dänen war bisher immer eine andere“, kritisiert der Betriebsratsvorsitzende Bernd Friedrichs. Die Mitarbeiter des Fähr-Unternehmens habe die Ankündigung „unglaublich aufgeschreckt“. Als derzeit einziger Anbieter von Fahrten zwischen Puttgarden und Rødby hat Scandlines aktuell eine Monopolstellung am Belt. Der Tunnel würde dem Betrieb direkte Konkurrenz machen. Die Reederei hat bereits angekündigt, dass die Fähren auf jeden Fall weiter fahren sollen. Unter den Angestellten sei die Sorge verständlicherweise dennoch groß, sagt Friedrichs.

Werner Süß, Vorstandsvorsitzender des Unternehmensverbandes Ostholstein-Plön (in dem auch Scandlines Mitglied ist), hatte sich zuletzt sehr positiv zum Baubeginn im Herbst geäußert. Die Entscheidung des dänischen Parlaments sei „ein Meilenstein für die Region, das Land Schleswig-Holstein und die Europäische Union gleichermaßen“. Mit Blick auf die Überlegungen verschiedener Betroffener, vor Gericht zu ziehen, sagte er: „Man muss miteinander reden, nicht klagen.“

Bad Schwartau: Suche nach Kompromiss beim Lärmschutz geht weiter

Bad Schwartaus Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos) stellt derweil klar, dass die Stadt „kein kategorischer Gegner des Projekts“ sei. „Wir klagen nicht gegen den Bau des Tunnels, sondern für eine Betriebsregelung“, betont der Bürgermeister. Es müsse gewährleistet sein, dass die Züge erst dann rollten, wenn für die Einwohner ein ausreichender Schutz vor Lärm und Erschütterung installiert sei.

Aus Sicht der Stadt kann das nur mit einem Trog erreicht werden. Ein Plädoyer für die bisher geforderte „Maximallösung“, bei der die Schienen sieben Meter tief in die Erde gelegt würden, wurde in der Stadtvertretung allerdings vorerst nicht beschlossen. Die Beratung über den Appell an die Region, die Forderungen Bad Schwartaus zu unterstützen, wurde vertagt. Man wolle zunächst den weiteren Verlauf der Mediationsgespräche abwarten. Weil es bisher keine Einigung zwischen Bahn, Land und Stadt gibt, tritt Landrat Reinhard Sager (CDU) als Vermittler auf. Nach einem ersten Treffen gaben die Beteiligten lediglich bekannt, dass neue Alternativen geprüft werden sollen.

Jennifer Binder

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