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Ostholstein Belttunnel: Ärger um Tierschutzprojekt
Lokales Ostholstein Belttunnel: Ärger um Tierschutzprojekt
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11:22 17.05.2019
Matthias Laubenstein (l.) und Christoph Gondesen von Femern A/S präsentieren den neuen Amphibienzaun an der zukünftigen Baustelle für den Belttunnel auf Fehmarn. Quelle: Jennifer Binder
Fehmarn

Auf Fehmarn haben die Vorbereitungen für den Bau des Belttunnels begonnen. Als erste Maßnahme hat Bauherr Femern A/S einen Amphibienzaun errichtet, der später Kammmolche auf der Insel vor den Gefahren auf der Baustelle schützen soll. Vertreter des Unternehmens informierten am Donnerstag vor Ort über das Projekt – ohne ansässige Umweltverbände, die eine entsprechende Einladung allesamt ausgeschlagen hatten. Bei Femern A/S reagiert man enttäuscht und betont, man würde sich eine bessere Zusammenarbeit wünschen.

Tunnelbauer appelliert an Umweltverbände, sich einzubringen

„Auf dänischer Seite bringen sich die Naturschutzverbände in die Prozesse ein, um das Beste für die Umwelt herauszuholen – auf deutscher Seite sind sie leider eher darauf ausgerichtet, etwas zu verhindern“, sagt Christoph Gondesen, Umweltberater bei Femern A/S. Er würde sich wünschen, „dass die Verbände das Geschehen auch hierzulande aktiv begleiten würden“. Ähnlich äußert sich Matthias Laubenstein, bei Femern A/S zuständig für das Planfeststellungsverfahren: „Wir wünschen uns einen Dialog – es ist schade, dass die Umweltverbände unserer Einladung nicht gefolgt sind.“ Die Tür stehe „natürlich trotzdem weiterhin offen“, so Laubenstein. Die hiesigen Naturschützer hätten die Möglichkeit, das Tunnel-Projekt „während der Bauphase – auch kritisch – zu begleiten“, verspricht er.

Zum jetzigen Info-Treffen am neuen Amphibienzaun erschienen derweil nur drei Fachleute vom Kreis. Eingeladen waren laut Femern A/S außerdem Vertreter der Stadt Fehmarn und des Landes. Mit dem Bau der Kammmolch-Hürde haben die Vorbereitungen für den Tunnel-Bau auch auf deutscher Seite begonnen. In Dänemark laufen bereits die ersten Arbeiten; noch dieses Jahr soll dort unter anderem mit dem Bau des Ein- und Ausfahrtportals für den Tunnel begonnen werden.

1,7 Kilometer langer Schutzdamm für Kammmolche errichtet

Hierzulande ist der Planfeststellungsbeschluss noch nicht rechtskräftig; das Bundesverwaltungsgericht muss noch über diverse Klagen von Kommunen und Verbänden befinden (die LN berichteten). Das Land hat dennoch bereits grünes Licht für erste Maßnahmen gegeben. Laut Femern A/S zählen dazu in erster Linie Projekte für den Umweltschutz: Unter anderem sollen neue Brutplätze und Wasserstellen für Vögel geschaffen werden, deren jetziger Lebensraum durch die Bauarbeiten gestört wird. Außerdem soll Ende des Jahres die Stromversorgung der geplanten Baustelle eingerichtet werden.

Der Bau des 1,7 Kilometer langen Amphibienzauns bei Bannesdorf hatte Anfang April begonnen; diese Woche wurde der Damm fertiggestellt. Er soll künftig verhindern, dass Kammmolche ihr Winterquartier wie bisher im Bereich des Bahndamms aufschlagen. Als Alternative wurden spezielle Flächen mit Steinen, Gehölz und Erde aufgeschichtet. Sie brächten alle Gegebenheiten mit, die der Kammmolch zum Überwintern brauche, erklärt Christoph Gondesen.

Im Bereich des Zauns soll später eine Zufahrt zur Tunnelbaustelle entstehen. Damit bis dahin alle Kammmolche im betreffenden Gebiet auf der richtigen Seite des Amphibiendamms sind, wurde das Konstrukt so gestaltet, dass die Molche es von einer Seite aus queren können und von der anderen nicht: Die eine Hälfte ist ein Erdwall, die andere eine glatte Metallwand.

Dank der Genehmigung für vorgezogene Maßnahmen habe man eine ausreichende Vorlaufzeit für die umweltschutztechnischen Maßnahmen, sagt Matthias Laubenstein. Auf diese Weise könne die eigentliche Baustelle für den Tunnel eingerichtet werden, sobald der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig sei. „Dann sind wir startklar für den Baubeginn“, so Laubenstein.

Jennifer Binder

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