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Ostholstein Besuch beim Aufräum-Coach: Darum sind unsere Schränke voller Krempel
Lokales Ostholstein Besuch beim Aufräum-Coach: Darum sind unsere Schränke voller Krempel
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20:00 13.01.2020
Das Leben entrümpeln – ein guter Anfang ist mit dem Aussortieren von Geschirr- oder Kleiderschrank getan. Quelle: Susanne Peyronnet
Pansdorf

Mehr Sport, weniger und gesünder essen, aufhören zu rauchen, mehr Zeit mit der Familie und Freunden verbringen. Das neue Jahr beginnen viele mit guten Vorsätzen. Wahrscheinlich deshalb wird Brigitte Rosenthal, Personal- und Business-Coach aus Pansdorf, zu Jahresbeginn häufig von Volkshochschulen und anderen Organisationen gebucht, um ihren Vortrag „Das Leben entrümpeln – die Seele befreien“ zu halten.

Tipp vom Personal-Coach: An Veränderungen heranwagen

Ein neues Jahr, eine Zäsur. Da trauen sich Menschen manchmal sogar an tief greifende Veränderungen heran. „Das kann natürlich auch andere Lebensumbrüche betreffen: Wenn die Kinder aus dem Haus sind, wenn man sich verkleinert, ein Haus aufgibt und in eine kleinere Wohnung zieht oder nach Trennungen“, sagt Brigitte Rosenthal.

Brigitte Rosenthal ruft auf, das Leben zu entrümpeln. Quelle: hfr

Sie beginne ihren Vortrag stets nach der Devise: von außen nach innen. „Ich rate, zunächst mal einen Geschirrschrank aufzuräumen. Aber nicht nach der Vogelpick-Methode vorgehen: Diese Sets oder einen ohnehin nicht gemochten Salzstreuer weglegen. Alles ’rausholen, auf den Tisch stellen und dann sortieren“, sagt sie energisch.

Rigoros sortieren – und nicht in den Keller auslagern

In eine Kiste solle man das stellen, was vielleicht angestoßen sei und auf jeden Fall wegkönne. In eine zweite Kiste kämen Dinge, die noch gut seien, die aber nicht mehr benötigt würden. „Was man behalten will, darf zurück in den Schrank. Wer sich nicht von Sachen trennen kann, sollte sich eine gute Freundin, eine rationale Aufräumerin, dazu holen“, rät Rosenthal. Karton eins werde gleich nach der Aufräumaktion entsorgt, Karton zwei dürfe auf keinen Fall in den Keller. „Laden Sie Freundinnen oder Bekannte ein und sagen Sie: Bedient euch. Für junge Leute ist manches ja schon wieder Vintage“, sagt sie und lacht. Auch das Sozialkaufhaus oder die Flüchtlingshilfe nehmen gern Geschirr und Hausrat.

Nach dem Geschirrschrank solle man sich den Kleiderschrank vorknöpfen und nach dem gleichen Prinzip vorgehen. „Darin schlummern viele Lebensentwürfe, viele Ichs. Aber wer braucht Kleidung aus einer Zeit, zu der man zehn, 15 Kilo leichter war?“ Brigitte Rosenthal staunt, wie viele Frauen ihr Hochzeitskleid aufbewahren.

Im Inneren aufräumen, ist das eigentliche Ziel

Sehr viel anstrengender als das äußerliche sei das innere Aufräumen. Und das ist Brigitte Rosenthals eigentlicher Appell. „Trennen Sie sich von dem Ballast an Zeitfressern: Aufgaben und Positionen, die Sie sich aufgeladen haben“, empfiehlt sie. „Manchmal muss man auch Menschen loslassen, die destruktiv und vergiftend sind. Selbst wenn die Beziehung eigentlich unverbrüchlich ist – etwa innerhalb der Familie oder zu langjährigen Freunden.“

Vortrag bei der VHS Süsel

„Das Leben entrümpeln – die Seele befreien“: In ihrem Vortrag gibt Brigitte Rosenthal eine Anleitung zum äußeren und inneren Aufräumen. Ihr Vortrag bei der Volkshochschule Süsel beginnt am Dienstag, 14. Januar, um 18.30 Uhr in der Grundschule Süsel (Musikraum), Am Schulzentrum 3 in Süsel. Anmeldung unter der Telefonnummer 04521/793 113. Die Teilnahme kostet 20 Euro.

„Was die Seele braucht, kann man nicht kaufen“

Sie sei kein Aufräumprofi fürs Haus. „Das ist mein Einstieg, aber nicht mein Ansatz. Mich interessiert, was psychologisch dahinterliegt“, sagt Rosenthal. „Mit dem, was wir in Deko-Läden und Bekleidungsgeschäften kaufen, versuchen wir eine innere Leere zu füllen. Die Menschen suchen etwas, was ihre Seele braucht. Aber das können sie nicht kaufen“, erklärt sie ihre Theorie.

Es habe sie verstört, dass sie von sehr vielen Leuten Ende des Jahres gehört habe, dass sie Weihnachten und Silvester allein verbracht hätten. „Heiligabend nachmittags allein in der Sauna – eine Verzweiflungstat! Silvester um 21 Uhr ins Bett und die Decke über den Kopf gezogen! Wir sind spirituell Obdachlose“, sagt der Coach.

Wenn sie in ihrem Vortrag an dieser Stelle angelangt sei, lese sie in den Mienen ihrer Zuhörer meist zweierlei: „Den einen ist anzumerken: Schön, dass das endlich mal einer ausspricht. Den anderen geht es beim Stichwort Gott zu weit. Manch einer sagt es auch direkt: „Ich bin Atheist“. Das sei für sie völlig in Ordnung, sagt Brigitte Rosenthal, die neben Germanistik und Geschichte auch Theologie studiert hat.

Anstoß zur Reflexion geben

Ihren Vortrag zum Entrümpeln hat Brigitte Rosenthal schon viele Male, oft vor großem Publikum mit 60 Zuhörern gehalten. „Das Thema Loslassen beschäftigt alle. Wir müssen uns von unserer Jugend, von Lebensabschnitten, von Menschen verabschieden und loslassen, ob wir wollen oder nicht“, sagt sie. „Krempel sammeln wir an, um Leerstellen auszufüllen. Und an der Stelle müssen wir überlegen: Was wäre sinnvoller?“

Den Anstoß zur Reflexion zu geben, ist ihr Ziel. Weitere Unterstützung hat Coach Rosenthal parat. Zum Beispiel in Vorträgen wie „Jetzt mache ich endlich, was mir Freude macht – Neuorientierung im Beruf“ oder „Wer nichts riskiert, verpasst sein Leben“.

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